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Das fünfte Element

Wenn Erde, Wasser, Luft und Feuer auf die Magie der Musik treffen

Es war ein Konzertabend, an dem die Grenzen zwischen Naturgewalt und Kunstform verschwammen. Die Bürgermusikkapelle lud zu ihrem diesjährigen Frühjahrskonzert ein und begab sich gemeinsam mit den vielen Musikinteressierten auf eine Reise zu und durch die fundamentalen Kräfte unserer Welt, die begeisterte und zu einem unvergesslichen musikalischen Erlebnis wurde.
27. April 2026 | von Bruno Dengg
Das fünfte Element<br />
Der große Klangkörper der BMK Reutte bescherte den Frühjahrskonzertbesubesuchern einen musikalischen Hochgenuss. Foto: Dengg
Musik verbindet und hinter jeder Note steckt nicht nur Technik, sondern pure Empathie. Im Frühling erwacht die Natur zu neuem Leben, der wahre musikalische Aufbruch fand jedoch für die Besucherinnen und Besucher im Walter-Schwarzkopf-Saal bei Plansee statt, der bis zum letzten Platz gefüllt war. Obmann Karlheinz Scheiber konnte zum diesjährigen Konzertabend, der unter dem Motto „Feuer – Wasser – Luft – Erde, Klang der Elemente“ stand, viele Freunde der Blasmusik aus nah und fern, Gäste und Ehrengäste im Namen der Bürgermusikkapelle Reutte zum Frühjahrskonzert herzlich begrüßen. Philosophisch spannte er den Bogen von diesen vier Stoffen, die Empedokles für ewig existent und in sich unveränderlich hielt, bis hin zum Beginn der modernen Chemie, die derzeit über 118 chemische Elemente offiziell anerkennt. Ein besonderer Willkommensgruß galt u. a. Dekan Franz Neuner, den Bürgermeistern Günter Salchner und Hanspeter Wagner, dem Vorstand der Plansee Holding AG Ulrich Lausecker, Musikfreunden aus nah und fern sowie den Sponsoren des Reuttener Klangkörpers. Karlheinz Scheiber schloss seine Begrüßungsworte mit dem Dank an die vielen Helferinnen und Helfer vor und hinter den Kulissen, die immer wieder dazu beitragen, dass der Konzertstart im neuen Jahr zu einem einmaligen und unvergesslichen Abend wird.

MUSIKALISCHE MAGIE DER VIER ELEMENTE. Der Klangkörper, unter der Leitung von Johannes Petz, eröffnete den Abend mit „Alpina-Fanfare“ von Franco Cesarini, die die Zuhörerinnen und Zuhörer durch die imposante Schweizer Alpenwelt führte. Das zweite Stück „Schmelzende Riesen“ von Armin Kofler ließ in der majestätischen Einleitung die Erhabenheit der Gletscher erklingen, ebenso beschrieben berührende Klänge die Klimaerwärmung und Gletscherschmelze. Ein Meisterwerk, das an Aktualität nicht zu überbieten war und einen musikalischen Appell an die Nachfolgegenerationen richtete, Verantwortung für Natur und unsere alpine Heimat zu übernehmen.„Über den Wellen“ von Juventino Rosas ist ein weltberühmter Salonwalzer, inspiriert von Erlebnissen auf einem Dampfschiff im Golf von Mexiko. Während bei Österreichs Walzerkomponisten Strauss die Wellen elegant im Dreivierteltakt dahinfließen, schaukelten sie bei diesem Stück etwas exotischer und freier. Als nächstes Werk wurde der „Earth Song“ von Michael Jackson zum Besten gegeben. Es lud zum Hinhören ein, nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen. Der Inhalt des Stückes stellt leise und persönliche Fragen, die Zeit benötigen, um sie zu beantworten. Harmonieren Jackson und Blasmusik überhaupt? Der Applaus der Konzertbesucher stand für ein klares Ja. Stürmisch ging es mit „Into the Storm“ von Robert W. Smith in die Pause. Gleich danach präsentierte die Kapelle „Feuerwerk“, von Hans-Peter Pirchmoser, ein modernes Konzertstück für Schlagwerk und Blasorchester. Ebenso spannend erwies sich die emotionale Vertonung der Besteigung der Eiger-Nordwand „Eiger – A Journey to the Summit“ von J. Swearingen. Der Titel „What a Wonderful World“ von G. D. Weiss erzählte von der Schönheit der Welt sowie den Glücksmomenten im Alltag. Der 1967 geschriebene Song sollte ein Zeichen der Hoffnung setzen in einer Zeit, in der Rassismus und Vietnam-Krieg bestimmend waren. Das ausgewählte Stück war nicht nur ein Highlight des Konzertabends, sondern brandaktuell in den derzeit unsicheren Zeiten, Kriegen sowie globalen Veränderungen und zählt zu den positivsten Songs der Musikgeschichte. Mit „On Fire“ von Michael Geisler schloss die Bürgermusikkapelle Reutte ihr anspruchsvolles Programm.

Kapellmeister Johannes Petz hatte nicht nur zwei Zugaben in seinem Konzertkoffer, sondern auch berührende und treffende Worte. Die erste ruhige Weise „Is schean still um den See“ führte die Zuhörerinnen und Zuhörer gedanklich in unsere Region mit dem Plansee. Bevor das allerletzte Stück erklang, bedankte er sich bei Obmann Karlheinz Scheiber für dessen unermüdliches Engagement sowie seine Arbeit während des ganzen Jahres und – last, but not least – auch bei seinen Musikantinnen und Musikanten, die hervorragende Leistungen und tolle Moderationen boten. Mit dem traditionellen Marsch „Der Sonne entgegen“ endete das etwas andere Frühjahrskonzert, das nicht nur Musikfreunde in ihren Bann zog.

Die Bürgermusikkapelle Reutte bewies auf höchstem musikalischen Niveau, dass erst die Musik als fünftes Element die Schöpfung perfekt macht.

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