Gelungene Theaterpremiere in Ehrwald: „Gegen das Vergessen“
„STERNtaler für die Zugspitze“ setzt Reuttener Pionier ein würdiges Denkmal
Am 5. Juli erfüllte gespannte Vorfreude den ausverkauften Zugspitzsaal in Ehrwald. Autorin & Regisseurin Claudia Lang-Forcher und die Darsteller der Kulissenschieber erzählten die bewegende Geschichte des Reuttener Rechtsanwalts und Wirtschaftspioniers Dr. Hermann Stern mit großer emotionaler Kraft. Zahlreiche Premieren-Ehrengäste, darunter Landeshauptmann Anton Mattle, erlebten ein Drama voller Tragik und Hoffnung. Am Ende brandeten Standing Ovations durch den Saal.
Juliane Wimmer
6. Juli 2026
PIONIER STERN - VISION & VERFOLGUNG. PIONIER STERN – VISION & VERFOLGUNG. Trotz Hungersnot und Lebensmittelrationierung im Bezirk Reutte verfolgte Hermann Stern (1878–1952) mit leidenschaftlicher Besessenheit seine Visionen. Er holte das Metallwerk Plansee ins Tal, baute die Elektrizitätswerke Reutte aus, siedelte das erste Krankenhaus im Kreckelmoos an und realisierte gegen alle Widerstände – auch im Wettbewerb mit Bayern – die Tiroler Zugspitzbahn, die 1926 eröffnet wurde. Bauschwierigkeiten, Finanzprobleme, Tote und Arbeiteraufstände meisterte er mit Weitsicht, Kreativität und sozialer Verantwortung. Wegen seiner jüdischen Wurzeln wurde er später verfolgt, inhaftiert und aus den Geschichtsbüchern getilgt. „Ich bin ein Tiroler. Meine Kinder sind katholisch erzogen“, entgegnete er den drängenden Fragen der Nationalsozialisten. Das Stück erzählt seine Tragödie ohne Beschönigung und mahnt: „Wunden der Vergangenheit müssen aufgezeigt werden, damit sie heilen können.“
HINTERGRUND & KRITIK. Claudia Lang-Forcher, die Meisterin der Geierwally-Bühne, entdeckte Stern 2017 durch ein Interview mit einer Urenkelin und vertiefte ihre Recherchen beim Historiker Richard Lipp. Fasziniert von seiner Vision – „Reutte retten“ durch Industrie und Tourismus – schrieb sie das Stück aus reinem Herzen und ohne Auftrag. „Es ist die Geschichte von unseren Wurzeln“, betonte sie im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Mit strenger, aber liebevoller Regie führte sie die Kulissenschieber zu Höchstleistungen. Florian Valentin verwandelte sich vollkommen in den leidenschaftlichen und leidenden Hermann Stern und trug das Stück mit beeindruckender Präsenz. Thomas Kramer überzeugte als neidischer und hasserfüllter Gegenspieler. Die Musik von Christoph Kammerlander schuf perfekt passende Stimmungen – von rosaroten Momenten bis zu beklemmender Spannung. Die Figur des Zugspitzgeistes verband die Szenen magisch und gab dem Publikum Raum, die teils schweren Bilder zu verarbeiten. Emotionale Höhepunkte wie der unheimliche Auftritt des Gauleiters Hofer mit Echo-Stimme ließen den Saal erbeben. Mit großer Sensibilität und klarem Anspruch auf eine Botschaft gelang Lang-Forcher ein Theaterabend, der bewegt, aufrüttelt und am Ende versöhnt – ein würdiges Denkmal für einen (fast) vergessenen Visionär.
HINTERGRUND & KRITIK. Claudia Lang-Forcher, die Meisterin der Geierwally-Bühne, entdeckte Stern 2017 durch ein Interview mit einer Urenkelin und vertiefte ihre Recherchen beim Historiker Richard Lipp. Fasziniert von seiner Vision – „Reutte retten“ durch Industrie und Tourismus – schrieb sie das Stück aus reinem Herzen und ohne Auftrag. „Es ist die Geschichte von unseren Wurzeln“, betonte sie im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Mit strenger, aber liebevoller Regie führte sie die Kulissenschieber zu Höchstleistungen. Florian Valentin verwandelte sich vollkommen in den leidenschaftlichen und leidenden Hermann Stern und trug das Stück mit beeindruckender Präsenz. Thomas Kramer überzeugte als neidischer und hasserfüllter Gegenspieler. Die Musik von Christoph Kammerlander schuf perfekt passende Stimmungen – von rosaroten Momenten bis zu beklemmender Spannung. Die Figur des Zugspitzgeistes verband die Szenen magisch und gab dem Publikum Raum, die teils schweren Bilder zu verarbeiten. Emotionale Höhepunkte wie der unheimliche Auftritt des Gauleiters Hofer mit Echo-Stimme ließen den Saal erbeben. Mit großer Sensibilität und klarem Anspruch auf eine Botschaft gelang Lang-Forcher ein Theaterabend, der bewegt, aufrüttelt und am Ende versöhnt – ein würdiges Denkmal für einen (fast) vergessenen Visionär.





