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„Lasst die Löffler-Glocken erklingen!“

Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Tannheim feierte ihr 300-jähriges Weihe-Jubiläum

Die Pfarrkirche in Tannheim beeindruckt nicht nur durch ihre Größe als zweitgrößte Landeskirche in Nordtirol, sie besticht u. a. mit herausragenden Stuckaturen, Bildhauereiarbeiten, aufwändigen Altarbildern und ins Auge stechenden Deckenfresken.
21. Oktober 2025 | von Lisa Vaudreuil
Bischof Hermann Glettler zelebrierte den Festgottesdienst in der Tannheimer St. Nikolauskirche.
Bereits 1377 wurde eine Kirche erstmals erwähnt und zur eigenen Pfarre erhoben. Damals war die Kirche noch im gotischen Baustil erbaut, wovon heute noch ein Sakramentshäuschen, das eine moderne Kristall-Monstranz beherbergt, erhalten geblieben ist und eine bemerkenswerte Christusfigur.

„Erleuchtung“ bringt barocken Neubau. 1719 erreichte Andreas Brugger, der Pfarrer in Tannheim war, die Genehmigung zum Abriss des baufälligen Gebäudes, Andreas Hafenegger aus Haldensee legte als verantwortlicher Baumeister am 18. Juni 1722 den Grundstein für den Neubau der Kirche in barocker Ausführung. Bereits am 17. Oktober 1725 wurde die Kirche zum heiligen Nikolaus von Weihbischof Johann Jakob Mayr geweiht.

Blitzeinschlag beschleunigt Renovierungsarbeiten 1989. Von 1990 bis 1995 wurde die Kirche vollständig renoviert, der Verlauf dieser Arbeiten wird derzeit als interessante Bilderreihe von Edith Rosenthal in der „Oase“ einer Seitenkapelle der Kirche gezeigt, neben den Ausführungen zur Wiederherstellung einzigartiger Krippenfiguren und der Geschichte aller Priester, die in der Pfarrkirche tätig waren. Hier gilt ein großes Dankeschön an Barbara Langhans und Christian Rief für ihren unermüdlichen Einsatz.

Ein Hoch auf den Hochaltar. Der barocke Hochaltar aus Stuckmarmor stammt von Silvester Wöber aus Tannheim. Mit seinem mächtigen Doppelsäulenaufbau, seiner kulissenartigen Ausführung, dem über allem thronenden gelbfarbenen Ochsenauge und dem Hochaltarbild mit den Bistumsheiligen von Augsburg – dem heiligen Ulrich und der heiligen Afra, vom Künstler Franz-Alois Weiß – bringt er den Betrachter ins Staunen. Die beiden Seitenaltäre stammen ebenfalls von Silvester Wöber, dessen Antependien wurden von seinen Töchtern gestaltet, in nicht weniger beeindruckender Scagliolatechnik. Die Bilder zu den Seitenaltären wurden von Paul Zeiller gemalt, sie zeigen auf einer Seite die Kreuzigungsgruppe und widmen sich auf der anderen den Eltern Marias.

Fresko der Apokalpyse. Das Langhausfresko vom Jüngsten Gericht ist noch ganz dem Spätbarock verhaftet und wurde von Joseph Keller gemalt, so auch das Chorfresko, das die Apostelkommunion darstellt und die vierzehn Kreuzwegstationen sowie die fünfzehn Tafeln der Rosenkranzgeheimnisse. Prunkvoll beweist der Künstler bei all seinen Fresken eine meisterhafte Ausführung.

EIN Treuer Begleiter des Tannheimer Tals. Das vollständig erhaltene und funktionstüchtige Löffler-Geläute, bestehend aus vier Glocken, angefertigt in der Zeit von 1560–80 von der bekannten Glocken-Gießerei Löffler, ist der ganze Stolz der Pfarrkirche. Über vier Jahrhunderte läuten diese Glocken für die Menschen im Tal, ob aufgrund drohender Gefahren oder um besondere Anlässe einzuläuten, wie Krieg, Unwetter oder Feuer – oder freudig, um das Ende einer solchen zu besiegeln, oder um ersehnten Frieden einzuläuten. Auch schaurig zu Hochwasser, oder jubelnd, um ersehnten Frieden einzuläuten. Noch heute können sich die Talbewohner und Gäste  an ihrem wunderbaren Klang erfreuen. Weitere Infos zur Pfarrkirche St. Nikolaus findet man im Buch von Alfons  Kleiner: „Das Tannheimer Tal“.

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