Musik ist seine Passion
Die Pflichtvoraussetzungen sind längst schon erfüllt, die Kür vermittelt komplett neue Einblicke
15. Juli 2025 | von
Bruno Dengg
Organisationstalent, Konzentration und eine gewisse Ruhe sind wichtige Voraussetzungen für die Bewältigung der Schulleitung. RS-Foto: Dengg
Neben der fordernden Schulleitung noch ein viersemestriges Studium im Ausland bravourös zu absolvieren verdient mehr als Hochachtung. Tobias Lämmle gelang während der letzten zwei Jahre Außergewöhnliches: Er absolvierte das Master-Studium „Blasorchesterdirektion“ an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Basel. In einem persönlichen Gespräch erzählte mir Direktor Tobias Lämmle, wie diese Idee des Studiums geboren und mit viel zusätzlichem Aufwand umgesetzt und abgeschlossen wurde. „Ich wollte schon immer so etwas machen.“ Ein Kollege war in der Schweiz und erhielt die Information, dass der weltweit agierende Professor Sagstad, ein in Fachkreisen äußerst bekannter Dirigent, in Innsbruck einen Workshop veranstaltete. Ich zögerte keine Sekunde, meldete mich zu diesem an und war auf Anhieb vollkommen begeistert – nicht nur von der Veranstaltung, sondern besonders von Professor Sagstad als Mensch. Daraufhin inskribierte ich an der europaweit bekannten FHNW in Basel zum Studium, bestand die Aufnahmeprüfung und erhielt einen der sechs Studienplätze bei Professor Sagstad zugesprochen.
DER STUDENTENALLTAG. Dieser war einerseits neu, ungewohnt, fordernd und andererseits sehr spannend, trotz des enormen Aufwands. Zweimal im Monat für zwei bis drei Tage in die Nordwestschweiz zu reisen, um dort ein sehr gedrängtes Unterrichtsprogramm zu absolvieren, zeugt von großer Motivation und ebensolchem Durchhaltevermögen. Die internationale Kleingruppe von Professor Sagstad bestand aus sechs Studenten aus den USA, Norwegen, Ungarn und Österreich. Die Unterrichtssprache war Englisch. Während des Studiums, so erzählte mir Tobias Lämmle, stellte er sich hie und da schon die Frage „Warum nehme ich das alles auf mich?“ Die Antwort in solchen Momenten war für ihn immer wieder die gleiche – der ungebrochene Wille und das Bekenntnis zur Weiterbildung. Das brennende Feuer für eine Sache sowie das Interesse bewahren einen vor Müdigkeit, beugen einer Burnout-Situation vor und verhindern Routine und Abstumpfung.
DER STUDIENABSCHLUSS. Die FHNW hat einen sehr guten Ruf und deckt alles ab, was Musik betrifft. Dementsprechend hohe Anforderungen werden auch bei den abschließenden Prüfungen gestellt. Im letzten Semester sind Arrangements abzugeben, die Masterarbeit – Tobias Lämmle verfasste diese über das Thema „Verschiedene Ebenen des Kontakts zwischen Dirigent und Orchester“ – zu schreiben, eine Klavierprüfung – Partiturspiel – zu machen, eine Probe mit einem Orchester (Militärmusik Bern) zu absolvieren und ein Kolloquium betreffend Programmgestaltung zu „überstehen“. Eine sehr interessante Erfahrung war u. a. als „Student und Prüfling“ vor einer Kommission zu stehen und etwas „liefern“ zu müssen, zumal ich die letzten 19 Jahre vorwiegend auf der anderen Seite in Kommissionen tätig war. Deshalb kann ich jeder Lehrkraft und jeder Direktorin bzw. jedem Direktor nur empfehlen, die Seiten einmal zu tauschen. Die Rundschau gratuliert dem Neo-Master of Art (M. A.), der seine abgeschlossene und fundierte Ausbildung nicht nur für die Arbeit an der LMS, sondern auch für die zwei Klangkörper Plansee-Werksmusik und Musikkapelle Pflach, deren Dirigent er ist, bestens nutzen kann.
… UND DA IST JA AUCH NOCH DIE SCHULLEITUNG. In diesem Betätigungsfeld fällt wahrlich während des ganzen Jahres sehr viel Arbeit an, muss doch Tobias Lämmle auch Verwaltungstätigkeiten übernehmen, da nur eine halbe Sekretariatsstelle für 1.400 Schülerinnen und Schüler sowie für über 50 Musikpädagoginnen und -pädagogen zur Verfügung steht. Die Aufgaben der Schulleitung sind im operativen Geschäft vielfältig. So obliegen ihr die gesamte Organisation der Schulinterna: Raumplanerstellung, Lehrfächerverteilung, Hearings bei Neueinstellungen, Coaching des Lehrkörpers, die Öffentlichkeitsarbeit, das Erstellen des Jahresprogramms, das Konzert-/Eventmanagement über das ganze Jahr hinweg sowie die Organisation und Durchführung großer Veranstaltungen. Daneben kümmert sich der Schulleiter noch um die 300 Leihinstrumente für Kinder, hat Suppliertätigkeit zu bewältigen, ist Kontaktperson und Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Zudem trägt er die gesamte Verantwortung für die pädagogische Linie, ist Vorsitzender bei den vielen Prüfungen und hat die schwierige Aufgabe, das Budget zu erstellen. Tobias Lämmle ist auch noch für die Außenstellen der LMS – Lechtal, Tannheinmer Tal und Zwischentoren – in gleichem Maße zuständig.
ERFREULICHES UMFELD DER LMS. Direktor Tobias Lämmle ist hocherfreut über das große und schöne Schulgebäude, das bestens ausgestattet und von der Stadtgemeinde Reutte erhalten wird. Das ist nicht selbstverständlich, dafür gebührt dieser auch im Namen aller Schülerinnen und Schüler größter Dank. Mit diesem Haus ist auch mein hervorragendes Lehrerteam mit Sekretariat verbunden, das unermüdlich und auf hohem Niveau „die Liebe zur Musik“ weitergibt. Dank unseres verlässlichen Arbeitgebers – Land Tirol – und dessen großartiger Unterstützung (Übernahme von 55 % der Personalkosten) sowie der bemerkenswerten Förderungen durch die Mitgliedsgemeinden finden wir hervorragende Bedingungen vor, die wir sehr zu schätzen wissen. Ein Wermutstropfen besteht jedoch darin, dass es Tobias Lämmle ein Anliegen ist, jeder und jedem den Zugang zu seiner Schule zu ermöglichen, was allerdings derzeit nicht machbar ist, denn die LMS ist durch die fixierte Stundenanzahl an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.
Die RUNDSCHAU wünscht Direktor Tobias Lämmle weiterhin viel Freude in seinem musikalischen Wirken.
DER STUDENTENALLTAG. Dieser war einerseits neu, ungewohnt, fordernd und andererseits sehr spannend, trotz des enormen Aufwands. Zweimal im Monat für zwei bis drei Tage in die Nordwestschweiz zu reisen, um dort ein sehr gedrängtes Unterrichtsprogramm zu absolvieren, zeugt von großer Motivation und ebensolchem Durchhaltevermögen. Die internationale Kleingruppe von Professor Sagstad bestand aus sechs Studenten aus den USA, Norwegen, Ungarn und Österreich. Die Unterrichtssprache war Englisch. Während des Studiums, so erzählte mir Tobias Lämmle, stellte er sich hie und da schon die Frage „Warum nehme ich das alles auf mich?“ Die Antwort in solchen Momenten war für ihn immer wieder die gleiche – der ungebrochene Wille und das Bekenntnis zur Weiterbildung. Das brennende Feuer für eine Sache sowie das Interesse bewahren einen vor Müdigkeit, beugen einer Burnout-Situation vor und verhindern Routine und Abstumpfung.
DER STUDIENABSCHLUSS. Die FHNW hat einen sehr guten Ruf und deckt alles ab, was Musik betrifft. Dementsprechend hohe Anforderungen werden auch bei den abschließenden Prüfungen gestellt. Im letzten Semester sind Arrangements abzugeben, die Masterarbeit – Tobias Lämmle verfasste diese über das Thema „Verschiedene Ebenen des Kontakts zwischen Dirigent und Orchester“ – zu schreiben, eine Klavierprüfung – Partiturspiel – zu machen, eine Probe mit einem Orchester (Militärmusik Bern) zu absolvieren und ein Kolloquium betreffend Programmgestaltung zu „überstehen“. Eine sehr interessante Erfahrung war u. a. als „Student und Prüfling“ vor einer Kommission zu stehen und etwas „liefern“ zu müssen, zumal ich die letzten 19 Jahre vorwiegend auf der anderen Seite in Kommissionen tätig war. Deshalb kann ich jeder Lehrkraft und jeder Direktorin bzw. jedem Direktor nur empfehlen, die Seiten einmal zu tauschen. Die Rundschau gratuliert dem Neo-Master of Art (M. A.), der seine abgeschlossene und fundierte Ausbildung nicht nur für die Arbeit an der LMS, sondern auch für die zwei Klangkörper Plansee-Werksmusik und Musikkapelle Pflach, deren Dirigent er ist, bestens nutzen kann.
… UND DA IST JA AUCH NOCH DIE SCHULLEITUNG. In diesem Betätigungsfeld fällt wahrlich während des ganzen Jahres sehr viel Arbeit an, muss doch Tobias Lämmle auch Verwaltungstätigkeiten übernehmen, da nur eine halbe Sekretariatsstelle für 1.400 Schülerinnen und Schüler sowie für über 50 Musikpädagoginnen und -pädagogen zur Verfügung steht. Die Aufgaben der Schulleitung sind im operativen Geschäft vielfältig. So obliegen ihr die gesamte Organisation der Schulinterna: Raumplanerstellung, Lehrfächerverteilung, Hearings bei Neueinstellungen, Coaching des Lehrkörpers, die Öffentlichkeitsarbeit, das Erstellen des Jahresprogramms, das Konzert-/Eventmanagement über das ganze Jahr hinweg sowie die Organisation und Durchführung großer Veranstaltungen. Daneben kümmert sich der Schulleiter noch um die 300 Leihinstrumente für Kinder, hat Suppliertätigkeit zu bewältigen, ist Kontaktperson und Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Zudem trägt er die gesamte Verantwortung für die pädagogische Linie, ist Vorsitzender bei den vielen Prüfungen und hat die schwierige Aufgabe, das Budget zu erstellen. Tobias Lämmle ist auch noch für die Außenstellen der LMS – Lechtal, Tannheinmer Tal und Zwischentoren – in gleichem Maße zuständig.
ERFREULICHES UMFELD DER LMS. Direktor Tobias Lämmle ist hocherfreut über das große und schöne Schulgebäude, das bestens ausgestattet und von der Stadtgemeinde Reutte erhalten wird. Das ist nicht selbstverständlich, dafür gebührt dieser auch im Namen aller Schülerinnen und Schüler größter Dank. Mit diesem Haus ist auch mein hervorragendes Lehrerteam mit Sekretariat verbunden, das unermüdlich und auf hohem Niveau „die Liebe zur Musik“ weitergibt. Dank unseres verlässlichen Arbeitgebers – Land Tirol – und dessen großartiger Unterstützung (Übernahme von 55 % der Personalkosten) sowie der bemerkenswerten Förderungen durch die Mitgliedsgemeinden finden wir hervorragende Bedingungen vor, die wir sehr zu schätzen wissen. Ein Wermutstropfen besteht jedoch darin, dass es Tobias Lämmle ein Anliegen ist, jeder und jedem den Zugang zu seiner Schule zu ermöglichen, was allerdings derzeit nicht machbar ist, denn die LMS ist durch die fixierte Stundenanzahl an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.
Die RUNDSCHAU wünscht Direktor Tobias Lämmle weiterhin viel Freude in seinem musikalischen Wirken.