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100 Jahre Willi Sorg

Fit im Kopf, stark im Ehrenamt, online in der Welt

Das Erreichen des 100. Lebensjahres ist eine unglaubliche Leistung, besonders wenn man bedenkt, dass Willi Sorg nicht nur die Zeit miterlebt, sondern diese auch aktiv mitgestaltet hat. Wer sagt, dass man nach einem Jahrhundert endgültig zur Ruhe gekommen ist, kennt Willi nicht.
5. Mai 2026 | von Bruno Dengg
100 Jahre Willi Sorg<br />
Auch mit 100 Jahren sitzt Willi Sorg täglich an seinem Laptop und ist unter anderem auf Social Media aktiv. Foto: Dengg
100 Jahre – das ist kein gewöhnliches Jubiläum, das ist die Ziellinie eines Jahrhundert-Marathons, den Jubilar Willi Sorg in absoluter Bestzeit und mit bewundernswerter Haltung absolvierte. Er hat in seinem ereignisreichen Leben Schmerz und Freude, Krieg und Frieden sowie Höhen und Tiefen erlebt. Während andere die Geschichte nur lesen, hat er sie als Funktionär und Gestalter in den Bereichen Wirtschaft, Sport und Redaktionstätigkeit aktiv geschrieben. Dass Willi heute mit seiner Fitness und einem dankbaren Lächeln vor uns steht, beweist: Es sind nicht die Jahre in unserem Leben, die zählen, sondern das Leben und der Sportgeist in unseren Jahren.

AM 18. APRIL 1926… wurde Willi Sorg in Innsbruck geboren, wo er auch die Volksschule und die Unterstufe des Gymnasiums besuchte. Stabile Familienverhältnisse garantierten ihm eine angenehme Kindheit. Seine Mutter war für ihn stets eine besondere Bezugsperson, wie das abgebildete Muttertagsgedicht, das er mit acht Jahren verfasste, zeigt: „Liebe Mutter! Heute wird in der ganzen Welt der Muttertag gefeiert. Ich danke dir für die Mühe und Plage. Ich kann dir nicht viel schenken, aber ich will recht brav sein, damit du mehr Freude hast. Dein Sohn Willi.“

DER REDAKTEUR WILLI SORG. Im Jahre 1987 übernahm Tochter Jutta die elterliche Drogerie in Reutte, und Willi Sorg stieg im Alter von 61 Jahren als Redakteur im Sportbereich bei den Außerferner Nachrichten ein. Sie waren im Besitz von Max Sprenger, bis dieser die tirolweit bekannte Außerferner Lokalzeitung an die TT verkaufte. Doch schon ab November 2008 erschien die Zeitung unter dem Namen Rundschau in neuem Gewand. Willi Sorg widmete sich dabei in erster Linie dem Tennissport und sogenannten Nischensportarten. Sporadisch berichtete er auch über Wirtschaft und Kunst. Ehrliche und seriöse Berichterstattung war ihm ein besonderes Anliegen, was ihn auf fast allen Tenniscourts und Fußballplätzen des Bezirks zu einem gern gesehenen „Gast“ machte. Dies bedeutete jedoch, dass er fast jedes Wochenende beruflich unterwegs sein musste. Schmunzelnd erzählte er mir von seiner Goldenen Hochzeit, als seine Frau zu den Gratulanten sagte: „Ich bin nicht 50 Jahre verheiratet, sondern nur 25, da mein Mann nur die halbe Zeit zu Hause ist.“ Heute kaum vorstellbar, jedoch wahr ist, dass Redakteur Sorg seine Schwarz-Weiß-Fotos selbst entwickelte und dann in die Druckerei am Zeillerplatz in Reutte brachte.

DAS GRÜNDERGENIE SORG. Willi, ein sehr umtriebiger und innovativer junger Mann, war 1959/60 Mitbegründer des Tennisclubs Reutte. Außerdem zeichnete er maßgeblich für die Sportlerwahl der Außerferner Nachrichten verantwortlich, deren heutiges Pendant die bekannte Veranstaltung Sport & Show ist. Im Bereich Tennis gründete er den Verein ATEF zur Förderung der Tennisjugend. Weiters repräsentierte er den Tennissport als dessen Bezirksvertreter über 21 Jahre im TTV.

GROSSER BAHNHOF FÜR WILLI. Feiern kann schön, aber auch ganz schön anstrengend sein. Willi Sorg beging seinen 100. Geburtstag in Raten mit seinen Familien aus Lechaschau, Südtirol sowie München. Eine besondere Überraschung, so berichtete er, war die große Feier, die das Seniorenzentrum „Zum Guten Hirten“ in Reutte zu seinen Ehren organisiert und dazu alle Bewohnerinnen und Bewohner eingeladen hatte. Als Gratulanten des öffentlichen Lebens kamen Bgm. Günter Salchner sowie die Obleute bzw. Abordnungen des SVR, des Tennisclubs, der Wirtschaftskammer und der Kaufmannschaft.

TIPPS FÜR DIE JUGEND. Auf die immer wiederkehrende Frage „Wie wird man so alt?“ hatte der Jubilar folgende Erklärung: „Nicht zu brav sein und die Ausrutscher knapp halten.“ Natürlich spielen auch die Gene eine besondere Rolle. Seine Frau meinte dazu: „Das mag schon richtig sein, aber dem Willi fehlt ein Gen, nämlich das Heimgehen“, und spielte dabei auf seine häufige Abwesenheit an. Der Jubilar ist jedoch felsenfest überzeugt, dass Arbeit geistig und körperlich fit hält. Weiters sei die Teilnahme am gesellschaftlichen Geschehen und die Beschäftigung mit neuen Medien von großer Bedeutung. Ihm mache die Arbeit mit und am Computer Freude, er ist auf Social Media aktiv und sehr IT-affin. Auch die RUNDSCHAU gratuliert Willi Sorg herzlichst zu seinem 100. Geburtstag und wünscht weiterhin viel Gesundheit und Freude.

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