70 Jahre Pioniergeist
Berwang feiert Jubiläum & Eröffnung der neuen Karbahn II
16. März 2026 | von
Juliane Wimmer
Ein strahlend blauer Himmel bildete am Freitag, dem 13. März 2026, die perfekte Kulisse für einen historischen Moment im Berwangertal. Pünktlich um 14 Uhr versammelten sich Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und der Region an der Talstation der Oberen Karbahn, um nicht nur ein technisches Meisterwerk einzuweihen, sondern auch sieben Jahrzehnte Bergbahngeschichte zu würdigen. Unter den Klängen der Musikkapelle und flankiert von der Schützenkompanie Berwang wurde deutlich: Hier wird nicht nur Infrastruktur gefeiert, sondern die Identität eines ganzen Ortes.
VON DER ERSTEN BETRIEBSERLAUBNIS ZUR MODERNEN SKIARENA. Die Geschichte der Berwanger Bergbahnen ist untrennbar mit dem Namen Singer und dem Engagement der Gemeinde verbunden. In seiner emotionalen Begrüßung blickte Geschäftsführer Florian Singer auf die Anfänge zurück. Sein Großvater, Kommerzialrat Hans Singer, legte gemeinsam mit der Gemeinde im Jahr 1955 den Grundstein für die damalige Hochalmlift GmbH. Dass der Weg steinig war, zeigt ein Blick in die Chronik: Am 13. März 1956 – exakt 70 Jahre vor der heutigen Feier – erhielt die Gesellschaft die vorläufige Betriebserlaubnis für den Sonnenlift. Damals wie heute zählen Familie Singer und die Gemeinde zu den größten Teilhabern. Über die Jahrzehnte wuchs das Skigebiet, doch die Zersplitterung in bis zu acht verschiedene Liftgesellschaften im Jahr 1978 erwies sich zunehmend als Hemmschuh für die notwendige Modernisierung. „Wir standen uns selbst im Weg“, erinnerte sich Bürgermeister Dietmar Berktold an die Zeiten der Rivalitäten. Erst der mutige Schritt zur Fusion ebnete den Weg für die heutige Einheitsgesellschaft. Mit der Integration des Thaneller-Gebiets und zuletzt der Panoramabahn Rastkopf im Jahr 2020 sind nun alle 12 Liftanlagen „unter einem Dach“.
INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT UND TECHNISCHE SUPERLATIVE. Die Eröffnung der Oberen Karbahn II markiert den Abschluss eines sechsjährigen Modernisierungsprozesses im Bereich Thaneller. Geschäftsführer Gernot Falger skizzierte die technischen Herausforderungen: Drei Jahre dauerten allein die (Naturschutz-) Bewilligungen, komplexe Lawinensimulationen mussten erstellt und die perfekte Position für die Bergstation gefunden werden. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Karbahn I und II erstrecken sich über eine Länge von 1.379 Metern und überwinden 380 Höhenmeter. Mit 54 Zehnergondeln und einer Kapazität von 2.400 Personen pro Stunde setzt die Anlage neue Maßstäbe für Komfort und Effizienz. Die Investitionssumme für die zweite Sektion belief sich auf rund zehn Millionen Euro – eine Summe, die ohne die Bündelung der Kräfte und die Unterstützung des Landes Tirol nicht denkbar gewesen wäre.
LOKALPATRIOTISMUS, WETTBEWERB UND „DAS HERZ AM RECHTEN FLECK“. Besonderes Augenmerk lag auf den Reden der Ehrengäste, die auch vor kritischen Tönen nicht zurückschreckten. Bürgermeister Dietmar Berktold betonte stolz, dass man diese Fortschritte aus eigener Kraft und ohne externe Investoren erreicht habe. Gleichzeitig sparte er nicht mit deutlichen Worten in Richtung der Nachbargemeinden und kritisierte eine „Lermoos-lastige“ Führung des Tourismusverbandes. TVB-Obmann Theo Zoller konterte diplomatisch, mahnte aber an, dass er sich das Logo der Tiroler Zugspitz Arena (TZA) künftig auch auf den neuen Gondeln wünschen würde. Landeshauptmann Anton Mattle, der die feierliche Eröffnung vornahm, griff diese Spannungen mit einem Schmunzeln auf. Er bezeichnete den Schlagabtausch als „gelebten Lokalpatriotismus“ und betonte: „Wettbewerb tut dem Land durchaus gut.“ Mattle hob hervor, dass gerade mittlere Skigebiete wie Berwang essenziell für die touristische Entwicklung seien, da hier die Gastfreundschaft noch spürbar sei und man „das Herz am rechten Fleck“ habe. Nach der feierlichen Segnung durch Pfarrer Thomasz Kukulka und den traditionellen Banddurchschnitt durch den Landeshauptmann traten die Gäste die gemeinsame Bergfahrt an. Berwang hat bewiesen, dass es seinen einzigartigen Charakter als Ort, an dem sich Gast und Einheimische noch kennen, bewahrt hat – und gleichzeitig bereit ist für die nächsten 70 Jahre Erfolgsgeschichte.
VON DER ERSTEN BETRIEBSERLAUBNIS ZUR MODERNEN SKIARENA. Die Geschichte der Berwanger Bergbahnen ist untrennbar mit dem Namen Singer und dem Engagement der Gemeinde verbunden. In seiner emotionalen Begrüßung blickte Geschäftsführer Florian Singer auf die Anfänge zurück. Sein Großvater, Kommerzialrat Hans Singer, legte gemeinsam mit der Gemeinde im Jahr 1955 den Grundstein für die damalige Hochalmlift GmbH. Dass der Weg steinig war, zeigt ein Blick in die Chronik: Am 13. März 1956 – exakt 70 Jahre vor der heutigen Feier – erhielt die Gesellschaft die vorläufige Betriebserlaubnis für den Sonnenlift. Damals wie heute zählen Familie Singer und die Gemeinde zu den größten Teilhabern. Über die Jahrzehnte wuchs das Skigebiet, doch die Zersplitterung in bis zu acht verschiedene Liftgesellschaften im Jahr 1978 erwies sich zunehmend als Hemmschuh für die notwendige Modernisierung. „Wir standen uns selbst im Weg“, erinnerte sich Bürgermeister Dietmar Berktold an die Zeiten der Rivalitäten. Erst der mutige Schritt zur Fusion ebnete den Weg für die heutige Einheitsgesellschaft. Mit der Integration des Thaneller-Gebiets und zuletzt der Panoramabahn Rastkopf im Jahr 2020 sind nun alle 12 Liftanlagen „unter einem Dach“.
INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT UND TECHNISCHE SUPERLATIVE. Die Eröffnung der Oberen Karbahn II markiert den Abschluss eines sechsjährigen Modernisierungsprozesses im Bereich Thaneller. Geschäftsführer Gernot Falger skizzierte die technischen Herausforderungen: Drei Jahre dauerten allein die (Naturschutz-) Bewilligungen, komplexe Lawinensimulationen mussten erstellt und die perfekte Position für die Bergstation gefunden werden. Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Karbahn I und II erstrecken sich über eine Länge von 1.379 Metern und überwinden 380 Höhenmeter. Mit 54 Zehnergondeln und einer Kapazität von 2.400 Personen pro Stunde setzt die Anlage neue Maßstäbe für Komfort und Effizienz. Die Investitionssumme für die zweite Sektion belief sich auf rund zehn Millionen Euro – eine Summe, die ohne die Bündelung der Kräfte und die Unterstützung des Landes Tirol nicht denkbar gewesen wäre.
LOKALPATRIOTISMUS, WETTBEWERB UND „DAS HERZ AM RECHTEN FLECK“. Besonderes Augenmerk lag auf den Reden der Ehrengäste, die auch vor kritischen Tönen nicht zurückschreckten. Bürgermeister Dietmar Berktold betonte stolz, dass man diese Fortschritte aus eigener Kraft und ohne externe Investoren erreicht habe. Gleichzeitig sparte er nicht mit deutlichen Worten in Richtung der Nachbargemeinden und kritisierte eine „Lermoos-lastige“ Führung des Tourismusverbandes. TVB-Obmann Theo Zoller konterte diplomatisch, mahnte aber an, dass er sich das Logo der Tiroler Zugspitz Arena (TZA) künftig auch auf den neuen Gondeln wünschen würde. Landeshauptmann Anton Mattle, der die feierliche Eröffnung vornahm, griff diese Spannungen mit einem Schmunzeln auf. Er bezeichnete den Schlagabtausch als „gelebten Lokalpatriotismus“ und betonte: „Wettbewerb tut dem Land durchaus gut.“ Mattle hob hervor, dass gerade mittlere Skigebiete wie Berwang essenziell für die touristische Entwicklung seien, da hier die Gastfreundschaft noch spürbar sei und man „das Herz am rechten Fleck“ habe. Nach der feierlichen Segnung durch Pfarrer Thomasz Kukulka und den traditionellen Banddurchschnitt durch den Landeshauptmann traten die Gäste die gemeinsame Bergfahrt an. Berwang hat bewiesen, dass es seinen einzigartigen Charakter als Ort, an dem sich Gast und Einheimische noch kennen, bewahrt hat – und gleichzeitig bereit ist für die nächsten 70 Jahre Erfolgsgeschichte.









