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Arbeitslosigkeit um 16,4 Prozent gestiegen

Jugendarbeitslosigkeit nahm im Außerfern deutlich zu, Stellenangebot wächst

Die Arbeitslosigkeit im Außerfern ist im September deutlich gestiegen. Mit Stichtag 30. September waren beim AMS Reutte 397 Personen arbeitslos gemeldet, um 56 beziehungsweise 16,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig ist der starke Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit, während die Zahl der offenen Stellen zunahm.

13. Oktober 2026
Arbeitslosigkeit um 16,4 Prozent gestiegen<br />
Mit Stichtag 30. September waren 397 Personen im Außerfern arbeitslos gemeldet, was einen Anstieg von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Grafik: AMS
Trotz dieser Entwicklung zeigt sich der Außerferner Arbeitsmarkt insgesamt robust. Mit einer geschätzten Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent liegt der Bezirk weiterhin deutlich unter dem Tiroler Durchschnitt von 4,1 Prozent.

JUGENDLICHE STÄRKER BETROFFEN. Besonders deutlich fällt der Anstieg bei den unter 25-Jährigen aus. Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 84,6 Prozent beziehungsweise 33 Personen auf insgesamt 72. Vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen mit neun zusätzlichen Arbeitslosen sowie in der Beherbergung und Gastronomie mit sechs zusätzlichen Betroffenen zeigt sich diese Entwicklung. Bei den über 50-Jährigen ist hingegen ein Rückgang um 21,4 Prozent beziehungsweise 27 Personen zu verzeichnen. Besonders bei den Frauen fiel der Rückgang mit 39 Prozent deutlich aus.

SAISONALE EINFLÜSSE. Die Arbeitslosigkeit stieg sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Insgesamt waren 191 Frauen und 206 Männer ohne Beschäftigung. Besonders betroffen waren die Beherbergung und Gastronomie mit 23 zusätzlichen Arbeitslosen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen mit einem Plus von neun Personen. Sieben von zehn Arbeitslosen sind seit weniger als drei Monaten vorgemerkt. Zudem verfügen 14,9 Prozent bereits über eine Einstellzusage.

LANGZEITARBEITSLOSIGKEIT NIMMT ZU. Eine weitere Herausforderung bleibt die Langzeitbeschäftigungslosigkeit. Mit 45 Betroffenen liegt ihre Zahl um 15,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Knapp die Hälfte dieser Personen hat gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Das AMS setzt hier auf gezielte Eingliederungsbeihilfen und passende Qualifizierungsangebote.

POSITIVE SIGNALE. Erfreulich entwickelt sich die Nachfrage nach Arbeitskräften. Ende September waren beim AMS Reutte 292 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, zwölf mehr als im Vorjahr. Besonders im Handel stieg das Stellenangebot deutlich. Auch am Lehrstellenmarkt bestehen weiterhin gute Chancen: 79 sofort verfügbaren offenen Lehrstellen stehen lediglich 17 Lehrstellensuchende gegenüber. AMS-Leiterin Karin Lutz fasst die Situation zusammen: „Mehr offene Stellen und eine saisonal bedingte Zunahme der Arbeitslosigkeit prägen die aktuelle Entwicklung. Besonders auffällig ist der deutliche Anstieg bei den arbeitslosen Jugendlichen. Dennoch bleibt der Arbeitsmarkt im Außerfern insgesamt stabil.“

HINWEIS DER REDAKTION. Prozentzahlen können gerade in einem Bezirk mit vergleichsweise geringer Einwohnerzahl wie dem Außerfern ein verzerrtes Bild vermitteln. So klingt der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 84,6 Prozent dramatisch. In absoluten Zahlen bedeutet das jedoch einen Zuwachs um 33 auf insgesamt 72 Betroffene. Bei kleinen Ausgangszahlen führen bereits wenige zusätzliche Arbeitslose zu hohen prozentuellen Veränderungen. Deshalb sollten Prozentangaben immer gemeinsam mit den tatsächlichen Zahlen betrachtet werden.

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