Die Stadt als Ökosystem
Architektur im Einklang mit der Natur
Nachhaltig investieren, natürlich profitieren. Die Kombination aus nachhaltiger Bauweise und natürlicher Begrünung schafft ein angenehmes Arbeitsumfeld, wertet die Immobilie auf und verbindet Wirtschaftlichkeit mit ökologischer Verantwortung. Holzbau Saurer lud das Team des GrünStadtSymposiums zu einem interessanten Vortragsabend in die Wirtschaftskammer Reutte ein. Viele Interessierte folgten dieser Einladung.
2. November 2026
Das Team des Vereins GrünStadtSymposium Conrad Amber, Markus Luschin und Richard Gutensohn mit Wolfgang Saurer (Holzbau Saurer) und Bmg. Wolfgang Winkler (Moderator) (v. l.). Foto: Dengg
Unsere Städte wachsen, Betonflächen breiten sich aus und die Sommer werden von Jahr zu Jahr heißer. Wo einst Grünflächen, Bäume und natürliche Lebensräume das Stadtbild prägten, dominieren heute versiegelte Böden, graue Fassaden und aufgeheizte Dächer. Die Folgen sind längst spürbar: steigende Temperaturen, belastete Stadträume und ein Mikroklima, das Mensch und Umwelt vor große Herausforderungen stellt. Stadtentwicklung darf künftig nicht mehr auf Kosten der Natur umgesetzt werden. Sie sollte Städte langfristig lebenswert gestalten und Umwelt neu denken. Dächer und Fassaden bieten landauf, landab noch viel ungenutztes Potenzial. Begrünt verwandeln sie graue Gebäude in lebendige Flächen, reduzieren die Aufheizung, zeichnen sich auf natürliche Weise für Kühlung verantwortlich, schaffen neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere und bringen ein Stück Natur in unseren Alltag zurück.
GRÜNSTADTSYMPOSIUM. Dies ist ein Verein, dessen Team sich aktiv für die Transformation unserer Städte und Gemeinden zu lebendigen, grünen Ökosystemen einsetzt. Sein Angebot besteht in der Aufklärung und Sensibilisierung für Renaturierung und Begrünung mit unterschiedlichen Lösungen, in der Bewusstseinsbildung durch das Abhalten von Workshops sowie in der Beratung bei jeglichen Belangen. Das Expertenteam hilft Kommunen, Unternehmen sowie Privatpersonen, die vielfältigen Vorteile urbaner und ruraler Begrünung optimal umzusetzen.
HOCHINTERESSANTER ABEND. Im ersten Teil der Veranstaltung referierte Richard Gutensohn darüber, wie wichtig es sei, grüne Flächen in urbane Gebiete zu bringen. Die gesetzten Ziele des Klimaabkommens würden in Österreich nicht erreicht und das künftige Szenario sehe auch nicht rosig aus. Eine urbane Begrünung kann seiner Meinung nach die Klimaveränderung nicht aufhalten, sehr wohl aber deren Auswirkungen massiv reduzieren. Im Detail erklärte Gutensohn anhand von praktisch umgesetzten Beispielen die Funktion, den Aufbau sowie den Erfolg der Dach- und Fassadenbegrünung, der Bodenentsiegelung und der Baumpflanzung. Bei Letzterer hob er besonders das bewährte Stockholmer Prinzip (wichtig sind durchwurzelbares Volumen und das Substrat) hervor.
Markus Luschin referierte anschließend zum Themenbereich, wie Synergien zwischen technologischen Anforderungen und nachhaltigen Konzepten in Verbindung mit dem Wandel der Gesellschaft zu verstehen wären. Er präsentierte dem Publikum Grünprojekte aus Europa, die ihm auf seiner Radtour von Hamburg nach Mailand ins Auge gestochen sind. Er stellte die vier klimaresilienten Stadtbausteine Retentionsdach, Solargründach, Kletterfassade sowie den vertikalen Wald im Detail anhand der besuchten Bauwerke in Hamburg, Innsbruck, Brixen und Mailand vor. Gebäudebegrünungen mit System bringen Klima- und Gebäudeschutz, Regenwasser und Lebensqualität als dauerhafte Rendite. Besonders gefalle ihm das von Holzbau Saurer geschaffene lebendige Zukunftsmodell der Tiroler Versicherung in Innsbruck.
Conrad Amber, der Letzte im Bunde, Unternehmer, Fotograf, Forscher und Autor über Bäume und Wälder, behandelte in seinem Vortrag den Umgang unserer Gesellschaft mit Natur und Begrünungsthemen. Seiner Meinung nach seien wir alle – Mensch und Natur – Teil des Ökosystems, das auch kollabieren könne. Anschaulich erklärte er, dass der menschliche Wunsch nach Ordnung und Sauberkeit teilweise der selbstständigen Entwicklung der Natur widerspreche. So beträgt beispielsweise die Lebensdauer einer geschnittenen Platane ca. 70 Jahre, die einer ungeschnittenen fast 700 Jahre. Amber begleitete in Österreich und in der Schweiz namhafte und mit Preisen ausgezeichnete Projekte und ist der Meinung, dass es höchste Zeit sei, der Natur durch Entsiegelung einiges zurückzugeben.
FACHSIMPELN UND AUSTAUSCH. Die Experten standen am Ende der Veranstaltung den Anwesenden zu ihren Fragen und Diskussionsbeiträgen Rede und Antwort, wobei der thematische Fokus auf der Stadtgemeinde Reutte sowie dem gesamten Bezirk lag. Bei Getränken und Snacks, zur Verfügung gestellt von Holzbau Saurer, konnten abschließend Ideen ausgetauscht und Networking betrieben werden. Resümierend kann gesagt werden, dass heutzutage die entscheidende Frage nicht mehr lautet, ob wir unsere Städte begrünen sollen, sondern wann und wie wir dies konsequent umsetzen können. Die Stadt der Zukunft entsteht nicht allein durch neue Gebäude, sondern durch ein anderes Verständnis von Architektur – und zwar als Verbindung von Mensch, Natur und Verantwortung.
GRÜNSTADTSYMPOSIUM. Dies ist ein Verein, dessen Team sich aktiv für die Transformation unserer Städte und Gemeinden zu lebendigen, grünen Ökosystemen einsetzt. Sein Angebot besteht in der Aufklärung und Sensibilisierung für Renaturierung und Begrünung mit unterschiedlichen Lösungen, in der Bewusstseinsbildung durch das Abhalten von Workshops sowie in der Beratung bei jeglichen Belangen. Das Expertenteam hilft Kommunen, Unternehmen sowie Privatpersonen, die vielfältigen Vorteile urbaner und ruraler Begrünung optimal umzusetzen.
HOCHINTERESSANTER ABEND. Im ersten Teil der Veranstaltung referierte Richard Gutensohn darüber, wie wichtig es sei, grüne Flächen in urbane Gebiete zu bringen. Die gesetzten Ziele des Klimaabkommens würden in Österreich nicht erreicht und das künftige Szenario sehe auch nicht rosig aus. Eine urbane Begrünung kann seiner Meinung nach die Klimaveränderung nicht aufhalten, sehr wohl aber deren Auswirkungen massiv reduzieren. Im Detail erklärte Gutensohn anhand von praktisch umgesetzten Beispielen die Funktion, den Aufbau sowie den Erfolg der Dach- und Fassadenbegrünung, der Bodenentsiegelung und der Baumpflanzung. Bei Letzterer hob er besonders das bewährte Stockholmer Prinzip (wichtig sind durchwurzelbares Volumen und das Substrat) hervor.
Markus Luschin referierte anschließend zum Themenbereich, wie Synergien zwischen technologischen Anforderungen und nachhaltigen Konzepten in Verbindung mit dem Wandel der Gesellschaft zu verstehen wären. Er präsentierte dem Publikum Grünprojekte aus Europa, die ihm auf seiner Radtour von Hamburg nach Mailand ins Auge gestochen sind. Er stellte die vier klimaresilienten Stadtbausteine Retentionsdach, Solargründach, Kletterfassade sowie den vertikalen Wald im Detail anhand der besuchten Bauwerke in Hamburg, Innsbruck, Brixen und Mailand vor. Gebäudebegrünungen mit System bringen Klima- und Gebäudeschutz, Regenwasser und Lebensqualität als dauerhafte Rendite. Besonders gefalle ihm das von Holzbau Saurer geschaffene lebendige Zukunftsmodell der Tiroler Versicherung in Innsbruck.
Conrad Amber, der Letzte im Bunde, Unternehmer, Fotograf, Forscher und Autor über Bäume und Wälder, behandelte in seinem Vortrag den Umgang unserer Gesellschaft mit Natur und Begrünungsthemen. Seiner Meinung nach seien wir alle – Mensch und Natur – Teil des Ökosystems, das auch kollabieren könne. Anschaulich erklärte er, dass der menschliche Wunsch nach Ordnung und Sauberkeit teilweise der selbstständigen Entwicklung der Natur widerspreche. So beträgt beispielsweise die Lebensdauer einer geschnittenen Platane ca. 70 Jahre, die einer ungeschnittenen fast 700 Jahre. Amber begleitete in Österreich und in der Schweiz namhafte und mit Preisen ausgezeichnete Projekte und ist der Meinung, dass es höchste Zeit sei, der Natur durch Entsiegelung einiges zurückzugeben.
FACHSIMPELN UND AUSTAUSCH. Die Experten standen am Ende der Veranstaltung den Anwesenden zu ihren Fragen und Diskussionsbeiträgen Rede und Antwort, wobei der thematische Fokus auf der Stadtgemeinde Reutte sowie dem gesamten Bezirk lag. Bei Getränken und Snacks, zur Verfügung gestellt von Holzbau Saurer, konnten abschließend Ideen ausgetauscht und Networking betrieben werden. Resümierend kann gesagt werden, dass heutzutage die entscheidende Frage nicht mehr lautet, ob wir unsere Städte begrünen sollen, sondern wann und wie wir dies konsequent umsetzen können. Die Stadt der Zukunft entsteht nicht allein durch neue Gebäude, sondern durch ein anderes Verständnis von Architektur – und zwar als Verbindung von Mensch, Natur und Verantwortung.
Johannes Pirchner





