Die temporäre FuZo im Überblick
Reuttes Kommunalpolitik zieht Billanz
Im Sommer 2026 wurde der Reuttener Untermarkt an Wochenenden und Feiertagen versuchsweise zur Fußgängerzone. Nach der Testphase hatten die Bürger beim Anrainerdialog und über Facebook die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Nun zogen Bürgermeister Günter Salchner, die Gemeinderätinnen Margit Dablander (Grüne) und Daniela Weirather (FPÖ) sowie der Ersatzgemeinderat und Obmann des Ausschusses für Standortentwicklung André Schütter (Team Zukunft) Bilanz.
2. November 2026
Die temporäre Fußgängerzone in der Reuttener Begegnungszone beschäftigt Reuttes Gemeinderatsfraktionen. Ein Thema war auch der 24 Stunden Shop. Foto
Die Rückmeldungen reichen von positiven Erfahrungen bis zu deutlicher Kritik. Die RUNDSCHAU hat die wesentlichen Beiträge und Stellungnahmen zusammengefasst.
BILANZ DES SOMMERS. Wie haben die vier politischen Vertreter die Fußgängerzone erlebt? Bürgermeister Günter Salchner zieht eine gemischte Bilanz. Schönes Wetter, die geöffnete Eisdiele und die Gastronomie sorgten für erfreuliche Momente. Negativ fielen ihm die zahlreichen unerlaubten Zufahrten auf. Als persönlichen Misserfolg sieht er das Projekt nicht. Gemeinderätin Margit Dablander bezeichnet die Umsetzung als „lauwarme Geschichte“. Die Fußgängerzone sei grundsätzlich beliebt gewesen, allerdings hätten zu viele Autofahrer die Sperre missachtet. Dahinter vermutet sie eher Unwissenheit als Böswilligkeit. Auch die Beschilderung sei teilweise schwer erkennbar gewesen. André Schütter und FPÖ-Gemeinderätin Daniela Weirather kritisieren ebenfalls unerlaubte Zufahrten sowie zahlreiche Radfahrer und E-Scooter-Fahrer, die ihre Fahrzeuge nicht schoben. Schütter erkennt die Verkehrsreduktion an, hält den Versuch insgesamt aber für nicht gelungen. Beide betonen, dass Reutte nicht mit Städten wie Füssen oder Innsbruck vergleichbar sei. Dafür fehlten im Untermarkt die entsprechende Kundenfrequenz und attraktive Angebote.
HANDEL UND GASTRONOMIE. Hatte die Fußgängerzone Auswirkungen auf die Betriebe? Beim Anrainerdialog berichteten einzelne Handels- und Gastronomiebetriebe von Umsatzeinbußen. Bürgermeister Günter Salchner nimmt diese Rückmeldungen ernst. Ob die FuZo für die Einbußen verantwortlich war oder das schöne Sommerwetter die Kunden eher an die Seen oder in die Natur lockte, lässt er offen. Künftige Regelungen sollen jedenfalls im Einklang mit den Unternehmern im Untermarkt getroffen werden. Auch GR André Schütter bestätigt die Rückmeldungen aus den betroffenen Betrieben. Unternehmer hätten berichtet, dass in ihren Geschäften weniger los gewesen sei, möglicherweise auch wegen der fehlenden Zufahrtsmöglichkeit. GR Margit Dablander sieht hingegen Chancen für Handel und Gastronomie durch die FuZo. Wenn Geschäfte und Cafés gerade dann geschlossen seien, werde es allerdings schwierig. Sie respektiert den Wunsch von Unternehmern und Angestellten nach freien Wochenenden, wünscht sich aber mehr Kreativität und zusätzliche Angebote im Untermarkt. Ähnlich argumentiert GR Daniela Weirather: Solange Geschäfte geschlossen bleiben und Anreize fehlen, könne eine Fußgängerzone allein keine zusätzliche Kundenfrequenz schaffen. Die Sichtweise der Unternehmer müsse ernst genommen werden.
ZUKUNFT DER EISDIELE. In den sozialen Medien gab es besonders viele kritische Kommentare zur fehlenden Eisdiele. Ohne sie fehle ein wichtiger Anziehungspunkt. Salchner, Dablander, Schütter und Weirather zeigen sich angesichts laufender Gespräche über eine Nachfolge vorsichtig optimistisch. Weirather betont, dass die Belebung nicht allein von einer Eisdiele abhängen könne.
LEERSTÄNDE UND FÖRDERUNGEN. Mehrere Nutzer stellten in den sozialen Medien die Frage, was die Stadtgemeinde gegen leerstehende Geschäftslokale unternimmt und wie sie den Untermarkt beleben möchte. Bürgermeister Günter Salchner verweist auf bestehende Förderungen. Die Stadtgemeinde kann neue Betriebe im ersten Jahr mit 50 Prozent der ortsüblichen Miete unterstützen. Dazu kommen Investitionsförderungen, etwa für Umbauten. GR Margit Dablander sieht in der Errichtung von Einkaufszentren wie dem FMZ einen Fehler der Standortentwicklung. Diese würden Kaufkraft aus den Ortskernen abziehen. Sie habe seinerzeit im Gemeinderat dagegen gestimmt. Für sie muss die Stärkung des Untermarkts Vorrang haben. André Schütter bezweifelt, dass höhere Förderungen zusätzliche Geschäftsgründungen bewirken. Ob 50 oder 60 Prozent der Miete übernommen würden, sei kaum ausschlaggebend. Problematischer seien teilweise überhöhte Mietforderungen im Untermarkt. Manche Eigentümer ließen ihre Lokale lieber leer stehen, als die Mieten zu senken. Daniela Weirather vermisst konkrete Maßnahmen zur Marktbelebung und sieht Stadtgemeinde und Stadtmarketing in der Pflicht. Zudem würden Gewerbetreibende eher Standorte am FMZ Lechpark als den Untermarkt bevorzugen.
UNERWÜNSCHTE BELEBUNG. Überraschend stand beim Anrainerdialog die nächtliche Lärmbelästigung rund um den 24-Stunden-Shop im Mittelpunkt. Besonders zwischen 2 und 5 Uhr früh berichten Anrainer von Ruhestörungen. Durch die Nähe zu Reuttes Bars und Nachtlokalen dient der Shop an Wochenenden auch als Treffpunkt. Bürgermeister Günter Salchner betont, dass die Beschwerden die Stadtgemeinde beschäftigen, und zeigt dafür Verständnis. Man stehe mit der Polizei im Austausch, habe als Stadtgemeinde Reutte selbst aber nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Margit Dablander und Daniela Weirather verstehen die Beschwerden der Anrainer, betonen aber auch das Bedürfnis Jugendlicher nach Treffpunkten. Dablander kritisiert laute Musik und ungeordnetes Parken, sieht im Shop jedoch einen warmen Aufenthaltsort ohne Konsumzwang. Beide halten einen anderen Standort, etwa beim FMZ, für überlegenswert. Weirather weist darauf hin, dass die Lärmprobleme unabhängig von der Fußgängerzone bestehen und auch unter der Woche auftreten. Auch André Schütter zeigt Verständnis für die Anrainer und fragt zugleich, wo sich Jugendliche sonst treffen sollen. Weniger Autoverkehr bedeute nicht automatisch weniger Lärm, wenn sich dafür mehr Menschen im öffentlichen Raum aufhalten.
PARKPLÄTZE UND GESTALTUNG. Auch die Gestaltung und die Parksituation im Untermarkt sorgen für Diskussionen. In den sozialen Medien wurde der Stadtgemeinde vorgeworfen, mit Blumentöpfen Parkplätze zu blockieren. „Die Stadtgemeinde ist nicht so dämlich“, entgegnet Bürgermeister Günter Salchner. Die Blumentröge auf ehemaligen Parkflächen seien bewusst aufgestellt worden, um den Verkehr zu verlangsamen und eine durchgehende Fahrgasse zu verhindern. Straßenmarkierungen ließen sich nur schwer entfernen. Zudem seien weitere Bäume zur Begrünung geplant. Beim Saxareal sowie auf dem Hirschen- und dem BTV-Parkplatz gebe es ausreichend Parkmöglichkeiten. Ein kurzer Fußweg sei zumutbar. Auch GR Margit Dablander hält kurze Fußwege von den umliegenden Parkplätzen für zumutbar. Für sie ist eine verkehrsberuhigte Straße mehr als eine Einkaufszone: Sie soll auch ein Ort der Begegnung sein, gerade in Zeiten, in denen Vereinsamung ein großes Problem ist. André Schütter und Daniela Weirather sehen Möglichkeiten, den Verkehr innerhalb der bestehenden Begegnungszone stärker zu beruhigen. Weirather regt zusätzliche Kontrollen durch die Exekutive an. Auch eine veränderte Straßenführung mit Schlangenlinien oder Geschwindigkeitskontrollen bringt sie ins Gespräch.
NÄCHSTE SCHRITTE. Der Ausschuss für Standortentwicklung und anschließend der Gemeinderat werden die Erfahrungen evaluieren und mögliche Anpassungen diskutieren. Eine von Gastronomen angeregte Fußgängerzone ab 18 Uhr können sich Salchner, Dablander und Schütter als Diskussionsgrundlage vorstellen. Salchner zeigt sich ergebnisoffen, möchte aber den Handel während der Öffnungszeiten nicht einschränken. Dablander würde auch eine dauerhafte Fußgängerzone begrüßen. Schütter und das Team Leben wollen an der Begegnungszone festhalten. Eine dauerhafte Fußgängerzone ist für sie ein klares No-Go. Die FPÖ lehnt die Fußgängerzone ebenfalls ab und setzt auf die bestehende Begegnungszone.
BILANZ DES SOMMERS. Wie haben die vier politischen Vertreter die Fußgängerzone erlebt? Bürgermeister Günter Salchner zieht eine gemischte Bilanz. Schönes Wetter, die geöffnete Eisdiele und die Gastronomie sorgten für erfreuliche Momente. Negativ fielen ihm die zahlreichen unerlaubten Zufahrten auf. Als persönlichen Misserfolg sieht er das Projekt nicht. Gemeinderätin Margit Dablander bezeichnet die Umsetzung als „lauwarme Geschichte“. Die Fußgängerzone sei grundsätzlich beliebt gewesen, allerdings hätten zu viele Autofahrer die Sperre missachtet. Dahinter vermutet sie eher Unwissenheit als Böswilligkeit. Auch die Beschilderung sei teilweise schwer erkennbar gewesen. André Schütter und FPÖ-Gemeinderätin Daniela Weirather kritisieren ebenfalls unerlaubte Zufahrten sowie zahlreiche Radfahrer und E-Scooter-Fahrer, die ihre Fahrzeuge nicht schoben. Schütter erkennt die Verkehrsreduktion an, hält den Versuch insgesamt aber für nicht gelungen. Beide betonen, dass Reutte nicht mit Städten wie Füssen oder Innsbruck vergleichbar sei. Dafür fehlten im Untermarkt die entsprechende Kundenfrequenz und attraktive Angebote.
HANDEL UND GASTRONOMIE. Hatte die Fußgängerzone Auswirkungen auf die Betriebe? Beim Anrainerdialog berichteten einzelne Handels- und Gastronomiebetriebe von Umsatzeinbußen. Bürgermeister Günter Salchner nimmt diese Rückmeldungen ernst. Ob die FuZo für die Einbußen verantwortlich war oder das schöne Sommerwetter die Kunden eher an die Seen oder in die Natur lockte, lässt er offen. Künftige Regelungen sollen jedenfalls im Einklang mit den Unternehmern im Untermarkt getroffen werden. Auch GR André Schütter bestätigt die Rückmeldungen aus den betroffenen Betrieben. Unternehmer hätten berichtet, dass in ihren Geschäften weniger los gewesen sei, möglicherweise auch wegen der fehlenden Zufahrtsmöglichkeit. GR Margit Dablander sieht hingegen Chancen für Handel und Gastronomie durch die FuZo. Wenn Geschäfte und Cafés gerade dann geschlossen seien, werde es allerdings schwierig. Sie respektiert den Wunsch von Unternehmern und Angestellten nach freien Wochenenden, wünscht sich aber mehr Kreativität und zusätzliche Angebote im Untermarkt. Ähnlich argumentiert GR Daniela Weirather: Solange Geschäfte geschlossen bleiben und Anreize fehlen, könne eine Fußgängerzone allein keine zusätzliche Kundenfrequenz schaffen. Die Sichtweise der Unternehmer müsse ernst genommen werden.
ZUKUNFT DER EISDIELE. In den sozialen Medien gab es besonders viele kritische Kommentare zur fehlenden Eisdiele. Ohne sie fehle ein wichtiger Anziehungspunkt. Salchner, Dablander, Schütter und Weirather zeigen sich angesichts laufender Gespräche über eine Nachfolge vorsichtig optimistisch. Weirather betont, dass die Belebung nicht allein von einer Eisdiele abhängen könne.
LEERSTÄNDE UND FÖRDERUNGEN. Mehrere Nutzer stellten in den sozialen Medien die Frage, was die Stadtgemeinde gegen leerstehende Geschäftslokale unternimmt und wie sie den Untermarkt beleben möchte. Bürgermeister Günter Salchner verweist auf bestehende Förderungen. Die Stadtgemeinde kann neue Betriebe im ersten Jahr mit 50 Prozent der ortsüblichen Miete unterstützen. Dazu kommen Investitionsförderungen, etwa für Umbauten. GR Margit Dablander sieht in der Errichtung von Einkaufszentren wie dem FMZ einen Fehler der Standortentwicklung. Diese würden Kaufkraft aus den Ortskernen abziehen. Sie habe seinerzeit im Gemeinderat dagegen gestimmt. Für sie muss die Stärkung des Untermarkts Vorrang haben. André Schütter bezweifelt, dass höhere Förderungen zusätzliche Geschäftsgründungen bewirken. Ob 50 oder 60 Prozent der Miete übernommen würden, sei kaum ausschlaggebend. Problematischer seien teilweise überhöhte Mietforderungen im Untermarkt. Manche Eigentümer ließen ihre Lokale lieber leer stehen, als die Mieten zu senken. Daniela Weirather vermisst konkrete Maßnahmen zur Marktbelebung und sieht Stadtgemeinde und Stadtmarketing in der Pflicht. Zudem würden Gewerbetreibende eher Standorte am FMZ Lechpark als den Untermarkt bevorzugen.
UNERWÜNSCHTE BELEBUNG. Überraschend stand beim Anrainerdialog die nächtliche Lärmbelästigung rund um den 24-Stunden-Shop im Mittelpunkt. Besonders zwischen 2 und 5 Uhr früh berichten Anrainer von Ruhestörungen. Durch die Nähe zu Reuttes Bars und Nachtlokalen dient der Shop an Wochenenden auch als Treffpunkt. Bürgermeister Günter Salchner betont, dass die Beschwerden die Stadtgemeinde beschäftigen, und zeigt dafür Verständnis. Man stehe mit der Polizei im Austausch, habe als Stadtgemeinde Reutte selbst aber nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Margit Dablander und Daniela Weirather verstehen die Beschwerden der Anrainer, betonen aber auch das Bedürfnis Jugendlicher nach Treffpunkten. Dablander kritisiert laute Musik und ungeordnetes Parken, sieht im Shop jedoch einen warmen Aufenthaltsort ohne Konsumzwang. Beide halten einen anderen Standort, etwa beim FMZ, für überlegenswert. Weirather weist darauf hin, dass die Lärmprobleme unabhängig von der Fußgängerzone bestehen und auch unter der Woche auftreten. Auch André Schütter zeigt Verständnis für die Anrainer und fragt zugleich, wo sich Jugendliche sonst treffen sollen. Weniger Autoverkehr bedeute nicht automatisch weniger Lärm, wenn sich dafür mehr Menschen im öffentlichen Raum aufhalten.
PARKPLÄTZE UND GESTALTUNG. Auch die Gestaltung und die Parksituation im Untermarkt sorgen für Diskussionen. In den sozialen Medien wurde der Stadtgemeinde vorgeworfen, mit Blumentöpfen Parkplätze zu blockieren. „Die Stadtgemeinde ist nicht so dämlich“, entgegnet Bürgermeister Günter Salchner. Die Blumentröge auf ehemaligen Parkflächen seien bewusst aufgestellt worden, um den Verkehr zu verlangsamen und eine durchgehende Fahrgasse zu verhindern. Straßenmarkierungen ließen sich nur schwer entfernen. Zudem seien weitere Bäume zur Begrünung geplant. Beim Saxareal sowie auf dem Hirschen- und dem BTV-Parkplatz gebe es ausreichend Parkmöglichkeiten. Ein kurzer Fußweg sei zumutbar. Auch GR Margit Dablander hält kurze Fußwege von den umliegenden Parkplätzen für zumutbar. Für sie ist eine verkehrsberuhigte Straße mehr als eine Einkaufszone: Sie soll auch ein Ort der Begegnung sein, gerade in Zeiten, in denen Vereinsamung ein großes Problem ist. André Schütter und Daniela Weirather sehen Möglichkeiten, den Verkehr innerhalb der bestehenden Begegnungszone stärker zu beruhigen. Weirather regt zusätzliche Kontrollen durch die Exekutive an. Auch eine veränderte Straßenführung mit Schlangenlinien oder Geschwindigkeitskontrollen bringt sie ins Gespräch.
NÄCHSTE SCHRITTE. Der Ausschuss für Standortentwicklung und anschließend der Gemeinderat werden die Erfahrungen evaluieren und mögliche Anpassungen diskutieren. Eine von Gastronomen angeregte Fußgängerzone ab 18 Uhr können sich Salchner, Dablander und Schütter als Diskussionsgrundlage vorstellen. Salchner zeigt sich ergebnisoffen, möchte aber den Handel während der Öffnungszeiten nicht einschränken. Dablander würde auch eine dauerhafte Fußgängerzone begrüßen. Schütter und das Team Leben wollen an der Begegnungszone festhalten. Eine dauerhafte Fußgängerzone ist für sie ein klares No-Go. Die FPÖ lehnt die Fußgängerzone ebenfalls ab und setzt auf die bestehende Begegnungszone.
Johannes Pirchner





