Diskussionen um den Namlosbach
Grundsätzliche Zustimmung zur Optimierung der Kraftwerkskette- Teilprojekt am Namlosbach sorgt für Kritik
Die geplante Optimierung der Kraftwerkskette Plansee durch die EWR sorgt im Außerfern für Diskussionen. Am 31. August stellte die Bürgerinitiative Namlosbach in Stanzach ihre Sichtweise dazu vor (mehr dazu auf Seite 12). Besonders das Teilprojekt am Namlosbach wird kontrovers diskutiert. Nun liegen mehrere Reaktionen vor. Während die EWR und die Wirtschaftskammer Reutte die Optimierung als wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und regionalen Energieerzeugung sehen, kritisiert die Liste Fritz die geplante Wasserableitung aus dem Namlosbach. Das Projekt und seine Auswirkungen werden derzeit im behördlichen Verfahren geprüft.
Johannes Pirchner
8. September 2026
Christian Strigl sieht die Optimierung der Kraftwerkskette Plansee positiv.
Foto: WKO Reutte
Foto: WKO Reutte
Die EWR wollen mit fünf Teilprojekten bestehende Anlagen energetisch aufwerten und zugleich ökologische Verbesserungen erreichen. Jährlich sollen damit rund 25 GWh zusätzliche erneuerbare und speicherbare Energie erzeugt werden. Die RUNDSCHAU berichtete detailliert.
DIE STELLUNGNAHME DER EWR. Nach Angaben der EWR soll kein neues Großkraftwerk entstehen, vielmehr werde die bestehende Kraftwerkskette optimiert. Vorgesehen seien auch Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur, der ökologischen Durchgängigkeit und der Hochwassersicherheit. Zum Schutz des Tiroler Lechs bekennen sich die EWR ausdrücklich: „Wir werden kein neues Kraftwerk am Lech planen und bauen.“ Für das Teilprojekt am Namlosbach seien fünf ökologische Fachgutachten mit mehr als 800 Seiten, eine Natura-2000-Verträglichkeitserklärung und weitere technische Fachberichte erstellt worden. Die EWR wenden sich gegen Begriffe wie „Wasser abgraben“ sowie Behauptungen zu negativen Auswirkungen auf Trink- oder Löschwasser. Diese seien durch die vorliegenden Gutachten widerlegt. Die fachliche und rechtliche Beurteilung liege nun bei den Behörden. Ebenso richten die EWR einen klaren Appell an die Bürgerinitiative: „Wir bitten die Bürgerinitiative und ihre Vertreter ausdrücklich um einen transparenten und seriösen Umgang mit dem Thema.“
WKO FÜR PROJEKT. Klare Unterstützung kommt von der Wirtschaftskammer. WK-Bezirksobmann Christian Strigl sieht in der Optimierung ein wesentliches Zukunftsprojekt. „Den steigenden Strombedarf im Bezirk werden wir lokal nicht allein mit Windkraft und Fotovoltaik decken können“, hält Strigl fest. Wasserkraft könne einen wichtigen Beitrag zu mehr Energieautonomie leisten, besonders bedeutsam sei auch die Speicherfähigkeit. Für die Betriebe seien Versorgungssicherheit und langfristig leistbare Energie zentrale Standortfaktoren. Naturschutz und sichere Energieversorgung seien für die Wirtschaftskammer kein grundsätzlicher Widerspruch. „Entscheidend ist, die Fakten auf den Tisch zu legen und das Projekt in den gesetzlich vorgesehenen Verfahren eingehend zu prüfen.“ Ebenso brauche es eine sachliche Diskussion statt Schwarz-Weiß-Denken. Ökologie und Ökonomie müssten sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
DEUTLICHE KRITIK. Die Liste Fritz richtet ihre Kritik auf Rückfrage der RUNDSCHAU konkret gegen das Teilprojekt am Namlosbach, nicht gegen das Gesamtprojekt. Bezirkssprecherin Maria Zwölfer und Klubobmann Markus Sint fordern, den frei fließenden Namlosbach zu erhalten und zu schützen. Nach ihren Angaben ist im Zuge der Optimierung der Kraftwerkskette Plansee vorgesehen, bis zu 80 Prozent des Namlosbaches abzuleiten. „Wenn einem ökologisch wertvollen Wildbach bis zu 80 Prozent seines Wassers entzogen werden, um daraus Strom zu erzeugen, dann ist das für uns der falsche Weg“, erklärt Sint. Wasserkraft lehnt die Liste Fritz dabei nicht grundsätzlich ab. Sint hält fest: „Natürlich ist Strom aus Wasserkraft besser als Kohle- oder Atomstrom. Aber deshalb ist nicht jedes Wasserkraftwerk automatisch gut.“ Als Alternative für den Namlosbach verweist er auf einen stärkeren Ausbau des Sonnenstroms. Die Liste Fritz unterstützt die Bürgerinitiative Namlosbach.
DIE STELLUNGNAHME DER EWR. Nach Angaben der EWR soll kein neues Großkraftwerk entstehen, vielmehr werde die bestehende Kraftwerkskette optimiert. Vorgesehen seien auch Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur, der ökologischen Durchgängigkeit und der Hochwassersicherheit. Zum Schutz des Tiroler Lechs bekennen sich die EWR ausdrücklich: „Wir werden kein neues Kraftwerk am Lech planen und bauen.“ Für das Teilprojekt am Namlosbach seien fünf ökologische Fachgutachten mit mehr als 800 Seiten, eine Natura-2000-Verträglichkeitserklärung und weitere technische Fachberichte erstellt worden. Die EWR wenden sich gegen Begriffe wie „Wasser abgraben“ sowie Behauptungen zu negativen Auswirkungen auf Trink- oder Löschwasser. Diese seien durch die vorliegenden Gutachten widerlegt. Die fachliche und rechtliche Beurteilung liege nun bei den Behörden. Ebenso richten die EWR einen klaren Appell an die Bürgerinitiative: „Wir bitten die Bürgerinitiative und ihre Vertreter ausdrücklich um einen transparenten und seriösen Umgang mit dem Thema.“
WKO FÜR PROJEKT. Klare Unterstützung kommt von der Wirtschaftskammer. WK-Bezirksobmann Christian Strigl sieht in der Optimierung ein wesentliches Zukunftsprojekt. „Den steigenden Strombedarf im Bezirk werden wir lokal nicht allein mit Windkraft und Fotovoltaik decken können“, hält Strigl fest. Wasserkraft könne einen wichtigen Beitrag zu mehr Energieautonomie leisten, besonders bedeutsam sei auch die Speicherfähigkeit. Für die Betriebe seien Versorgungssicherheit und langfristig leistbare Energie zentrale Standortfaktoren. Naturschutz und sichere Energieversorgung seien für die Wirtschaftskammer kein grundsätzlicher Widerspruch. „Entscheidend ist, die Fakten auf den Tisch zu legen und das Projekt in den gesetzlich vorgesehenen Verfahren eingehend zu prüfen.“ Ebenso brauche es eine sachliche Diskussion statt Schwarz-Weiß-Denken. Ökologie und Ökonomie müssten sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
DEUTLICHE KRITIK. Die Liste Fritz richtet ihre Kritik auf Rückfrage der RUNDSCHAU konkret gegen das Teilprojekt am Namlosbach, nicht gegen das Gesamtprojekt. Bezirkssprecherin Maria Zwölfer und Klubobmann Markus Sint fordern, den frei fließenden Namlosbach zu erhalten und zu schützen. Nach ihren Angaben ist im Zuge der Optimierung der Kraftwerkskette Plansee vorgesehen, bis zu 80 Prozent des Namlosbaches abzuleiten. „Wenn einem ökologisch wertvollen Wildbach bis zu 80 Prozent seines Wassers entzogen werden, um daraus Strom zu erzeugen, dann ist das für uns der falsche Weg“, erklärt Sint. Wasserkraft lehnt die Liste Fritz dabei nicht grundsätzlich ab. Sint hält fest: „Natürlich ist Strom aus Wasserkraft besser als Kohle- oder Atomstrom. Aber deshalb ist nicht jedes Wasserkraftwerk automatisch gut.“ Als Alternative für den Namlosbach verweist er auf einen stärkeren Ausbau des Sonnenstroms. Die Liste Fritz unterstützt die Bürgerinitiative Namlosbach.





