Ein Festtag auf 1.500 Metern Höhe
Schlüsselübergabe bei Kleinwohnanlage und Dorfbrunnen: Kaisers feiert Zukunftsprojekte
13. Oktober 2025 | von
Johannes Pirchner
GF Walter Soier betonte den besonderen Stellenwert der Wohnanlage in Kaisers: „Wir sind in 157 Gemeinden tätig, aber dieses Projekt auf über 1.500 Metern Seehöhe ist auch für uns etwas Außergewöhnliches. Dass wir hier die 2.400.Wohneinheit unserer Geschichte übergeben dürfen, macht diesen Tag auch für uns zu einem besonderen Moment.“
WERTSCHÄTZUNG FÜR KAISERS. Dass Alt-LH Günther Platter persönlich zur feierlichen Schlüsselübergabe nach Kaisers kam, war mehr als ein protokollarischer Akt. Es war ein deutliches Zeichen der Wertschätzung – für die Region und den ländlichen Raum. Platter, der als Aufsichtsrat der Tiroler Wohnbau fungiert, hob in seiner Rede die Bedeutung solcher Projekte hervor: „Es ist nicht selbstverständlich, dass in so kleinen Gemeinden wie Kaisers Wohnbauprojekte umgesetzt werden. Umso größer ist meine Hochachtung vor Bürgermeister Lorenz und dem Gemeinderat, die mit viel Mut und Entschlossenheit dieses Vorhaben angepackt haben.“
MUTIGER SCHRITT. Kaisers Bürgermeister Norbert Lorenz erinnerte in seiner Rede daran, wie das Projekt seinen Anfang nahm: „Als sich sechs Personen auf eine einzelne Gemeindewohnung beworben haben, war das für uns ein klares Signal: Wir brauchen dringend Wohnraum in Kaisers.“ Der Gemeinderat stand geschlossen hinter dem Vorhaben, und mit Unterstützung des engagierten Teams der Tiroler Wohnbau und dem Land Tirol konnte das Projekt auf den Weg gebracht werden. Für Lorenz stand fest: „Es braucht einen langen Atem und gute Partner, um solche Ideen umzusetzen – aber es lohnt sich.“ Bgm. Florian Klotz, Obmann des PV-Lechtal, sprach offen über seine anfängliche Skepsis: „Ich habe mir gedacht, das ist ein sportliches Unterfangen, eine Wohnanlage hier oben zu bauen.“ Heute zeigt er sich überzeugt vom Erfolg: „Norbert, du hast nicht nur umgesetzt, sondern ein nachhaltiges Projekt geschaffen, das dem Ort enormen Wert gibt. Herzliche Gratulation, Norbert.“
LEBENSRAUM UND GEMEINSCHAFT. Das Wohnhaus – ein Holzbau mit vier Wohnungen im Niedrigenergiestandard – wurde in nur einem Jahr errichtet. Walter Soier unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung: „Wir haben 110 Kubikmeter Holz verbaut – das entspricht in Österreich zwei Minuten Holzzuwachs.“ Der Bau wurde geplant, die Miete beträgt dank Wohnbauförderung moderate 9,80 Euro pro Quadratmeter. Die Bewohner nahmen die Schlüssel feierlich entgegen.
SEGNUNG UND SYMBOLIK. Pfarrer Sinto Kallarakkal Thomas segnete die Wohnungen und bat um Frieden, Gesundheit und Nächstenliebe für die neuen Bewohner. Neben dem Wohnhaus wurde auch der neue Dorfbrunnen, gespendet von der Tiroler Wohnbau, eingeweiht. „Es braucht Orte der Begegnung“, betonte Lorenz, „und der Dorfbrunnen wird so ein Ort sein.“
NEUE IDENTITÄT FÜR KAISERS. Ebenso bekam Kaisers von den GF des Tiroler Wohnbaus erstmalig eine Gemeindefahne samt Fahnenmast geschenkt, als Zeichen der guten Zusammenarbeit. „Was hilft die schönste Fahne ohne Masten“, so Soier augenzwinkernd – „den übernehmen wir auch.“ Der Festakt wurde musikalisch von der Musikkapelle Steeg-Kaisers begleitet und mit dem Bozner Bergsteigermarsch abgeschlossen.
STARKE GEMEINDEN. Günther Platter fasste es zum Schluss treffend zusammen: „Ich vergleiche Tirol gern mit einem Baum – und Kaisers ist einer der starken, blühenden Äste. Ich habe in den letzten Jahren viele Gemeinden besucht. Aber was sich in Kaisers in so kurzer Zeit getan hat, ist wirklich außergewöhnlich. Für mich ist Kaisers eine Aufsteigergemeinde Tirols.“











