Eine (Aus)Bildungsreise, die ihresgleichen sucht
Über 400 Besucherinnen und Besucher waren von den Stationen begeistert
2. Feber 2026 | von
Bruno Dengg
Als einer unter vielen war ich vergangenen Donnerstagabend am Campus Gesundheit vor Ort, um auf eindrucksvolle Weise zu erfahren, was Pflege ist, wie vielfältig deren Aufgaben sind und welche Einsatzbereiche im Rahmen dieser angeboten werden. Sie reichen von der Akut- über die Langzeit- und Mobile Pflege bis hin zur Einsatzpflege für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
STARTEN WIR UNSERE REISE DURCH DEN CAMPUS GESUNDHEIT. Mit genügend „Infomaterial“ ausgestattet ließ ich mich treiben und landete bei der ersten Station, dem „Raum der Sinne“. Hier lag der Fokus auf den Wahrnehmungen des Menschen. Die Besucherinnen und Besucher konnten durch diverse technische Hilfsmittel ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit visuellen Einschränkungen, Gleichgewichtsstörungen usw. leben zu müssen. Die Studierenden erklärten sehr anschaulich, wie das Pflegepersonal in diesen Situationen behutsam mit den betroffenen Menschen umgeht.
„Let’s get old“ – einmal alt sein. In diesem Raum ging es in erster Linie um die Selbsterfahrung, mit welchen Beeinträchtigungen ältere Menschen im Alltag umgehen müssen. Mit Hilfe von „Altersanzügen“, Tremorsimulator sowie Brillen, die die unterschiedlichen Alterserkrankungen simulierten, wurde es gleich schon viel schwieriger, Alltagssituationen wie Essen, Spiele spielen, Lesen, Fernsehen und vieles andere mehr zu bewältigen. Spätestens in diesem Raum wurde jeder Besucherin und jedem Besucher klar, dass das Pflegepersonal hohe Verantwortung trägt sowie viel Engagement und Empathie für pflegende Personen aufbringen muss.
Weiter führte mich meine Reise in den „Raum Teambuilding“, in dem vermittelt wurde, wie wichtig die Kommunikation innerhalb eines Teams ist. Gleich anschließend landete ich im „Hygieneraum“, in dem demonstriert wurde, wie man Schutzkleidung anzieht und wie man die pflegende Person und sich selbst am besten vor Krankheiten schützt.
Ein Highlight jagte das andere: Im „Anatomieraum“ waren zahlreiche Modelle u. a. Skelette, Augen, Nieren, Herz, einzelne Knochenfragmente und sogar Embryonen in unterschiedlichen Schwangerschaftswochen ausgestellt. Bereitwillig beantworteten die Studierenden Fragen und erzählten auch aus ihrem spannenden Berufsalltag.
Fast schon wie eine Ärztin oder Arzt konnten sich die Besucherinnen und Besucher in der „Skillsstraße“ fühlen. Sie durften in diesem Übungsraum Blut abnehmen, Blutdruck kontrollieren, Infusionen anhängen und Wunden mit Schnellverbänden versorgen. Im „Sim(ulator) Kino“ wurden komplexe Situationen und Notfälle sowie deren realitätsnahe Versorgung live übertragen und erklärt.
Das Rote Kreuz führte im Rahmen des Tages der offenen Tür eine Blutspendeaktion durch. Vor dem Nachhauseweg konnten die Besucherinnen und Besucher am Buffet, das dankenswerter Weise die Küche des BKH zur Verfügung stellte, bei Live-Musik diese unvergessliche Reise beenden.
DER CAMPUS GESUNDHEIT REUTTE … ist das Dach der Gesundheit, unter der die Fachhochschule, die Pflegeschule sowie die Campus Academy vereint sind. Die Ausbildungsstätte in Reutte ist bekannt dafür, dass sie die dort Studierenden persönlich begleitet und wertschätzend in den Mittelpunkt stellt. Durch pädagogische Vielfalt und offene Dialoge erreichen sie im Laufe ihrer Ausbildung jene hohe Qualität, die in diesem Bereich vom Fachpersonal erwartet wird. Am Campus Gesundheit gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten. Mit 15 Jahren beginnen die Schülerinnen und Schüler mit dem Lehrgang der Pflegestarter/innen (ein Jahr). Danach schließt sich in Voll- bzw. Teilzeit die Pflegeassistenz-ausbildung an. Wer noch eine Stufe höher steigen möchte, belegt den einjährigen Kurs zur Pflegefachassistenz. Nach diesem besteht die Möglichkeit, genauso wie für AHS oder BHS-Absolventen, den FH-Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege zu beginnen. Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Zusatzangebote erfolgen nach Bedarf blockweise.
Aktuell sind 134 Personen in Ausbildung, davon 12 männlich. Sie alle werden nach ihrem Abschluss einen zukunftssicheren Arbeitsplatz, der viel Kraft und Empathie verlangt, finden. Laut Direktorin Carolin Sprenger will der Großteil von ihnen im Außerfern bleiben.
DAS ALLEINSTELLUNGSMERKMAL DES CAMPUS. Das Leitbild sagt unter anderem: „Am Campus Gesundheit bist du mehr als eine Nummer. Wir legen Wert auf Persönlichkeit, auf Zusammenhalt und Gemeinschaft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Auszubildenden leben und lernen in flachen Hierarchien und respektvollem Miteinander. Im Zentrum steht der Mensch. Bei uns lernst du nicht nur für deine Ausbildung im Pflegebereich, du lernst für das Leben.“
Genau das und noch viel Eindrucksvolles mehr konnten die Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür, also bei der „Reise durch die Pflege“ selbst erfahren. Mich hat diese Reise, die das Team rund um Direktorin Carolin Sprenger und die Studierenden auf die Beine gestellt haben, zutiefst beeindruckt.










