Hallenbad, Seebensee, Kläranlage
Bei der Gemeindeversammlung in Ehrwald wurden wichtige Weichenstellungen für die Zukunft präsentiert
Am 14. September informierten sich rund 80 Bürgerinnen und Bürger im Ehrwalder Zugspitzsaal über laufende Großprojekte. Im Fokus des Berichts standen die Sanierung der Kläranlage, die bevorstehende Eröffnung des neuen Hallenbads und die günstige ARENA365-MemberCard sowie die Müllprobleme am Seebensee. Die Ergebnisse belegen die solide Arbeit von Gemeinderat, Bauhof, Tourismusverband und Abwasserverband zum Wohle der einheimischen Bevölkerung.
21. September 2026
Ein zentraler Schwerpunkt war der Bericht von Thomas Koch, dem Obmann des „Abwasser- und Bioabfallverwertungsverbandes Ehrwald-Lermoos-Biberwier“.
GENERATIONENPROJEKT KLÄRANLAGE. Die bestehende Anlage aus dem Jahr 1985 ist mittlerweile 40 Jahre alt. Um behördliche Auflagen zu erfüllen und für die Sicherheit der Mitarbeitenden zu sorgen, besteht erheblicher Handlungsbedarf. Der Abwasserverband setzt hier auf einen strukturierten Zeitplan: Von Herbst 2025 bis Herbst 2026 erfolgte die Erneuerung der Faulgasanlage sowie der Wasserleitungen mit einem Investitionsvolumen von 1,8 Millionen Euro – und das komplett im laufenden Betrieb. Dabei entstanden unter anderem eine neue Gasfackel und zwei Faultürme. Koch betonte die Wichtigkeit der Arbeiten: „Alles wird auf den neuesten Stand der Technik gebracht.“ Aufgrund geänderter behördlicher Auflagen und des Lebensdauerendes von Elektrotechnik und maschinellen Anlagenteilen ist das anschließende „Sanierungskonzept 2.0“ notwendig. Dieses sieht ab Sommer 2027 den Neubau eines Gebäudes sowie eine modernisierte Fällmittel- und Fettannahmestation vor. Die geschätzten Kosten hierfür belaufen sich auf 4,2 Millionen Euro. Um die Belastung zu minimieren (Ehrwald muss ca. 50 Prozent der Kosten tragen), wurden hierfür bereits zahlreiche Förderungen beantragt. Ein optimiertes 50-kW-Blockheizkraftwerk soll zudem für eine verbesserte Nutzung des Faulgases sorgen.
HALLENBAD & ARENA365-MEMBER CARD. Es gibt gute Nachrichten für alle Sportbegeisterten. Das Ehrwalder Hallenbad steht nach rund einjähriger Bauzeit kurz vor der Fertigstellung. Der Gemeinderat hat das Projekt konsequent vorangetrieben. Der zweite Vizebürgermeister Robert Wilhelm hob hervor, dass alles im Zeitplan verlief und die Kosten eingehalten wurden. Alexander Guem, der Geschäftsführer der Freizeitbetriebe, konkretisierte: „Wenn alles klappt, gehen wir Ende Oktober in den Probebetrieb. Die offizielle Eröffnung ist für den 14. November geplant.“ Direkt an das Bad gekoppelt ist die neue „ARENA365-MemberCard“, mit der die Gemeinde den Einheimischen gezielt den Zugang zu Freizeiteinrichtungen erleichtert. Das Modell bündelt sieben regionale Einrichtungen, darunter das Hallenbad, die Kunsteisbahn, die Kletter- und Tennishalle Ehrwald, das Panoramabad Lermoos, die Bärenarena Berwang und den 3D-Bogenparcours. Neben der Basic-Karte für Mitarbeiter zum Preis von 15 Euro gibt es für Bürger die Premium-Karte zum Preis von 170 Euro sowie die Family-Karte zum Preis von 340 Euro. Der Verkauf läuft bis zum 31. Oktober. „Wir sind immer bemüht, viele Vorteile für Einheimische zu schaffen”, erklärte Köck und appellierte: „Nehmt bitte unser MemberCard-Angebot in Anspruch, günstiger geht's nimmer!” Auch Alexander Guem betonte: „So viele Freizeitanlagen unter einem Hut zu diesem günstigen Preis – das ist, glaube ich, bislang einmalig in Tirol.“ (Mehr Infos unter: www.arena365.at)
KAMPF GEGEN MÜLL UND WILDCAMPING AM SEEBENSEE. Ein drängendes Thema waren der Massentourismus und die damit einhergehende Verschmutzung im Gebiet des Seebensees und des Drachensees. Aufgrund der extrem hohen Besucherzahlen stößt die Natur an ihre Grenzen. Bürgermeister Köck schilderte seine persönlichen Erfahrungen von drei Sonntagen, an denen er selbst Müll, Badekleidung und Unterhosen einsammelte. Er berichtete auch von unerlaubtem Wildcamping. Das Problem ist akut, da es sich um das sensible Trinkwasserquellgebiet für die gesamte Gemeinde Ehrwald handelt. „Es geht nur gemeinsam, hier eine Lösung zu finden“, stellte Köck klar. Nach einem Treffen mit der mitverantwortlichen Gemeinde Mieming einigte man sich darauf, im Frühjahr zunächst zwei große Informationstafeln aufzustellen, um die Besucher für das richtige Verhalten zu sensibilisieren. Zudem wurde eine Wasserprobe zur Analyse entnommen. Robert Wilhelm, der zweite Vizebürgermeister Ehrwalds, regte an, ein größeres Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: „Das ist ein längerer Prozess. Wir sollten dranbleiben, um das Gebiet schrittweise als Schutzgebiet deklarieren zu lassen.“
Abseits der Großprojekte. Der Bürgermeister zog eine positive Bilanz über die alltägliche Arbeit im Dorf. Der kommunale Bauhof leistete bei zahlreichen Instandhaltungsarbeiten und bei Rohrbrüchen verlässliche Arbeit. Für die Dorfgemeinschaft sind die örtlichen Vereine und der Seniorenbund von besonderer Bedeutung. Ob gemeinsame Winterhütten, Nikolaus-Ausrückungen oder der Bezirksfeuerwehrtag – die Veranstaltungen werden gut angenommen. „Die Vereine sind das Fundament unseres Dorfes“, stellte der Bürgermeister fest. Ein besonderes Lob ging an die Feuerwehr sowie an die einsatzstarke Bergrettung unter der neuen Führung von Robin Lutnig. Auch die Nachwuchsarbeit des FC Tiroler Zugspitze mit 120 Kindern wurde gewürdigt: „Ich glaube, dort sind sie sehr gut aufgehoben!“ Ein Blick auf die Finanzen beweist, dass die Gemeinde wirtschaftlich besonnen agiert. So sank der Verschuldungsgrad von 82 Prozent im Jahr 2021 auf beachtliche 52 Prozent. Trotz dieses Erfolgs mahnte der Bürgermeister zu vorausschauender Disziplin: „In Zukunft müssen wir viel Geld zur Seite legen für nötige Sanierungsmaßnahmen.“ Der Bericht der Gemeindeversammlung zeigt, dass die anstehenden Aufgaben in Ehrwald mit Sachverstand und Gemeinschaftssinn gut bewältigt werden können.
Juliane Wimmer





