Hermann Glettler berührt Herzen
Ein Bischof mit Feuer unterm Hintern, Ratten im Keller und 40 Cousinen
13. Oktober 2025 | von
Lisa Vaudreuil
Fragen über Fragen rieselten auf den Bischof ein, als er den Kindergarten betrat und auch die Schülerinnen und Jugendlichen wollten so einiges von Hermann Glettler wissen. Mit ihren ehrlichen, erfrischenden, aber auch tiefsinnigen Fragen ermöglichten sie interessante Einblicke in das Leben des Bischofs.
DANKBARKEIT. Jeden Tag am Morgen hatte sein Vater seinen Blick über die Wiesen und Felder schweifen lassen und gejodelt, dann habe er zu seinem Sohn gesagt: „ Schau, Hermann, das alles ist ein Geschenk Gottes.“ Die Dankbarkeit habe er von seinem Vater gelernt, und die sei neben der Ehrlichkeit und einander nicht zu übersehen, das Wichtigste in seinem Leben. Die Dankbarkeit sieht er als Weg zu Gott, ein positives Lebensgefühl als Schlüssel zur Glückseligkeit.
BISCHOF KONNTE MIT VIER TRAKTOR FAHREN. In der Pfeffermühle sei die „Geh-Würze“ drinnen, die ihm Pfeffer unterm Hintern macht und sein Kreuz habe Löcher, damit man durch diese die Menschen sehen kann, denn Jesus sieht alle Menschen. Seine Hobbys seien Wandern und ins Museum gehen, als ihm ein Bub vom Traktorfahren erzählt, meinte der Bischof lachend, er hätte das Traktorfahren erst mit vier gelernt. Priester wollte er schon mit 12 werden, Ministrant war er schon von ganz jung an, Pfingsten sei sein Lieblingsfest. Auf die Antwort, ob er Haustiere habe, verzogen viele das Gesicht: „Für Haustiere habe ich leider keine Zeit, aber dafür ganz viele Ratten im Keller.“ Als er ihnen erzählte, er hätte 40 Cousinen, blieben ihnen die Münder offen: „Waas, ein Bischof mit 40 Cousinen?“
VIELE FRAGEN. „Wie fühlt es sich an, Christ zu sein?“ „Herr Bischof, ich glaube nicht an Gott, aber können Sie mir sagen, wie es sich anfühlt, Christ zu sein?“ Diese Frage eines 14-jährigen Buben beeindruckte den Bischof ganz besonders. Für ihn fühle es sich so an wie eine Freundschaft, die einen aufrichtet. Es gehe nicht darum, dass man an Gott glaubt, viel wichtiger sei es, dass er an dich glaubt. „Auch als Bischof ist der Glaube nicht immer derselbe, kommt manchmal ins Wanken oder wandelt sich, doch es ist wichtig, dass jemand an mich glaubt. Wie wichtig ist es zum Beispiel für unsere Kinder, dass sie wissen, wir glauben an sie, so ist es auch genauso wichtig für uns, dass jemand an uns glaubt. Wenn wir an jemanden glauben, schenken wir Vertrauen und können somit den Glauben weitertragen.“
LEERE SITZPLÄTZE UND NOSTALGIE. Auch schwierigen Themen und skeptischen Fragen stellte er sich optimistisch. Auf die Aussage, dass früher alles besser gewesen sei, entgegnete er nur, vielleicht dem Anschein nach – die Kirchenbänke voll, doch hatten viele gar keine Alternative, oder wurden nur aus Traditionsbewusstsein getrieben. Die Vergangenheit solle man ruhen lassen und sich auf das Jetzt konzentrieren. Er sieht die leeren Sitzplätze als Chance. Er plädiert auf Herzensweite, Geistesweite und den Glauben, als Möglichkeit zur Verbundenheit. „Glaube heißt nichts wissen!“ – „Glaube ist mehr als zu wissen, Glaube ist eine echte Alternative in nervösen Zeiten wie diesen.“
FESTMESSE. Als schönen Abschluss der Visitationen nahm Bischof Hermann Glettler an der Festmesse zum 300-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche in Tannheim teil. „Natürlich sind die Architektur und die Ausstattung der Kirche beeindruckend, Festlichkeiten wichtig, die Prozessionen und Chöre großartig, doch wesentlich ist die Begegnung mit Jesus. Jesus ist der beste Influencer, den wir uns vorstellen können. Egal, was wir angestellt haben, in welche Schwierigkeiten wir uns gebracht haben, Jesus vergibt uns, er bietet uns die Möglichkeit eines Neuanfangs.“ Mit seinem Besuch eroberte er die Herzen der Menschen hier im Tal und schenkte Mut, dass er dabei sein Hauptaugenmerk nicht auf die Strukturen, sondern die Menschen legt, spendet Hoffnung. Er zeigt damit, wie Kirche lebendig bleibt und stärkt alle in ihrem Bewusstsein, Teil einer größeren Kirche zu sein; über die Grenzen hinaus miteinander verbunden und Teil einer ganz besonderen Freundschaft.
DANKBARKEIT. Jeden Tag am Morgen hatte sein Vater seinen Blick über die Wiesen und Felder schweifen lassen und gejodelt, dann habe er zu seinem Sohn gesagt: „ Schau, Hermann, das alles ist ein Geschenk Gottes.“ Die Dankbarkeit habe er von seinem Vater gelernt, und die sei neben der Ehrlichkeit und einander nicht zu übersehen, das Wichtigste in seinem Leben. Die Dankbarkeit sieht er als Weg zu Gott, ein positives Lebensgefühl als Schlüssel zur Glückseligkeit.
BISCHOF KONNTE MIT VIER TRAKTOR FAHREN. In der Pfeffermühle sei die „Geh-Würze“ drinnen, die ihm Pfeffer unterm Hintern macht und sein Kreuz habe Löcher, damit man durch diese die Menschen sehen kann, denn Jesus sieht alle Menschen. Seine Hobbys seien Wandern und ins Museum gehen, als ihm ein Bub vom Traktorfahren erzählt, meinte der Bischof lachend, er hätte das Traktorfahren erst mit vier gelernt. Priester wollte er schon mit 12 werden, Ministrant war er schon von ganz jung an, Pfingsten sei sein Lieblingsfest. Auf die Antwort, ob er Haustiere habe, verzogen viele das Gesicht: „Für Haustiere habe ich leider keine Zeit, aber dafür ganz viele Ratten im Keller.“ Als er ihnen erzählte, er hätte 40 Cousinen, blieben ihnen die Münder offen: „Waas, ein Bischof mit 40 Cousinen?“
VIELE FRAGEN. „Wie fühlt es sich an, Christ zu sein?“ „Herr Bischof, ich glaube nicht an Gott, aber können Sie mir sagen, wie es sich anfühlt, Christ zu sein?“ Diese Frage eines 14-jährigen Buben beeindruckte den Bischof ganz besonders. Für ihn fühle es sich so an wie eine Freundschaft, die einen aufrichtet. Es gehe nicht darum, dass man an Gott glaubt, viel wichtiger sei es, dass er an dich glaubt. „Auch als Bischof ist der Glaube nicht immer derselbe, kommt manchmal ins Wanken oder wandelt sich, doch es ist wichtig, dass jemand an mich glaubt. Wie wichtig ist es zum Beispiel für unsere Kinder, dass sie wissen, wir glauben an sie, so ist es auch genauso wichtig für uns, dass jemand an uns glaubt. Wenn wir an jemanden glauben, schenken wir Vertrauen und können somit den Glauben weitertragen.“
LEERE SITZPLÄTZE UND NOSTALGIE. Auch schwierigen Themen und skeptischen Fragen stellte er sich optimistisch. Auf die Aussage, dass früher alles besser gewesen sei, entgegnete er nur, vielleicht dem Anschein nach – die Kirchenbänke voll, doch hatten viele gar keine Alternative, oder wurden nur aus Traditionsbewusstsein getrieben. Die Vergangenheit solle man ruhen lassen und sich auf das Jetzt konzentrieren. Er sieht die leeren Sitzplätze als Chance. Er plädiert auf Herzensweite, Geistesweite und den Glauben, als Möglichkeit zur Verbundenheit. „Glaube heißt nichts wissen!“ – „Glaube ist mehr als zu wissen, Glaube ist eine echte Alternative in nervösen Zeiten wie diesen.“
FESTMESSE. Als schönen Abschluss der Visitationen nahm Bischof Hermann Glettler an der Festmesse zum 300-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche in Tannheim teil. „Natürlich sind die Architektur und die Ausstattung der Kirche beeindruckend, Festlichkeiten wichtig, die Prozessionen und Chöre großartig, doch wesentlich ist die Begegnung mit Jesus. Jesus ist der beste Influencer, den wir uns vorstellen können. Egal, was wir angestellt haben, in welche Schwierigkeiten wir uns gebracht haben, Jesus vergibt uns, er bietet uns die Möglichkeit eines Neuanfangs.“ Mit seinem Besuch eroberte er die Herzen der Menschen hier im Tal und schenkte Mut, dass er dabei sein Hauptaugenmerk nicht auf die Strukturen, sondern die Menschen legt, spendet Hoffnung. Er zeigt damit, wie Kirche lebendig bleibt und stärkt alle in ihrem Bewusstsein, Teil einer größeren Kirche zu sein; über die Grenzen hinaus miteinander verbunden und Teil einer ganz besonderen Freundschaft.




