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Im Mittelpunkt stehen die Menschen

Leserbrief

Hans Dreier
8. Juli 2026
Im Mittelpunkt stehen die Menschen
Hans Dreier sieht die Maut kritisch. Foto: Privat

Im Mittelpunkt stehen die Menschen und am Ende dieser Schlagzeile „die Straße“. Das sagt Fernpassstraße-Geschäftsführer Klaus Gspan in einer vergangenen Ausgabe der RUNDSCHAU (KW 26). Die Projekte seien im Interesse der Bevölkerung. Richtigerweise müsste es heißen: Die Projekte dienen dem Transitverkehr.

Dabei gilt es, den Gesamtkontext nicht aus den Augen zu verlieren. An einer stark befahrenen Straße besteht laufend Sanierungsbedarf. Die Nutzerfinanzierung ermögliche es, die erforderlichen Maßnahmen auch künftig umzusetzen. Sind die Straßen ins Zillertal und in andere stark frequentierte Täler nicht ebenfalls stark befahren? Wo bleibt dort die Nutzerfinanzierung in Form einer Maut? In diesen Tälern übernimmt das Land die laufenden Sanierungen – möglicherweise mit den 30 Millionen Euro aus dem Fruchtgenussrecht der Fernpass-Maut.

Das Außerfern und das Gurgltal werden damit immer mehr zum Kollateralschaden der Landesregierung und ihres Fernpass-Pakets. Weiters betont Herr Gspan, dass der Fernpass für die regionale Wirtschaft im Außerfern von zentraler Bedeutung sei. Die Außerferner Bevölkerung und die heimische Wirtschaft sind jedoch bisher auch ohne dieses Fernpass-Paket mit Scheiteltunnel ausgekommen, ohne dass die Wirtschaft darunter gelitten hätte. Abgesehen von etwa fünf Tagen im Jahr, an denen Lkw wegen Schneefalls am Fernpass hängen bleiben und die Strecke für einen halben Tag blockieren, sehen die Wirtschaftstreibenden keine gravierenden Beeinträchtigungen. Die meisten Unfälle ereignen sich zudem nicht am Fernpassscheitel, sondern im Bereich Bichlbach/Lähn und auf der Umfahrung Reutte. Ein Scheiteltunnel verhindert dort keinen Unfall.

Herr Gspan wiederholt die Aussagen seines Vorgesetzten und soll damit uns Außerferner beruhigen. Immer weniger Außerferner glauben dieses Märchen. Im Schlusssatz bestätigt Herr Gspan, dass die Fernpassstraße GmbH als Akzeptanzbetrieb fungieren werde. Damit funktioniert der Taschenspielertrick des Landeshauptmannes. Von den 2,5 Millionen Euro, die im Bezirk Reutte die Wirtschaft fördern sollen, wird damit ein Großteil wieder an die landeseigene Mautgesellschaft fließen. Der klägliche Rest verbleibt im Bezirk. Wo bleibt der Aufschrei der Wirtschaftskammerfunktionäre?
Hans Dreier,
Altbürgermeister von Weißenbach

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