Schlot aus, Zukunft an
Wie die heimische Industrie dem CO2 den Rücken kehrt
Der Countdown läuft, und es braucht mehr als nur kosmetische Korrekturen. Noch bis vor einem Jahrzehnt war die Industrie global gesehen mitverantwortlich für die Treibhausgasemissionen. Heute sieht die Situation in dieser Branche etwas anders aus.
5. Oktober 2026
Am Standort Towanda in den USA werden Wolframschrotte aufbereitet. Foto: Plansee Group
Ohne die Industriebetriebe von heute gibt es keine lebenswerte Zukunft von morgen. Das Thema Klimaneutralität ist in den Chefetagen längst angekommen. Im Folgenden werden zwei heimische Industriebetriebe auf den Prüfstand gestellt.
PLANSEE GROUP. Die Reduzierung der CO2-Emissionen sowie der Ausbau des Wolfram-Recyclings sind seit vielen Jahren zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie. An den Standorten in Reutte und im finnischen Jyväskylä hat das Unternehmen kontinuierlich in das thermisch-physikalische Recycling investiert. Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist der Elektrolyseur in Reutte. Darüber hinaus ist Plansee besonders stolz darauf, dass bereits 98 Prozent des weltweiten Strombedarfs aus regenerativen Quellen gedeckt werden.
AUSBAU DER KREISLAUFWIRTSCHAFT. Ein zentrales Projekt ist die Weiterentwicklung des Standorts Towanda in den USA. Dort werden Wolframschrotte aufbereitet und Pulver produziert, die anschließend von den Unternehmen Plansee und Ceratizit weltweit weiterverarbeitet werden. Verbesserungen an diesem Standort wirken sich somit auf die gesamte Wertschöpfungskette aus und tragen langfristig zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei. Darüber hinaus investiert das Unternehmen weiterhin in Recyclingtechnologien. Seine Devise lautet: Wiederverwenden, bevor recycelt wird. Pionierarbeit leistet Plansee beim Wasserstoffrecycling in Reutte. Hier entwickelt das Unternehmen Technologien, um hochreinen Wasserstoff nach der Nutzung in der Produktion erneut zu verwenden.
Zwar schätzen viele die Bemühungen mittlerweile sehr, doch derzeit konzentrieren sich andere stärker auf Themen wie Versorgungssicherheit, Qualität und Kosten. Die Fakten zeigen jedoch, dass der eingeschlagene Weg Wirkung entfaltet. So wurden Plansee und Ceratizit von EcoVadis mit dem Platinum-Status ausgezeichnet und gehören damit zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen. Darüber hinaus kann Plansee für jedes Produkt einen transparent berechneten Product Carbon Footprint bereitstellen. Damit die Transformation gelingt, müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam vorangehen. Benötigt werden klare Ziele und verlässliche Rahmenbedingungen bei gleichzeitig ausreichendem Freiraum, um technische Lösungen entwickeln und umsetzen zu können. Unternehmen sollten stärker danach bewertet werden, welche Ergebnisse sie erzielen, und weniger danach, wie umfangreich sie darüber berichten.
EMPLOYER BRANDING. Für viele junge Menschen ist Nachhaltigkeit heute keine Zusatzoption mehr, sondern eine grundlegende Einstellung. Sie möchten für Unternehmen arbeiten, Verantwortung übernehmen und einen positiven Beitrag leisten. Dabei stehen unter anderem folgende Aspekte im Fokus: die Sinnhaftigkeit der Arbeit, Verantwortung statt kurzfristiger Gewinne, Glaubwürdigkeit, Innovation, Kreislaufwirtschaft, Stolz auf den Arbeitgeber und eine langfristige Perspektive.
Für Plansee geht es nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch darum, den CO2-Fußabdruck Schritt für Schritt zu reduzieren und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.
SCHRETTER & CIE VILS. Die Zementindustrie bekennt sich zu den Klimaschutzzielen von Paris. Die Baustoffindustrie verfügt bereits heute über zahlreiche Möglichkeiten, ihren CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung klinkerreduzierter Zemente sowie die Verwendung alternativer Roh- und Brennstoffe. Bei der Herstellung von Zement entstehen jedoch unvermeidbare, prozessbedingte CO₂-Emissionen aus dem Kalkstein. Die Roadmap zur CO2-Neutralität (veröffentlicht von der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie) stützt sich auf fünf Bereiche, die dazu beitragen, bis 2050 das fast Unmögliche wahr werden zu lassen. Diesbezüglich sind Veränderungen in den Bereichen Klinkerherstellung, Zement und Beton, Strom und Transport, Carbonatisierung sowie CCUS (CO₂-Abscheidung, -Nutzung bzw. -Speicherung) erforderlich.
AUF DEM WEG IN DIE ZUKUNFT. Der 1899 gegründete Industriebetrieb mit Hauptsitz in Vils wird seit 2017 durch das deutsche Familienunternehmen Schwenk als Beteiligungspartner unterstützt. Bei Schwenk stehen der Einsatz alternativer Roh- und Brennstoffe sowie innovative Technologien wie das Pure-Oxyfuel-Verfahren, bei dem im Klinkerbrennprozess reiner Sauerstoff eingesetzt wird, wodurch eine nahezu vollständige Abscheidung des CO₂ ermöglicht wird, an oberster Stelle. Der Klinker für die Zementherstellung in Vils wird auch aus den Schwenk-Standorten geliefert. Die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit beider Unternehmen ergänzen sich ideal und die Nutzung von Synergien bringt den nötigen Erfolg.
Geschäftsführer Manfred Pirker berichtete, dass das Unternehmen seit Jahren kontinuierlich an der Verbesserung seines CO₂-Fußabdrucks arbeite, unter anderem durch die Inbetriebnahme einer hochmodernen Klinkersiloanlage sowie eines Laborgebäudes. Bereits seit 2019 laufe ein Investitionsprogramm in Höhe von insgesamt 80 Mio. zur Modernisierung und Erweiterung der Produktionsanlagen in Vils, was als äußerst vorbildlich zu werten sei.
Die Transformation ist technisch machbar, erfordert jedoch neben erheblichen Investitionen verlässliche Rahmenbedingungen seitens der Politik. Abschließend darf festgehalten werden, dass Schwenk stolz auf den Beteiligungsstandort Schretter & Cie. in Vils ist. Die Investitionen wirken sich positiv auf sämtliche Umweltthemen aus.
PLANSEE GROUP. Die Reduzierung der CO2-Emissionen sowie der Ausbau des Wolfram-Recyclings sind seit vielen Jahren zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie. An den Standorten in Reutte und im finnischen Jyväskylä hat das Unternehmen kontinuierlich in das thermisch-physikalische Recycling investiert. Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist der Elektrolyseur in Reutte. Darüber hinaus ist Plansee besonders stolz darauf, dass bereits 98 Prozent des weltweiten Strombedarfs aus regenerativen Quellen gedeckt werden.
AUSBAU DER KREISLAUFWIRTSCHAFT. Ein zentrales Projekt ist die Weiterentwicklung des Standorts Towanda in den USA. Dort werden Wolframschrotte aufbereitet und Pulver produziert, die anschließend von den Unternehmen Plansee und Ceratizit weltweit weiterverarbeitet werden. Verbesserungen an diesem Standort wirken sich somit auf die gesamte Wertschöpfungskette aus und tragen langfristig zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei. Darüber hinaus investiert das Unternehmen weiterhin in Recyclingtechnologien. Seine Devise lautet: Wiederverwenden, bevor recycelt wird. Pionierarbeit leistet Plansee beim Wasserstoffrecycling in Reutte. Hier entwickelt das Unternehmen Technologien, um hochreinen Wasserstoff nach der Nutzung in der Produktion erneut zu verwenden.
Zwar schätzen viele die Bemühungen mittlerweile sehr, doch derzeit konzentrieren sich andere stärker auf Themen wie Versorgungssicherheit, Qualität und Kosten. Die Fakten zeigen jedoch, dass der eingeschlagene Weg Wirkung entfaltet. So wurden Plansee und Ceratizit von EcoVadis mit dem Platinum-Status ausgezeichnet und gehören damit zu den besten ein Prozent aller weltweit bewerteten Unternehmen. Darüber hinaus kann Plansee für jedes Produkt einen transparent berechneten Product Carbon Footprint bereitstellen. Damit die Transformation gelingt, müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam vorangehen. Benötigt werden klare Ziele und verlässliche Rahmenbedingungen bei gleichzeitig ausreichendem Freiraum, um technische Lösungen entwickeln und umsetzen zu können. Unternehmen sollten stärker danach bewertet werden, welche Ergebnisse sie erzielen, und weniger danach, wie umfangreich sie darüber berichten.
EMPLOYER BRANDING. Für viele junge Menschen ist Nachhaltigkeit heute keine Zusatzoption mehr, sondern eine grundlegende Einstellung. Sie möchten für Unternehmen arbeiten, Verantwortung übernehmen und einen positiven Beitrag leisten. Dabei stehen unter anderem folgende Aspekte im Fokus: die Sinnhaftigkeit der Arbeit, Verantwortung statt kurzfristiger Gewinne, Glaubwürdigkeit, Innovation, Kreislaufwirtschaft, Stolz auf den Arbeitgeber und eine langfristige Perspektive.
Für Plansee geht es nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch darum, den CO2-Fußabdruck Schritt für Schritt zu reduzieren und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.
SCHRETTER & CIE VILS. Die Zementindustrie bekennt sich zu den Klimaschutzzielen von Paris. Die Baustoffindustrie verfügt bereits heute über zahlreiche Möglichkeiten, ihren CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem die Entwicklung klinkerreduzierter Zemente sowie die Verwendung alternativer Roh- und Brennstoffe. Bei der Herstellung von Zement entstehen jedoch unvermeidbare, prozessbedingte CO₂-Emissionen aus dem Kalkstein. Die Roadmap zur CO2-Neutralität (veröffentlicht von der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie) stützt sich auf fünf Bereiche, die dazu beitragen, bis 2050 das fast Unmögliche wahr werden zu lassen. Diesbezüglich sind Veränderungen in den Bereichen Klinkerherstellung, Zement und Beton, Strom und Transport, Carbonatisierung sowie CCUS (CO₂-Abscheidung, -Nutzung bzw. -Speicherung) erforderlich.
AUF DEM WEG IN DIE ZUKUNFT. Der 1899 gegründete Industriebetrieb mit Hauptsitz in Vils wird seit 2017 durch das deutsche Familienunternehmen Schwenk als Beteiligungspartner unterstützt. Bei Schwenk stehen der Einsatz alternativer Roh- und Brennstoffe sowie innovative Technologien wie das Pure-Oxyfuel-Verfahren, bei dem im Klinkerbrennprozess reiner Sauerstoff eingesetzt wird, wodurch eine nahezu vollständige Abscheidung des CO₂ ermöglicht wird, an oberster Stelle. Der Klinker für die Zementherstellung in Vils wird auch aus den Schwenk-Standorten geliefert. Die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit beider Unternehmen ergänzen sich ideal und die Nutzung von Synergien bringt den nötigen Erfolg.
Geschäftsführer Manfred Pirker berichtete, dass das Unternehmen seit Jahren kontinuierlich an der Verbesserung seines CO₂-Fußabdrucks arbeite, unter anderem durch die Inbetriebnahme einer hochmodernen Klinkersiloanlage sowie eines Laborgebäudes. Bereits seit 2019 laufe ein Investitionsprogramm in Höhe von insgesamt 80 Mio. zur Modernisierung und Erweiterung der Produktionsanlagen in Vils, was als äußerst vorbildlich zu werten sei.
Die Transformation ist technisch machbar, erfordert jedoch neben erheblichen Investitionen verlässliche Rahmenbedingungen seitens der Politik. Abschließend darf festgehalten werden, dass Schwenk stolz auf den Beteiligungsstandort Schretter & Cie. in Vils ist. Die Investitionen wirken sich positiv auf sämtliche Umweltthemen aus.






