Sicherheit fand kaum Gehör
Aktionstag zum Fahrradfahren in Reutte wurde wenig angenommen
27. April 2026 | von
Bruno Dengg
Die freundlichen Polizistinnen und Polizisten im regen Austausch bei einem Kaffee zu diversen Belangen mit der Bevölkerung.Fotos: Dengg
HERVORRAGENDES AMBIENTE. Wir leben dort, wo andere Urlaub machen. Reutte hat sich inzwischen als fahrradfreundliche Stadt etabliert und besitzt zusammen mit den umliegenden Gemeinden über großzügig ausgebaute Radwege und eine Infrastruktur, die die Sicherheit an die erste Stelle setzt, egal, ob mit dem Rad der tägliche Weg zur Arbeit oder ein Ausflug zu den umliegenden Seen unternommen wird. Umso unverständlicher ist es, dass beim „Radaktionstag“ am 24. April – trotz attraktivem Programm – wie dem Medienfrühstück von U1 mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Sicherheit, einer Radversteigerung, der Präsentation der neuen Radkarte für den Talkessel, einem Rad-Check, einem Übungsparcours mit Trainer, Informationsständen zu Verkehrssicherheit und Klimaschutz sowie „Coffee with Cops“ – nur eine sehr bescheidene Anzahl an Interessierten den Weg in den Stadtpark fand.
NEUE RADKARTE TALKESSEL REUTTE. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtgemeinde mit den Nachbargemeinden Breitenwang, Ehenbichl, Lechaschau und Pflach. Im Fokus steht für Verbandsobmann und Bgm. Wolfgang Winkler unter anderem der Alltagsradverkehr, wobei er das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad für den Weg zur Arbeit, Schule oder zum Einkauf forciert. Weiters werden praktische Verbindungen sowie wichtige Alltagsziele im gesamten Talkessel angegeben. Die Karte ist kostenlos als Papierversion erhältlich.
„COFFEE WITH COPS“ … war eine Initiative der österreichischen Polizei, um sich in gemütlicher Atmosphäre mit den Bürgerinnen und Bürgern auszutauschen. Dies kann in Form eines Small Talks sein. Natürlich werden auch hilfreiche Informationen zu diversesten Belangen an die Bevölkerung gegeben. Bezogen auf den Radfahrtag teilte mir Bezirkskommandant Michael Eder mit, dass 2025 ungefähr ein Drittel der Fahrradunfälle mit E-Bikes passiert seien und dabei vorwiegend die Personengruppe der 51–60jährigen betroffen war. Laut Präventionstipp der Polizei sollte der Fokus in erster Linie auf Brems- und Kurventechnik einerseits und auf defensive Tempowahl andererseits gelegt werden.
FAHRRADVERSTEIGERUNG. Die Stadtgemeinde Reutte führt jährlich einmal, am autofreien Tag, ihre Radfahrversteigerung durch. Das Jahr 2026 bildet eine Ausnahme, da im Rahmen des Sicherheitstages eine zusätzliche Veranstaltung eingeschoben wurde. Roland Hohenrainer versteigerte am vergangenen Freitag mit seinem Team Fahrräder, die in der Stadt Reutte liegen geblieben sind. Diese werden durch die Stadtgemeinde abgeholt, lagern in deren Fahrradkeller, nach zwei Jahren dürfen sie zur Versteigerung freigegeben werden. Vorab wird der Ausrufungspreis festgelegt, danach können die Interessierten hauptsächlich Mountainbikes und Kinderfahrräder ersteigern. Die Fahrräder sind bis auf kleine Mängel in einem guten Zustand. Bei dieser Auktion freuten sich die Neobesitzer über den besonders günstigen Preis, da kaum Interessenten vor Ort waren. So ging ca. ein Drittel der angebotenen Fahrräder zwischen 10–90 Euro über den Tisch. Erwähnenswert ist, dass die Stadtgemeinde Reutte mit den Umlandgemeinden über eine WhatsApp-Gruppe vernetzt ist, sodass nur eine Gemeinde bei Diebstahl bzw. einem herrenlosen Fahrrad informiert werden muss.
Alles in allem kann gesagt werden, dass die Veranstaltung mehr Besucherinnen und Besucher verdient hätte. Angesprochen auf diese Thematik meinten die meisten Anwesenden, dass sowohl der Tag der Veranstaltung als auch die Uhrzeit unglücklich gewählt worden waren.
