Artikel teilen
Artikel teilen >

Starke Landwirtschaft durch Zusammenhalt, Frauenpower und Technik

Versorgungssicherheit gewährleisten mit klaren, politischen Rahmenbedingungen

Vergangene Woche war die Landwirtschaftskammer Tirol im Rahmen ihrer Bezirksbesuche im Außerfern unterwegs. Neben innovativen Projekten in Jungholz besuchte sie auch den landwirtschaftlichen Betrieb von Stefan Müller und Franziska Rieser in Zöblen, der als Paradebeispiel für die vielfältigen Möglichkeiten moderner Landwirtschaft gilt.

8. Juni 2026
Starke Landwirtschaft durch Zusammenhalt, Frauenpower und Technik<br />
Bezirksstellenleiter Otmar Juen, LK-Präsident Josef Hechenberger, Bezirksbäuerin Elke Klages, Franziska Rieser und Stefan Müller und Bezirksobmann Markus Rid stehen für eine starke Landwirtschaft. Foto: LK Tirol
2026 wurde von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Bäuerinnen“ erklärt. Die Landwirtschaftskammer Tirol und die LK Bäuerinnen nehmen dies zum Anlass, um verstärkt auf die Leistungen der Frauen in der Landwirtschaft hinzuweisen. Seit jeher gilt die Frau als Motor eines Hofes. Bäuerin ist kein Beruf, sondern vielmehr eine Berufung, die aus mehreren Aufgabenbereichen besteht. Die Rolle der Frau hat sich auch in der Landwirtschaft im Laufe der Jahre verändert. Bäuerinnen möchten ebenso finanziell unabhängig sein und später eine Pension beziehen. Immer mehr Frauen sind als Betriebsführerinnen tätig. Jede fünfte Landwirtschaft in Tirol wird von einer Frau geführt, das sind 2.168 Betriebe – Tendenz steigend. Gleichzeitig sind die Frauen oft Mütter, zuständig für Vermarktung und Management oder bieten Gästezimmer sowie Urlaub am Bauernhof an. Alles Bäuerinnen mit Leib und Seele, worüber sich Bezirksbäuerin Elke Klages besonders freut. Sie hofft jedoch auch, dass sich künftig weitere Frauen als Funktionärinnen für die Landwirtschaft und die Anliegen der Bäuerinnen engagieren.

QUEREINSTIEG LANDWIRTSCHAFT MÖGLICH.  Franziska Rieser steht exemplarisch für die Bäuerin von heute. Sie sprüht vor Energie und Tatkraft und ist Bäuerin aus Leidenschaft. Auch wenn sich die vergangenen Jahre als besonders herausfordernd erwiesen und bürokratische Hürden sie immer wieder an ihre Grenzen brachten, steht sie heute gemeinsam mit ihrem Mann Stefan Müller stolz vor ihrem neuen Betrieb. Als Quereinsteiger beweisen die beiden, dass ein Einstieg in die Landwirtschaft grundsätzlich möglich ist, zugleich aber eine gehörige Portion Mut, Ausdauer und Durchhaltevermögen erfordert. Gemeinsam betreiben sie eine Schwarznasenschafzucht mit rund 70 Tieren und setzen dabei auf Nachhaltigkeit sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Tourismus. Die Bäuerin würde sich freuen, wenn die Landwirtschaft wieder stärker in das Dorfleben integriert würde. Bringt die abgeschiedene Lage zwar den Vorteil mit sich, ungestört arbeiten zu können, ist sie zugleich mit längeren Fahrwegen verbunden und trägt dazu bei, dass bestehende Höfe leer stehen.

MOTIVATION TROTZ WIRTSCHAFTLICHEM DRUCK. Die Herausforderungen an die LandwDie Herausforderungen in der Landwirtschaft werden nicht weniger: steigende Betriebs-, Futter- und Dieselkosten, sinkende Milchpreise sowie der Klimawandel stellen die Betriebe vor große Aufgaben. Trotzdem ist die Motivation der Landwirte ungebrochen. Derzeit werden im Bezirk Außerfern 735 land- und forstwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet. Tirolweit reicht die Bandbreite von kleinen Ziegenzuchten bis hin zu großen landwirtschaftlichen Betrieben. Dem wirtschaftlichen Druck wird mit Innovation begegnet. Immer mehr Photovoltaikanlagen werden installiert, zudem kommen Melkroboter zur Effizienzsteigerung zum Einsatz. Trotz ihrer intensiven Arbeit engagieren sich viele Bauern und Bäuerinnen im Natur- und Klimaschutz. Durch ihre Wirtschaftsweise fördern sie die Biodiversität in der Region, die aufgrund ihrer Artenvielfalt auch als Schmuckkästchen Tirols bezeichnet wird. Gleichzeitig achten sie darauf, dass die hochwertigen Rohstoffe Milch und Fleisch in der Region bleiben.

WEICHEN FÜR DIE ZUKUNFT DER AGRARPOLITIK. Präsident Josef Hechenberger betonte: „Nur eine geschlossene, gut organisierte Bauernschaft hat Power.“ Deshalb bereitet sich die Landwirtschaftskammer Tirol auf einen intensiven Herbst vor, der ganz im Zeichen der Neuwahlen auf allen Ebenen steht. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Formen der Landwirtschaft sei es besonders wichtig, dass alle Betriebe gesehen und entsprechend unterstützt werden. Mithilfe des umfangreichen Bildungsangebots, das von vielen Landwirten genutzt wird, können Chancen erkannt und gezielte Beratungen angeboten werden. Neben den Wahlen steht auch die Gemeinsame Agrarpolitik weit oben auf der Agenda. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, in wie vielen Bereichen Österreich von externen Märkten abhängig geworden ist – etwa bei Medikamenten oder Energie. Die Lebensmittelversorgung sei derzeit noch weitgehend gesichert. Oberste Priorität müsse es jedoch sein, die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Eine nachhaltige Landwirtschaft liefere nicht nur wertvolle Lebensmittel für Einheimische und Gäste, sondern sorge auch für eine gepflegte Kulturlandschaft. Deshalb setzt sich die Landwirtschaftskammer für eine inflationsangepasste Wertanpassung ein und kämpft gegen Kürzungen.

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.