Trailarea wächst weiter
Zahlreiche Besucher feierten mit MTB Außerfern am Urisee die Eröffnung der neuen „Gscheide Line“
11. Mai 2026 | von
Johannes Pirchner
Schon zu Beginn sorgte MTB-Außerfern-Obmann Martin „Martl“ Nigg für Schmunzeln und sagte sinngemäß: „Die Biker wollen springen, wir müssen eine schnelle Eröffnung machen.“ Er begrüßte unter anderem Reuttes Vizebürgermeister Markus Illmer, TVB-GF Ronald Petrini, Andreas Schreieck von der BH Reutte, SVR-Obmann Manfred Storf sowie Pfarrkurator Patrick Gleffe ebenso wie die vielen anwesenden Biker.
KURZER RÜCKBLICK. Martl Nigg freute sich in seinen Grußworten über den großen Andrang und erinnerte daran, dass die Trailarea Urisee erst vor zwei Jahren eröffnet wurde. Bereits im vergangenen Jahr folgte dann der Pumptrack, beide Projekte hätten sich mittlerweile zu echten Erfolgsgeschichten entwickelt.
DIE FÜNFTE STRECKE. Mit der neuen Strecke sei nun „Level fünf unlocked“ entstanden, wie Nigg augenzwinkernd meinte. Diese „Gscheide Line“ sei gemeinsam geplant, skizziert und umgesetzt worden. Besonders stolz zeigte sich der Verein darüber, dass die Genehmigungen rasch erfolgt seien: „Drei Tage von der Stadt Reutte, drei Wochen vom Land Tirol – das Vertrauen spricht für uns.“ Es seien über 100 Stunden freiwillige Arbeit geleistet worden. Insgesamt investierte der Verein rund 12.000 Euro in Baggerarbeiten und Materialien. Knapp 45 Tonnen Steine wurden verbaut und transportiert. Einen besonderen Dank richtete Nigg an den lokalen Trailbauprofi Matthias Gerber, an die Vorstandskollegen, freiwilligen Helfer und Sponsoren sowie an den Landschaftsdienst für die Unterstützung.
GROSSES LOB. Reuttes Vizebürgermeister Markus Illmer bezeichnete das Projekt als „tolle Investition für die Zukunft“. Martl Nigg habe die Idee hartnäckig und professionell verfolgt, Sponsoren eingebunden und viele Menschen motiviert, mitzuhelfen. Mit einem Augenzwinkern meinte Illmer in Richtung Verein: „Nach drei Tagen schon eine Rückantwort – so arbeitet die Stadtgemeinde Reutte immer.“ Gleichzeitig sprach er MTB Außerfern großen Respekt aus, „dass ihr sowas auf die Beine stellt“. Auch TVB-Geschäftsführer Ronald Petrini zeigte sich erfreut über die neue Strecke. Das Angebot schließe eine wichtige Lücke und sei „ein echter Mehrwert für Einheimische und Gäste“. Der Tourismusverband unterstütze das Projekt weiterhin.
WALD UND REGELN. Andreas Schreieck von der Bezirkshauptmannschaft Reutte erinnerte an frühere Zeiten mit „Waldbahnen“. Heute seien die Siedlungsräume größer geworden, weshalb Regeln und ein gutes Miteinander wichtig seien. Ziel sei es, bestimmte Projekte zu unterstützen und gleichzeitig geschützte Bereiche für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Es habe zwar Diskussionen rund um den Trail gegeben – von der Haltung „ich fahr, wo ich will“ bis hin zu Fragen des Allgemeinwohls – letztlich sei das Projekt aber ein „Musterbeispiel für ganz Tirol“. Die Anlage freue nicht nur die Stadtgemeinde und den TVB, sondern auch die gesamte Community, die hier trainieren und üben könne. „Ich bin froh, dass es endlich wieder eine Waldbahn gibt“, so Andreas Schreieck.
SEGEN FÜR DIE LINE. Für viele Lacher sorgte schließlich Pfarrkurator und Jugendseelsorger Patrick Gleffe. „Ich mache viele Segnungen, aber so coole sind selten dabei“, meinte er. Wichtig sei beim Biken sowohl das Hirn als auch das Herz: Sicherheit, Rücksicht und ein gutes Miteinander müssten immer mitfahren. Zur Frage, ob er bei so einer waghalsigen Line nicht mit einem Fass Weihwasser komme, erklärte Gleffe lachend, er habe „den größten Weihwasserkessel im ganzen Seelsorgeraum“ dabei. Gleichzeitig gab er den Bikern mit auf den Weg: „Nicht sagen: Patrick hat’s gesegnet und dann passt schon.“ Auch nach der Segnung müsse weiterhin mit „Herz und Hirn“ gefahren werden. Abschließend wurde das Band durchgeschnitten und die Bahn eröffnet.




