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Verkehr bewegt das Außerfern

Bürger kritisieren Fernpass-Paket, Lärm und fehlende Verbindungen

Der Tiroler Grünen-Klubobmann Gebi Mair und die Reuttener Bezirkssprecherin Margit Dablander berichteten am 28. Oktober bei einem Pressegespräch im Mohren über ihre jüngsten Hausbesuche. Dabei stand ein Thema im Mittelpunkt: der Verkehr. Rund 60 Haustüren wurden im Außerfern aufgesucht.

2. November 2026
Verkehr bewegt das Außerfern<br />
Klubobmann Gebi Mair und Bezirkssprecherin Margit Dablander fordern eine Verkehrswende. Foto: Pirchner
Mit ihrer Kampagne „Endlich wieder aufatmen“ wollen die Grünen abseits des Wahlkampfes den direkten Kontakt zur Bevölkerung suchen. Während in anderen Tiroler Bezirken häufig Wohnen, Löhne und soziale Fragen angesprochen werden, dominierten im Außerfern nahezu ausschließlich Verkehrsthemen.

POLITIK AUF AUGENHÖHE. Tirolweit wurden laut Mair bereits rund 4.000 Wohnungen besucht. Viele Menschen seien zunächst überrascht, wenn Politiker an ihrer Haustür stehen und nach ihren Anliegen fragen, statt Wahlprogramme zu verteilen. Mair und Dablander berichten weiter über ihre Erfahrungen.

KRITIK AM FERNPASSPAKET. Besonders deutlich fiel laut Dablander die Ablehnung des Fernpasspakets auf. Bei den Hausbesuchen habe sich ihrer Wahrnehmung nach niemand positiv dazu geäußert. Die Bürger bezweifelten vor allem die versprochene Entlastung durch den Scheiteltunnel und kritisierten die geplante Maut. Besonders kritisch sehen die Grünen, dass künftig auch für notwendige Fahrten ins Inntal, etwa zu einem Arzttermin, eine Maut zu bezahlen wäre. Als langfristige Alternative fordern sie einen Bahntunnel für eine direkte Verbindung vom Außerfern ins Inntal.

SORGE UM AUSWEICHVERKEHR. Die Grünen befürchten durch die Fernpassmaut zusätzlichen Ausweichverkehr über das Hahntennjoch und das Tannheimer Tal. Mair kritisierte, dass eine entsprechende Anfrage keine Prüfungsergebnisse erbracht habe. Er fordert, mögliche Auswirkungen rechtzeitig zu untersuchen, und sieht hier LH Anton Mattle in der Pflicht.

LÄRM AUF STRASSEN. Als positives Beispiel nannte Margit Dablander die seit 2020 geltenden Lärmbeschränkungen für Motorräder auf bestimmten Strecken im Bezirk. Dadurch sei die Belastung zurückgegangen. Zunehmende Probleme bereiten hingegen besonders laute Sportwagen, die häufig in Gruppen über die Passstraßen fahren und diese zu Rennstrecken machen. Mair fordert deshalb ein bundesweites Lärmschutzgesetz, das auch Pkw erfasst. Handlungsbedarf sieht Dablander zudem beim nächtlichen Mopedlärm im Reuttener Untermarkt. Beschwerden darüber gab es bereits beim Anrainerdialog zur Fußgängerzone. Ob frühere Nachtfahrverbote in Gemeinden noch gelten, soll geprüft werden.

GÜTER AUF DIE SCHIENE. Mair kritisierte den weiterhin eingestellten Güterverkehr auf der Außerfernbahn. Eine angekündigte Prüfung zur Wiederaufnahme mit leichteren Lokomotiven sei bislang ohne bekanntes Ergebnis geblieben. Gleichzeitig habe der tägliche Lkw-Verkehr über den Fernpass in den vergangenen drei bis vier Jahren um rund 300 Fahrzeuge zugenommen. Die Grünen fordern neue Anstrengungen, um Gütertransporte auf die Schiene zu verlagern.

UNZUVERLÄSSIGE VERBINDUNGEN. Auch der Personenverkehr auf der Außerfernbahn wurde kritisch angesprochen. Zugausfälle, kurzfristige Informationen und teilweise fehlender Schienenersatzverkehr erschweren die Nutzung, insbesondere für Pendler und Schüler. Mair betonte, dass Verlässlichkeit wichtiger sei als reine Fahrzeitverkürzungen. Auch bei Busverbindungen gebe es Probleme mit verpassten Anschlüssen, etwa in Nassereith auf dem Weg nach Innsbruck. Positiv erwähnt wurde hingegen der RegioFlink im Talkessel als ergänzendes Angebot. Entscheidend seien funktionierende Verbindungen, damit der öffentliche Verkehr eine tatsächliche Alternative zum Auto darstellt. Die Hausbesuche haben für die Grünen einmal mehr deutlich gemacht, wie stark der Verkehr die Menschen im Außerfern beschäftigt. Für Mair und Dablander sind die Rückmeldungen ein Auftrag, die angesprochenen Probleme weiterzuverfolgen.

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