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Vorsichtig optimistisch ins Jahr 2026

Neujahrsempfang in der WK Reutte, ein traditionelles Highlight zu Jahresbeginn

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer, politische Vertreterinnen und Vertreter sowie Ehrengäste folgten am vergangenen Freitagabend der Einladung der Bezirksstelle Reutte, um gemeinsam ins neue Wirtschaftsjahr zu starten. Der Neujahrsempfang ist nicht nur ein besonderes gesellschaftliches Ereignis, das dem Austausch und dem Miteinander dient, sondern auch Rück- und Ausblick zugleich.
12. Jänner 2026 | von Bruno Dengg
Die Wirtschaftskammer in Reutte bleibt für ihre Mitglieder am Ball. Wolfgang Winkler, Bezirksstellenleiter Reutte, Barbara Thaler, Präsidentin, Evelyn Geiger-Anker, Direktorin, beide Wirtschaftskammer Tirol, Christian Strigl, Bezirksobmann Reutte (v. l.). Fotos: Dominik Somweber
BEZIRKSOBMANN CHRISTIAN STRIGL … freute sich als wiedergewählter Hausherr, dass so viele Mitglieder, Gäste und Ehrengäs-te u. a. LTP Sonja Ledl-Rossmann, LR Mario Gerber, Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf sowie Günter Salchner, Bgm. der Stadtgemeinde Reutte, zum Jahresauftakt in die WK Reutte gekommen waren. In seiner interessanten Eröffnungsansprache machte er kein Hehl daraus, dass wir uns momentan in sehr bewegten geopolitischen Zeiten befänden. Die Bezirksstelle Reutte könne diese Problematik zwar erkennen, doch nicht lösen. Deshalb liege der Fokus darauf, die regionalen Herausforderungen zu meistern, um den heimischen Unternehmen die bestmöglichen Rahmenbedingungen bereitzustellen. Das Außerfern als Wirtschaftsstandort sei durch den Branchenmix von Tourismus, Handwerk, Handel und Industrie sehr gut aufgestellt und dadurch auch relativ krisenresistent. Im Telegrammstil bedeutet das: Tourismus und Dienstleistungssektor stabil, Weihnachtsgeschäft des Handels zufriedenstellend, Industrie schwächelt leicht, Anzeichen einer leichten Erholung sichtbar, größere Sorge im Baugewerbe. In die Zukunft blickend gelte es für Strigl, das Thema leistbare Energie sowie deren Versorgungssicherheit und Autonomie in Zukunft in Angriff zu nehmen. Ein „Ja“ zur Wasserkraft mit dem notwendigen Respekt vor unserer Heimat sei dabei unumgänglich. „Die Wirtschaft bleibt am Ball“ … und so werde es 2026 nicht nur die Fußball-WM mit österreichischer Beteiligung, sondern nach vierjähriger Pause wieder die Wirtschaftsmeile, die größte Regionalmesse in Tirol, im Juli geben.  „Bilden, bündeln und beraten“: Die WK Reutte ist bedacht und sehr stolz darauf, diese ureigensten Aufgaben für ihre Mitglieder auch weiterhin mit viel Engagement und Erfolg zur Verfügung stellen zu können. „Bilden“ nicht nur im Rahmen des WIFI, sondern auch durch eine Reihe von interessanten Veranstaltungen, die jährlich über 1.200 Kinder begeistert besuchen mit dem erklärten Ziel, diese schon ab dem Kindergarten- und Schulalter für die Wirtschaft zu begeistern. Unter „Bündeln“ wird die klassische Interessensvertretung verstanden sowie die Vermittlertätigkeit zwischen Behörden und Gemeinden. Im Rahmen des „Beratens“ bietet die WK Reutte einen allumfassenden Service von der Gründung bis zur Schließung eines Unternehmens an. Das Team vor Ort durfte im Jahre 2025 ca. 150 Neugründerinnen und -gründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten. Bezirksobmann Strigl schloss seine Ausführungen mit dem Zitat: „Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten“, einem Motto, das durch das Reuttener Team sehr erfolgreich umgesetzt wird.

WK-PRÄSIDENTIN BARBARA THALER … befand, dass Tirols Wirtschaft“ wieder Boden unter den Füßen“ habe. Sie stellte in ihren Ausführungen das „brandaktuelle“ Konjunkturbarometer in den Fokus. Dieses zeige, dass sich die heimische Wirtschaft im Winter 2025–26 spürbar stabilisiert und sich die Stimmung aufgehellt habe – wenn auch weiterhin noch zaghaft. Viele Branchen würden zufriedenstellend laufen, die Industrie leide jedoch weiterhin unter hohen Arbeitskosten und Wettbewerbsdruck, die Bauwirtschaft liege noch im negativen Bereich. Unter stabilen geopolitischen Rahmenbedingungen erwarte die WK Tirol für das neue Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent.  Basierend auf dieser Prognose führte Präsidentin Thaler aus: „Das momentane kleine Pflänzchen an Wirtschaftswachstum braucht jetzt die richtigen Rahmenbedingungen, um weiter wachsen zu können. Bürokratieabbau, die Senkung der Lohnnebenkosten und ein investitionsfreundliches Umfeld sind dafür entscheidend. Wer nachhaltig Wachstum will, muss den Betrieben Luft zum Atmen geben.“ „Wertschätzung für die Wertschöpfung“ ist für Thaler besonders wichtig und sie untermauerte dies mit beeindruckenden Zahlen für den Wirtschaftsstandort Tirol: 21 Milliarden Lohnkosten im Jahr, 5 Milliarden Investitionen und Ausbildung von über 10.000 Lehrlingen. Die Wirtschaft hat somit einen großen Anteil für die positive Gesamtentwicklung in unserem Bundesland. Wirtschaftspolitik sei ihrer Meinung nach auch Emotion sowie Haltungs- und Werteverständnis.

LANDESRAT MARIO GERBER … forderte in seinen Grußworten Akzeptanz für Leistung ein. Auch das Jahr 2026 werde eines mit Höhen und Tiefen sein, doch er sehe mehr Licht als Schatten. Laut seinen Ausführungen sei Tirol das einzige Bundesland, das ein ausgeglichenes Budget vorweisen kann. Ihm sei es ein Anliegen, Ideologien aus Parteipolitik auszugrenzen, Akzeptanz der erbrachten Leistungen in den Vordergrund zu stellen, Bürokratie abzubauen, Innovationen zu fördern sowie den starken Dialog zwischen Kammer und Land fortzuführen. Wohlstand werde seiner Meinung nach nur durch Wirtschaft erzeugt. Der hervorragend organisierte Neujahrsempfang im schönen Rahmen der WK Reutte war ein Highlight zu Jahresbeginn, das Networking sowie viele interessante Gespräche ermöglichte und jenen Optimismus vermittelte, der „Treibstoff“ der Wirtschaft ist. Für das leibliche Wohl der Gäste sorgte wie immer das Hotel Goldener Hirsch mit Gulasch und Beuschel. Erstmalig verteilte  Rauchfangkehrer Philipp Singer vom gleichnamigen Betrieb in Reutte Glücksbringer an die Ehrengäste. Die RUNDSCHAU wünscht allen Unternehmerinnen und Unternehmern ein erfolgreiches Jahr.
Vorsichtig optimistisch ins Jahr 2026<br />
Der Neujahrsempfang in der Wirtschaftskammer hat eine lange Tradition.

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