Wasserkraft & Muskelkraft im Fokus
Stadtgemeinde Reutte gibt dem autofreien Tag eine neue (Lauf-)Richtung
Bewegung, Begegnung, Klimaschutz und regionale Energieversorgung werden am Freitag, 18. September, in Reutte miteinander verbunden. Unter dem neuen Titel „Sport & Energie“ erhält der seit 2010 veranstaltete autofreie Tag eine neue Ausrichtung. Gleichzeitig öffnet das modernisierte Kraftwerk Reutte seine Türen.
1. September 2026
SVR-Obmann Manfred Storf, EWR-Vorstand Sebastian Freier, GR Margit Dablander, Bürgermeister Günter Salchner und Präsidentin Marina Bunte präsentieren das Programm und ein neues EWR Wimmelbuch. Foto: Pirchner
Von 14 bis 19.30 Uhr erstreckt sich das Programm vom Stadtzentrum bis zum Linz-Textil-Areal und richtet sich ausdrücklich auch an Kinder und Familien.
WICHTIGER BAUSTEIN FÜR ENERGIEVERSORGUNG. Für EWR-Vorstand Sebastian Freier hat die Eröffnung des Kraftwerks besondere Bedeutung. Nach intensiven Planungs-, Genehmigungs- und Baujahren ist aus den beiden bisherigen Anlagen ein neues Gesamtsystem entstanden. Freier hob dabei besonders die Verbindung von regionaler Energieversorgung und Natur hervor. Man sei stolz darauf, dass es gelungen sei, „Energie, Region und Natur so gut miteinander zu verbinden“.
KEINE NEUEN KRAFTWERKE AM LECH. Die Bedeutung der Wasserkraft werde durch den steigenden Strombedarf weiter zunehmen. Freier verwies dabei auf Wärmepumpen und die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs. Zugleich positionierte er EWR in der aktuellen Diskussion über die Wasserkraft am Lech eindeutig. Im Zusammenhang mit der Optimierung der Kraftwerkskette Plansee habe der EWR-Vorstand eine klare Entscheidung getroffen: „Wir werden keine neuen Kraftwerke am Lech bauen.“
BESICHTIGUNG, WIMMELBUCH & MASKOTTCHEN. Ab 14.30 Uhr kann die Bevölkerung das modernisierte Kraftwerk besichtigen. Bei Führungen werden die Anlage und ihre Zusammenhänge erklärt. Besonders Familien sollen angesprochen werden: Kinder können auf einem Parcours spielerisch Wissen sammeln. Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens präsentiert EWR zudem ein neues Wimmelbuch, das bereits den Jüngsten vermitteln soll, was einen regionalen Energieversorger ausmacht. Premiere feiert außerdem das neue EWR-Maskottchen. Ein kleiner Personenzug verbindet das Kraftwerksareal mit dem übrigen Veranstaltungsgeschehen.
KEINE KAPITULATION. Auch die Stadt Reutte schlägt mit „Sport & Energie“ ein neues Kapitel auf. Bürgermeister Günter Salchner erinnerte an die lange Geschichte des autofreien Tages. Seit 2010 beteiligt sich Reutte an der Europäischen Mobilitätswoche und schaffte es mit seinem Programm einst sogar unter die europäischen Top Ten. In den vergangenen Jahren seien Straßensperren und Umleitungen jedoch zunehmend kritisch gesehen worden. Auch die Aggression mancher Autofahrer habe zugenommen. Daher habe sich mehrfach die Frage gestellt, ob man die Veranstaltung nicht aufgeben solle. Für Salchner wäre das der falsche Weg: Mit Blick auf den Klimawandel und den Anteil des Verkehrs an den Emissionen bezeichnete er eine Aufgabe der Veranstaltung als „wahrscheinlich wirklich das falsche Zeichen“. Statt mit erhobenem Zeigefinger zum Autoverzicht aufzurufen, setzt die Stadt nun auf eine positive Botschaft: Wenn sich die Autos schon nicht bewegen, dann sollen sich an diesem Tag die Menschen bewegen – und das mit möglichst viel Spaß. Sport und Energie seien ohnehin eng miteinander verbunden, betonte Salchner. Gemeinsam mit dem Sportverein Reutte und weiteren Vereinen wird deshalb das Zentrum zur großen Sportfläche. Geplant sind unter anderem ein Stadtbiathlon im Obermarkt und ein Kugelstoßmeeting am Kirchplatz. Die Sportarten sollen dabei nicht nur vorgeführt werden: Besucher können selbst mitmachen und Neues ausprobieren.
VON TURNEN BIS TISCHTENNIS. SVR-Obmann Manfred Storf unterstrich die Bedeutung des heimischen Sports. Mit 17 Zweigvereinen und mehr als 2.200 Mitgliedern sei der Sportverein Reutte der zweitgrößte Sportverein Tirols; Breitensport und Jugendarbeit bilden die Schwerpunkte. Bei „Sport & Energie“ präsentieren sich unter anderem die Sparten Turnen, Judo, Skilauf, Leichtathletik, Tischtennis, Tennis, Eis- und Stocksport, Badminton und Fußball. Im Hochsprung und Kugelstoßen sind auch Vorführungen erfolgreicher heimischer Athleten vorgesehen. Mit dabei sind zudem Vereine außerhalb des SVR, etwa der Biathlon oder der Verein „barrierefrei“.
MOBILITÄT ALS BEWUSSTSEINSBILDUNG. Für Gemeinderätin Margit Dablander bleibt hinter dem neuen, sportlicheren Erscheinungsbild der ursprüngliche Gedanke erhalten. Der autofreie Tag sei keine bloße „Bespaßung“, sondern diene der Bewusstseinsbildung. Ziel sei es, Menschen wieder stärker zum Zufußgehen und Radfahren zu bewegen. Dabei gehe es neben dem Klimaschutz auch um Begegnungen und sozialen Austausch im öffentlichen Raum. Den Auftakt zur Mobilitätswoche bildet bereits am Montag, 14. September, um 19 Uhr ein Vortrag von Felix Brunner in der Landesmusikschule. Der Extremsportler überlebte 2009 einen schweren Bergunfall im Tannheimer Tal und ist heute trotz Rollstuhl sportlich aktiv und als Motivationsredner tätig. Auch Kultur gehört zum Programm. Nachwuchsbands aus dem Umfeld der Landesmusikschule sowie des Klavier- und Jazz-Instituts von Andreas Kopeinig erhalten eine Bühne und sorgen für die musikalische Begleitung. Beim Kraftwerk spielt außerdem die Bürgermusikkapelle Reutte.
VERSTEIGERUNG & REPARATUR. Praktische Mobilitätshilfe gibt es ebenfalls: Fahrradmechatroniker-Lehrlinge aus Kufstein reisen nach Reutte und reparieren Fahrräder kostenlos. Nach Möglichkeit werden auch Ersatzteile über Sponsoren organisiert. Um 15 Uhr findet vor der Bezirkshauptmannschaft die traditionelle Fahrradversteigerung statt. Ersteigerte Räder können anschließend von den Lehrlingen wieder hergerichtet werden – eine Aktion, die Mobilität und den Reparaturgedanken unmittelbar miteinander verbindet.
ROTARY LAUF ALS HÖHEPUNKT. Den sportlichen Schlusspunkt setzt um 17.30 Uhr der Stundenlauf des Rotary Clubs Reutte-Füssen. Dabei steht ausdrücklich nicht die sportliche Höchstleistung im Vordergrund. Vom Baby im Kinderwagen über Vereine und Betriebe bis hin zu älteren Teilnehmern sollen möglichst viele gemeinsam in Bewegung kommen. Der Lauf macht zugleich sichtbar, wofür der grenzüberschreitend tätige Rotary Club steht. Mit den Einnahmen und Spenden unterstützt er Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk Reutte und dem Raum Füssen, deren Familien sich etwa schulische Aktivitäten nicht leisten können. Die Hilfe könne schnell und unbürokratisch erfolgen. Für den Club ist der Stundenlauf deshalb weit mehr als ein Programmpunkt: Er verbindet Bewegung und Gemeinschaft mit einem konkreten sozialen Zweck.
WICHTIGER BAUSTEIN FÜR ENERGIEVERSORGUNG. Für EWR-Vorstand Sebastian Freier hat die Eröffnung des Kraftwerks besondere Bedeutung. Nach intensiven Planungs-, Genehmigungs- und Baujahren ist aus den beiden bisherigen Anlagen ein neues Gesamtsystem entstanden. Freier hob dabei besonders die Verbindung von regionaler Energieversorgung und Natur hervor. Man sei stolz darauf, dass es gelungen sei, „Energie, Region und Natur so gut miteinander zu verbinden“.
KEINE NEUEN KRAFTWERKE AM LECH. Die Bedeutung der Wasserkraft werde durch den steigenden Strombedarf weiter zunehmen. Freier verwies dabei auf Wärmepumpen und die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs. Zugleich positionierte er EWR in der aktuellen Diskussion über die Wasserkraft am Lech eindeutig. Im Zusammenhang mit der Optimierung der Kraftwerkskette Plansee habe der EWR-Vorstand eine klare Entscheidung getroffen: „Wir werden keine neuen Kraftwerke am Lech bauen.“
BESICHTIGUNG, WIMMELBUCH & MASKOTTCHEN. Ab 14.30 Uhr kann die Bevölkerung das modernisierte Kraftwerk besichtigen. Bei Führungen werden die Anlage und ihre Zusammenhänge erklärt. Besonders Familien sollen angesprochen werden: Kinder können auf einem Parcours spielerisch Wissen sammeln. Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens präsentiert EWR zudem ein neues Wimmelbuch, das bereits den Jüngsten vermitteln soll, was einen regionalen Energieversorger ausmacht. Premiere feiert außerdem das neue EWR-Maskottchen. Ein kleiner Personenzug verbindet das Kraftwerksareal mit dem übrigen Veranstaltungsgeschehen.
KEINE KAPITULATION. Auch die Stadt Reutte schlägt mit „Sport & Energie“ ein neues Kapitel auf. Bürgermeister Günter Salchner erinnerte an die lange Geschichte des autofreien Tages. Seit 2010 beteiligt sich Reutte an der Europäischen Mobilitätswoche und schaffte es mit seinem Programm einst sogar unter die europäischen Top Ten. In den vergangenen Jahren seien Straßensperren und Umleitungen jedoch zunehmend kritisch gesehen worden. Auch die Aggression mancher Autofahrer habe zugenommen. Daher habe sich mehrfach die Frage gestellt, ob man die Veranstaltung nicht aufgeben solle. Für Salchner wäre das der falsche Weg: Mit Blick auf den Klimawandel und den Anteil des Verkehrs an den Emissionen bezeichnete er eine Aufgabe der Veranstaltung als „wahrscheinlich wirklich das falsche Zeichen“. Statt mit erhobenem Zeigefinger zum Autoverzicht aufzurufen, setzt die Stadt nun auf eine positive Botschaft: Wenn sich die Autos schon nicht bewegen, dann sollen sich an diesem Tag die Menschen bewegen – und das mit möglichst viel Spaß. Sport und Energie seien ohnehin eng miteinander verbunden, betonte Salchner. Gemeinsam mit dem Sportverein Reutte und weiteren Vereinen wird deshalb das Zentrum zur großen Sportfläche. Geplant sind unter anderem ein Stadtbiathlon im Obermarkt und ein Kugelstoßmeeting am Kirchplatz. Die Sportarten sollen dabei nicht nur vorgeführt werden: Besucher können selbst mitmachen und Neues ausprobieren.
VON TURNEN BIS TISCHTENNIS. SVR-Obmann Manfred Storf unterstrich die Bedeutung des heimischen Sports. Mit 17 Zweigvereinen und mehr als 2.200 Mitgliedern sei der Sportverein Reutte der zweitgrößte Sportverein Tirols; Breitensport und Jugendarbeit bilden die Schwerpunkte. Bei „Sport & Energie“ präsentieren sich unter anderem die Sparten Turnen, Judo, Skilauf, Leichtathletik, Tischtennis, Tennis, Eis- und Stocksport, Badminton und Fußball. Im Hochsprung und Kugelstoßen sind auch Vorführungen erfolgreicher heimischer Athleten vorgesehen. Mit dabei sind zudem Vereine außerhalb des SVR, etwa der Biathlon oder der Verein „barrierefrei“.
MOBILITÄT ALS BEWUSSTSEINSBILDUNG. Für Gemeinderätin Margit Dablander bleibt hinter dem neuen, sportlicheren Erscheinungsbild der ursprüngliche Gedanke erhalten. Der autofreie Tag sei keine bloße „Bespaßung“, sondern diene der Bewusstseinsbildung. Ziel sei es, Menschen wieder stärker zum Zufußgehen und Radfahren zu bewegen. Dabei gehe es neben dem Klimaschutz auch um Begegnungen und sozialen Austausch im öffentlichen Raum. Den Auftakt zur Mobilitätswoche bildet bereits am Montag, 14. September, um 19 Uhr ein Vortrag von Felix Brunner in der Landesmusikschule. Der Extremsportler überlebte 2009 einen schweren Bergunfall im Tannheimer Tal und ist heute trotz Rollstuhl sportlich aktiv und als Motivationsredner tätig. Auch Kultur gehört zum Programm. Nachwuchsbands aus dem Umfeld der Landesmusikschule sowie des Klavier- und Jazz-Instituts von Andreas Kopeinig erhalten eine Bühne und sorgen für die musikalische Begleitung. Beim Kraftwerk spielt außerdem die Bürgermusikkapelle Reutte.
VERSTEIGERUNG & REPARATUR. Praktische Mobilitätshilfe gibt es ebenfalls: Fahrradmechatroniker-Lehrlinge aus Kufstein reisen nach Reutte und reparieren Fahrräder kostenlos. Nach Möglichkeit werden auch Ersatzteile über Sponsoren organisiert. Um 15 Uhr findet vor der Bezirkshauptmannschaft die traditionelle Fahrradversteigerung statt. Ersteigerte Räder können anschließend von den Lehrlingen wieder hergerichtet werden – eine Aktion, die Mobilität und den Reparaturgedanken unmittelbar miteinander verbindet.
ROTARY LAUF ALS HÖHEPUNKT. Den sportlichen Schlusspunkt setzt um 17.30 Uhr der Stundenlauf des Rotary Clubs Reutte-Füssen. Dabei steht ausdrücklich nicht die sportliche Höchstleistung im Vordergrund. Vom Baby im Kinderwagen über Vereine und Betriebe bis hin zu älteren Teilnehmern sollen möglichst viele gemeinsam in Bewegung kommen. Der Lauf macht zugleich sichtbar, wofür der grenzüberschreitend tätige Rotary Club steht. Mit den Einnahmen und Spenden unterstützt er Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk Reutte und dem Raum Füssen, deren Familien sich etwa schulische Aktivitäten nicht leisten können. Die Hilfe könne schnell und unbürokratisch erfolgen. Für den Club ist der Stundenlauf deshalb weit mehr als ein Programmpunkt: Er verbindet Bewegung und Gemeinschaft mit einem konkreten sozialen Zweck.
Johannes Pirchner





