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Weichenstellung mit Weitblick

Ohne Planungsverbände würde vieles nicht mehr möglich sein

Am vergangenen Donnerstagnachmittag fand die erste Versammlung des Planungsverbandes 02 – Reuttener Talkessel 2026 im Kulturhaus in Pflach statt. Vertreterinnen und Vertreter aller 11 Gemeinden waren anwesend, um die „Mammutagenda“ zu diskutieren, abzuarbeiten und gemeinsame Beschlüsse zu fassen.
13. April 2026 | von Bruno Dengg
Weichenstellung mit Weitblick<br />
Es wäre sehr wünschenswert, wenn „RegioFlink“ künftig auch die Gemeinden Vils, Pinswang, Musau und Weißenbach ansteuert. Foto: Wolfgang Winkler

Planungsverbände sind Zusammenschlüsse von rechtlich eigenständigen Gemeinden, um strategische Aufgaben unter Nutzung von Synergien zu lösen. Es werden Ressourcen gebündelt, um die Region als „Ganzes“ voranzubringen, bei gleichzeitigem Erhalt der lokalen Demokratie sowie der Bürgernähe in den Verbandsgemeinden. Verbandsobmann Bgm Wolfgang Winkler wartete mit einer Agenda – bestehend aus zehn Punkten – auf, die allesamt bearbeitet, diskutiert und teilweise auch beschlossen wurden.

ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR IM FOKUS. Anhand von Zahlen, Daten und Fakten stellte Verbandsobmann Winkler das erfolgreiche Projekt „RegioFlink Reutte“ des VVT vor. „RegioFlink“ sei das Verkehrsmittel, das im Planungsverband am besten funktioniere, am meisten angenommen werde und aus dem öffentlichen Nahverkehr nicht mehr wegzudenken sei. Von September 2023 bis Jänner dieses Jahres weist „RegioFlink“ die stolze Fahrgastzahl von 100.000 auf, was einem Durchschnitt von 100 Buchungen pro Tag entspricht. Es zeichnet sich durch das leichte „Bestellwesen“ per Telefon oder App sowie durch eine garantierte Abholung innerhalb von einer Viertelstunde an den in jeder Gemeinde vereinbarten Hotspots aus, allerdings nur dann, wenn es zur gleichen Zeit kein Angebot durch einen Linienbus bzw. der Bahn mit Stundentaktung gibt. Für Winkler stelle „Regio Flink“ das „Schnellboot“, der öffentliche Nahverkehr durch Busse und Bahn hingegen den „Dampfer“ dar. Ersteres sollte unbedingt forciert und erweitert werden. Vielleicht gelingt es ja schon bald in allernächster Zukunft, diesen Service auch den derzeit noch nicht miteinbezogenen Gemeinden Vils, Musau, Pinswang und Weißenbach zur Verfügung zu stellen, zumal eine Simulation ergeben hat, dass nur ein weiteres Fahrzeug zur Bedienung notwendig wäre. Im Rahmen der derzeit bereits laufenden Neuausschreibung des Öffentlichen Personen Nahverkehrs gelte es laut Obmann Winkler, für eine zukünftig optimale Versorgung aller Verbände im Bezirk zusätzliche Eckpunkte zu berücksichtigen: Rücksichtnahme auf Stundenpläne der Schulen, insbesondere was den Nachmittagsunterricht bzw. Abendveranstaltungen betrifft sowie Schaffung von attraktiven Angeboten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Pendler. Zudem sollten auch heimische Busunternehmen Chancen zur Angebotslegung erhalten und last, but not least müsse dem Umweltaspekt Rechnung getragen werden, indem unterschiedliche Busgrößen zum Einsatz kommen, um Leerfahrten zu vermeiden.  Obmann Winkler und seine Bgm.-kolleginnen und -kollegen habe ihre Hausaufgaben erfolgreich erledigt. Es bleibt also nur zu hoffen, dass „RegioFlink“ bereits 2027 mit der angedachten Erweiterung etabliert wird und dass der Öffentliche Personen Nahverkehr mit Neubeginn Dezember 2028 nicht an der Finanzierung scheitert.

BESCHEIDEN VOM ZEITAUFWAND … jedoch nicht minder wichtig nahmen sich die weiteren Tagesordnungspunkte aus.  Es wurde der Eigenmittelanteil des Planungsverbandes Reutte in Höhe von  3.500 Euro für zwei weitere Laufzeitjahre des Projekts „Management und Begleitung von Prozessen zur Stärkung von Orts- und Stadtkernen, Bezirk Reutte“, einem REA Leaderprojekt, beschlossen. Weiters erhielten die Gemeindevertreterinnen und -vertreter an diesem Nachmittag Informationen über die Aktivitäten der „Klimaregion Außerfern“ durch KEM-Managerin Johanna Mühlmann-Mamming und KLAR!-Managerin Pia Mai-Huter. Laut Verbandsobmann Winkler hätte die Plattform „FRIDA.“ bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsplätzen ohne das Zutun der Gemeinden nicht optimal geklappt. Der Bezirk habe als Pilotregion in Tirol wichtige Erfahrungen geliefert.  Weiters war es dem Planungsverband wichtig, Überlegungen anzustellen, wie die Bergwacht Reutte und Umgebung bei der Tragung ihrer laufenden Kosten unterstützt werden kann. Der Rechnungsabschluss 2025 wurde einstimmig genehmigt und der Verbandsobmann entlastet.  Alles in allem darf gesagt werden: Kooperation statt Konkurrenz. Wer gemeinsam plant, gewinnt die Zukunft, wobei die Profiteure die Bewohnerinnen und Bewohner der Verbandsgemeinden sind.

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