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Zukunft des Brauchtums

„Bergfuirer“-Nachwuchs begeistert am Wetterstein

Wunderschöne Motive und beste Stimmung: Auch dieses Jahr zogen die traditionellen Bergfeuer zur Sommersonnenwende wieder Tausende Besucher in den Ehrwalder Talkessel. Ein Grund zur besonderen Freude war dieses Jahr die hervorragende Nachwuchsarbeit am Wetterstein-Steilhang, wo Kinder lernten, wie gelebtes Brauchtum funktioniert.

Juliane Wimmer
29. Juni 2026
Zukunft des Brauchtums
Lernen wie Brauchtum geht: Die Gruppe der „Steilhang-Bergfuirer“ besteht aus 15 Kindern zwischen 8 und 15 Jahren. Foto: Privat

Bereits am Vormittag trafen sich die 14 Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 15 Jahren am Wetterstein, um ihr Motiv unter Anleitung von Erwachsenen vorzubereiten.

DIE „STEILHANG-FUIRER“. Die „Steilhang-Bergfuirer“ traten in dieser Formation zum dritten Mal in Erscheinung. Nachdem sie in den Vorjahren ein Kreuz und eine Friedenstaube zum Leuchten gebracht hatten, war es diesmal ein riesiger Pokal, passend zur Fußball-WM. Dass dieser Platz reaktiviert wurde, liegt an einer Kooperation mit dem Alpenverein. Andy Pilz und Ingrid Voelk kannten dort viele interessierte Kinder und sprachen vor drei Jahren Initiator Daniel Wilhelm an. „Der Wetterstein-Steilhang ist ein guter Platz, um mit der Bergfeuertradition zu beginnen. Wenn die Kinder älter werden, gehen sie auf höhere Plätze“, erklärt Wilhelm, der selbst schon im Alter von zehn Jahren mit seinem Vater zum Feuern auf den Berg ging. Der Wetterstein-Steilhang liegt auf ca. 1.500 Metern Höhe und ist somit nicht ganz so hoch wie andere Standorte. Das macht ihn perfekt für die jungen Bergfexe. „Wir müssen nichts Großes raufschleppen, da der Ort mit dem Auto gut erreichbar ist, und nach dem Event ist man auch schnell wieder unten“, beschreibt Wilhelm die Vorteile.

Lebendige Gemeinschaft. Neben der Tradition wird bei dieser Gruppe vor allem die Gemeinschaft großgeschrieben. Ein fester Bestandteil des Tagesablaufs ist die gemütliche Einkehr auf der Gamsalm sowie ein großes Vorfeuer. „Damit die Leute wissen, dass es bald losgeht“, schmunzelt Wilhelm. Gleichzeitig setzt die Gruppe ein wichtiges Zeichen für die Umwelt. Die einzelnen Feuerstellen bestehen aus mit Wachs gefüllten Palmblatt-Schalen. Laut Ingrid Voelk war es ein großes Anliegen, eine nachhaltigere und umweltverträglichere Lösung zu finden. Diese ist zudem viel praktischer als die zuvor genutzten Rapsölbecher. Der Umgang mit dem Feuer erfordert von den Kindern volle Konzentration und Disziplin. „Da das Anzünden nicht ungefährlich ist, müssen die Kinder gut folgen. Und das machen sie auch. Wir haben derzeit eine tolle Gruppe“, lobt Wilhelm den Nachwuchs. Als gegen 22 Uhr das Spektakel begann und der WM-Pokal weithin sichtbar erstrahlte, war die Freude bei den Kindern und Betreuern riesig. Mit ihrem Einsatz sichern die motivierten Jugendlichen ein wichtiges Kulturgut, das seit 2010 offiziell zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
Zukunft des Brauchtums
Der „Bergfuirer“-Nachwuchs brachte heuer einen WM-Pokal zum Leuchten.Foto: Frozenlights

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