Zukunft einchecken
Das Außerfern auf dem Weg zur klimafreundlichen Gastlichkeit
Tirol, das Land der traditionsreichen Familienbetriebe und der weltberühmten Tourismusregionen, steht an einem historischen Wendepunkt: Es stellt sich die dringende Frage, wie man das „Paradies“ bewahren und es gleichzeitig für kommende Generationen vermehrt attraktiv machen kann. Der Weg zur Klimaneutralität verlangt Korrekturen sowie Innovationsgeist.
15. Oktober 2026
Die Alpenrose in Lermoos setzt laufend innovative Akzente um einen wesentlichen Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten. Foto: Hotel Alpenrose, Lermoos
Während meiner Recherche zur Klimaneutralität im Bezirk führte es mich zum Hotel Alpenrose in Lermoos sowie zum TVB Naturparkregion Reutte.
DIE ALPENROSE – DAS FAMILIENHOTEL IN LERMOOS … ist so vielseitig wie eine Familie. Die kleinen und großen Gäste können hier ihre wertvolle Urlaubszeit auf ganz besondere Weise gestalten. Das Angebot ist ausgezeichnet und reicht von Spiel-, Spaß- und Erholungsmöglichkeiten bis hin zu bester Kulinarik.
CO₂-BILANZ WIRD LAUFEND VERBESSERT. Die Alpenrose gehört wie die anderen Resorts von Familux zu jenen Hotels, die großen Wert auf belegbare Nachhaltigkeit legen. Deshalb wurde bereits vor Jahren mit Maßnahmen und Strategien zur Klimaneutralität begonnen. Alle Resorts, so auch die Alpenrose in Lermoos, sind nach dem GreenSign Hotel Standard zertifiziert.
UNTERNEHMEN SIEHT SICH IN DER VERANTWORTUNG. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 ist auch im Tourismus längst angekommen. Die Branche wird dazu ihren Beitrag leisten. Derzeit kann kein Hotel ohne Emissionen betrieben werden: Gäste klimaneutral zu beherbergen, Speisen zuzubereiten und tolle Erlebnisse zu bieten, ist noch nicht möglich. Rechnerisch klimaneutral wird ein Hotel derzeit nur durch Ausgleichszahlungen an Klimaschutzprojekte. Entscheidend für die laufende Reduktion von CO₂ sind zwei Bereiche, wie mir Beatrice Sommer, Director Growth & ESG der Familux Resorts, berichtete: Einerseits steht das Gebäude selbst, andererseits der operative Hotelbetrieb auf dem Prüfstand.
WELCHE HERAUSFORDERUNGEN WERDEN HEUTZUTAGE AN EIN TOP-HOTEL GESTELLT? Die meisten Hotels, so auch die Alpenrose, sind über Jahrzehnte gewachsen. Doch die Anforderungen an energetische, kostenintensive Verbesserungen sind inzwischen deutlich gestiegen. Zudem werden an Kinderhotels besondere Grundanforderungen gestellt, unter anderem höhere Wasser- und Raumtemperaturen sowie Anforderungen an Hygiene und Sicherheit. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Lieferkette ins Visier zu nehmen. Hier ist die Alpenrose besonders gut aufgestellt, denn sie bevorzugt regionale Produkte. Bei der Speisenzubereitung steht Saisonalität an oberster Stelle. Zukünftig gelte es laut Beatrice Sommer, sich auch mit dem Thema Kühlung zu befassen.
WERTSCHÄTZUNG DER BEMÜHUNGEN UM KLIMANEUTRALITÄT. Viele Gäste sind hocherfreut und loben das verantwortungsvolle Wirtschaften auf ihren Reisen. Zudem steht das Team des Hotels mit großem Engagement hinter dem Thema Nachhaltigkeit und leistet laufend selbst einen Beitrag dazu. Ein bereits durchgeführter Innovationswettbewerb sowie regelmäßige Mitarbeiterbefragungen helfen dabei, weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufzuspüren. Klimaneutralität ist in der Alpenrose ein Prozess, der schon früh begonnen hat und laufend angepasst wird.
DIE NEUE DNA DER TOURISMUSVERBÄNDE. Zählten früher hauptsächlich Nächtigungsrekorde, stehen die Verbände heute vor wesentlich größeren Herausforderungen. Ihre Rolle wandelt sich vom klassischen Marketing hin zur Steuerung regionaler Kreisläufe, um den CO₂-Fußabdruck zu verringern. Dafür sind starke Allianzen sowie Modellregionen nötig, die den Tourismus krisenfest machen.
… UND DAS AUSSERFERN IST VOLL DABEI. Seit vier Jahren schreibt das Tiroler Tourismusgesetz die Bestellung eines Nachhaltigkeitskoordinators vor. Seit drei Jahren betreut Martina Heim alle vier TVBs im Bezirk bei der Ausarbeitung ihrer regionalen Nachhaltigkeitsstrategien und begleitet Hotellerie, Gastronomie und Vermieter bei ihren Projekten. Unser Bezirk ist in diesem Bereich wieder einmal bundesweit Vorreiter. Es gibt keine vergleichbare touristische Region, in der gleich vier TVBs gemeinsame Strategien ausarbeiten, Synergien nutzen und miteinander Großes schaffen. Derzeit befinden sich die vier TVBs in der Endphase der Zertifizierung für das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen. Dessen Verleihung wird nach dem bereits erfolgten Audit in Kürze erwartet.
MOBILITÄT. Alle TVBs im Bezirk unterstützen den öffentlichen Verkehr finanziell und erweitern das Angebot saisonal durch zusätzliche Busse, die auch Einheimischen zur Verfügung stehen. Für Reutte und Umgebung stellt der „Regio Flink“ mit über 400 Haltepunkten ein Vorzeigemodell dar. Ein heikles Thema auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die Anreise der Gäste. Ronald Petrini, Geschäftsführer des TVB Naturparkregion Reutte, berichtete mir, dass 60 % der Gäste aus D, 10 % aus A, 10 % aus NL sowie die restlichen 10 % aus dem übrigen Europa kommen. Gäste aus Fernmärkten würden eine untergeordnete Rolle spielen, da diese Märkte auch nicht beworben werden. Bei der Anreise versuche der TVB, die Bahn zu forcieren, was sich als nicht sehr einfach erweise. So gibt es beispielsweise den bei Gästen und Einheimischen so beliebten Schneeexpress aufgrund überteuerter Vorstellungen der Deutschen Bahn nicht mehr. Mit dem attraktiven Allgäu Airport Memmingen besteht eine niederschwellige Kooperation, jedoch kein Marktaufbau, da die Kosten zu hoch wären.
DIVERSES. Der Bezirk Reutte bietet als sehr rührige Region eine lebendige Kulturszene, die von den Gästen gerne in Anspruch genommen wird und für deren Urlaub einen hohen Mehrwert darstellt. Besonders geschätzt werden die hervorragende Radinfrastruktur sowie die vielen schönen Wanderwege. Nicht sehr beliebt, jedoch notwendig sei laut Petrini die Parkraumbewirtschaftung, die auch den Umweltschutz unterstütze. Über Gästekarten, zu denen Touristen durch ihre Abgabe beitragen, werden Wertschöpfung und Wohlstand in der Region generiert, wovon alle profitieren.
NACHHALTIGES TVB-GEBÄUDE IN REUTTE. Besser geht es wohl nicht: 11 Gemeinden, alter Standort, jedoch ein neuer, nachhaltiger Holzbau aus regionalem Holz. Die Nutzfläche ist auf 540 m² angewachsen und bietet bis zu 15 Personen moderne Arbeitsplätze. Im Foyer befindet sich ein Info-System. Weiters beeindruckt der Neubau durch ein Gründach, eine PV-Anlage sowie eine Luftwärmepumpe als moderne und nachhaltige Heizung.
DIE ALPENROSE – DAS FAMILIENHOTEL IN LERMOOS … ist so vielseitig wie eine Familie. Die kleinen und großen Gäste können hier ihre wertvolle Urlaubszeit auf ganz besondere Weise gestalten. Das Angebot ist ausgezeichnet und reicht von Spiel-, Spaß- und Erholungsmöglichkeiten bis hin zu bester Kulinarik.
CO₂-BILANZ WIRD LAUFEND VERBESSERT. Die Alpenrose gehört wie die anderen Resorts von Familux zu jenen Hotels, die großen Wert auf belegbare Nachhaltigkeit legen. Deshalb wurde bereits vor Jahren mit Maßnahmen und Strategien zur Klimaneutralität begonnen. Alle Resorts, so auch die Alpenrose in Lermoos, sind nach dem GreenSign Hotel Standard zertifiziert.
UNTERNEHMEN SIEHT SICH IN DER VERANTWORTUNG. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 ist auch im Tourismus längst angekommen. Die Branche wird dazu ihren Beitrag leisten. Derzeit kann kein Hotel ohne Emissionen betrieben werden: Gäste klimaneutral zu beherbergen, Speisen zuzubereiten und tolle Erlebnisse zu bieten, ist noch nicht möglich. Rechnerisch klimaneutral wird ein Hotel derzeit nur durch Ausgleichszahlungen an Klimaschutzprojekte. Entscheidend für die laufende Reduktion von CO₂ sind zwei Bereiche, wie mir Beatrice Sommer, Director Growth & ESG der Familux Resorts, berichtete: Einerseits steht das Gebäude selbst, andererseits der operative Hotelbetrieb auf dem Prüfstand.
WELCHE HERAUSFORDERUNGEN WERDEN HEUTZUTAGE AN EIN TOP-HOTEL GESTELLT? Die meisten Hotels, so auch die Alpenrose, sind über Jahrzehnte gewachsen. Doch die Anforderungen an energetische, kostenintensive Verbesserungen sind inzwischen deutlich gestiegen. Zudem werden an Kinderhotels besondere Grundanforderungen gestellt, unter anderem höhere Wasser- und Raumtemperaturen sowie Anforderungen an Hygiene und Sicherheit. Gleichzeitig gilt es aber auch, die Lieferkette ins Visier zu nehmen. Hier ist die Alpenrose besonders gut aufgestellt, denn sie bevorzugt regionale Produkte. Bei der Speisenzubereitung steht Saisonalität an oberster Stelle. Zukünftig gelte es laut Beatrice Sommer, sich auch mit dem Thema Kühlung zu befassen.
WERTSCHÄTZUNG DER BEMÜHUNGEN UM KLIMANEUTRALITÄT. Viele Gäste sind hocherfreut und loben das verantwortungsvolle Wirtschaften auf ihren Reisen. Zudem steht das Team des Hotels mit großem Engagement hinter dem Thema Nachhaltigkeit und leistet laufend selbst einen Beitrag dazu. Ein bereits durchgeführter Innovationswettbewerb sowie regelmäßige Mitarbeiterbefragungen helfen dabei, weitere Verbesserungsmöglichkeiten aufzuspüren. Klimaneutralität ist in der Alpenrose ein Prozess, der schon früh begonnen hat und laufend angepasst wird.
DIE NEUE DNA DER TOURISMUSVERBÄNDE. Zählten früher hauptsächlich Nächtigungsrekorde, stehen die Verbände heute vor wesentlich größeren Herausforderungen. Ihre Rolle wandelt sich vom klassischen Marketing hin zur Steuerung regionaler Kreisläufe, um den CO₂-Fußabdruck zu verringern. Dafür sind starke Allianzen sowie Modellregionen nötig, die den Tourismus krisenfest machen.
… UND DAS AUSSERFERN IST VOLL DABEI. Seit vier Jahren schreibt das Tiroler Tourismusgesetz die Bestellung eines Nachhaltigkeitskoordinators vor. Seit drei Jahren betreut Martina Heim alle vier TVBs im Bezirk bei der Ausarbeitung ihrer regionalen Nachhaltigkeitsstrategien und begleitet Hotellerie, Gastronomie und Vermieter bei ihren Projekten. Unser Bezirk ist in diesem Bereich wieder einmal bundesweit Vorreiter. Es gibt keine vergleichbare touristische Region, in der gleich vier TVBs gemeinsame Strategien ausarbeiten, Synergien nutzen und miteinander Großes schaffen. Derzeit befinden sich die vier TVBs in der Endphase der Zertifizierung für das Österreichische Umweltzeichen für Tourismusdestinationen. Dessen Verleihung wird nach dem bereits erfolgten Audit in Kürze erwartet.
MOBILITÄT. Alle TVBs im Bezirk unterstützen den öffentlichen Verkehr finanziell und erweitern das Angebot saisonal durch zusätzliche Busse, die auch Einheimischen zur Verfügung stehen. Für Reutte und Umgebung stellt der „Regio Flink“ mit über 400 Haltepunkten ein Vorzeigemodell dar. Ein heikles Thema auf dem Weg zur Klimaneutralität ist die Anreise der Gäste. Ronald Petrini, Geschäftsführer des TVB Naturparkregion Reutte, berichtete mir, dass 60 % der Gäste aus D, 10 % aus A, 10 % aus NL sowie die restlichen 10 % aus dem übrigen Europa kommen. Gäste aus Fernmärkten würden eine untergeordnete Rolle spielen, da diese Märkte auch nicht beworben werden. Bei der Anreise versuche der TVB, die Bahn zu forcieren, was sich als nicht sehr einfach erweise. So gibt es beispielsweise den bei Gästen und Einheimischen so beliebten Schneeexpress aufgrund überteuerter Vorstellungen der Deutschen Bahn nicht mehr. Mit dem attraktiven Allgäu Airport Memmingen besteht eine niederschwellige Kooperation, jedoch kein Marktaufbau, da die Kosten zu hoch wären.
DIVERSES. Der Bezirk Reutte bietet als sehr rührige Region eine lebendige Kulturszene, die von den Gästen gerne in Anspruch genommen wird und für deren Urlaub einen hohen Mehrwert darstellt. Besonders geschätzt werden die hervorragende Radinfrastruktur sowie die vielen schönen Wanderwege. Nicht sehr beliebt, jedoch notwendig sei laut Petrini die Parkraumbewirtschaftung, die auch den Umweltschutz unterstütze. Über Gästekarten, zu denen Touristen durch ihre Abgabe beitragen, werden Wertschöpfung und Wohlstand in der Region generiert, wovon alle profitieren.
NACHHALTIGES TVB-GEBÄUDE IN REUTTE. Besser geht es wohl nicht: 11 Gemeinden, alter Standort, jedoch ein neuer, nachhaltiger Holzbau aus regionalem Holz. Die Nutzfläche ist auf 540 m² angewachsen und bietet bis zu 15 Personen moderne Arbeitsplätze. Im Foyer befindet sich ein Info-System. Weiters beeindruckt der Neubau durch ein Gründach, eine PV-Anlage sowie eine Luftwärmepumpe als moderne und nachhaltige Heizung.






