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Für ein lebens- und liebenswertes Dorf

Günther Weber und seine „Dorfliste für Ehrwald“ treten bei der kommenden Gemeinderatswahl an

Der 66-jährige Allrounder Günther Weber ist kein Unbekannter im Außerfern. In letzter Zeit auch wegen seiner kritischen Leserbriefe oder seiner Sportberichterstattung in Lokal-Zeitungen. Früher war der studierte Psychologe und Politikwissenschaftler als Journalist bei den Außerferner Nachrichten tätig. Darüber hinaus kennt man ihn auch als politischen Berater und ehemaligen Geschäftsführer der Ehrwalder Erschließungsgesellschaft. Nun will der Pensionist zurück in den „Aktivdienst“ für die Kommunalpolitik.
13. Dezember 2021 | von Juliane Wimmer
Für ein lebens- und liebenswertes Dorf
Von Juliane Wimmer.
RUNDSCHAU: Lieber Günther, Du möchtest im Februar 2022 mit eigener Liste bei der Gemeinderatswahl in Ehrwald antreten und selbst für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Bitte stelle Dich kurz vor!
Günther Weber: Den älteren Einheimischen brauche ich mich nicht vorzustellen. Viele im Dorf kennen mich noch aus meiner Zeit als Kellner im Seebensee und im Grünen Baum. Bei den Jüngeren ist die Vorstellung einfach. Da brauche ich nur zu sagen: Ich bin der Vater von der Anna, vom Johannes und vom Max. Dann wissen sie, wer ich bin. Meine Kinder sind im Dorf bekannt und beliebt, das behaupte ich als Vater einfach mal so.

RUNDSCHAU: Wie kam es zur Entscheidung für die Kandidatur?
Günther Weber: Die von mir geschätzten Mitbewerber sind relativ früh mit ihrer Kandidatur an die Öffentlichkeit gegangen. Daraufhin sind viele an mich herangetreten und haben gemeint: „Jetzt komm, stell dich doch der Wahl. Es werden dich nicht alle mögen, aber selbst die, die dich nicht mögen, schätzen deine Qualifikation zum Dorfchef. Du bist derjenige, der für Ehrwald viel weiterbringen kann.“ Wie ich das zum ersten Mal meiner Frau erzählt habe, hat sie gemeint, dann lässt sie sich scheiden und wandert nach Lermoos aus. Mittlerweile steht sie voll hinter meiner Kandidatur, das Auswandern ist kein Thema mehr.

RUNDSCHAU: Welche Personen sind noch auf Deiner Liste? Was kannst Du uns zu diesem Zeitpunkt über Dein Team verraten?
Günther Weber: Unsere Liste, die „Dorfliste für Ehrwald“ werde ich Ende Jänner vorstellen. Bis zum 28. Jänner ist ja noch Zeit zum Abgeben der Listen. Was ich aber jetzt schon sagen kann: Es werden keine Frauen auf der Liste sein. Aber, wir sind die Liste, der die Frauen vertrauen.

RUNDSCHAU: Du wirst doch nicht ernsthaft keine Frau auf der Liste haben?
Günther Weber: Doch und ich kann dir auch sagen warum. Ich habe mit vielen Frauen über das Thema gesprochen. In Ehrwald gibt es wirklich intelligente, engagierte und motivierte Frauen, die ganz bewusst in der Tradition verwurzelt sind. Das heißt: Sie sind verheiratet, also haben sie einen Haushalt zu schupfen. Sie haben Kinder, deren Erziehung ihnen besonders am Herzen liegt. Sie sind manchmal zeitlich eingeschränkt berufstätig, weil sie später wieder voll in ihrem Beruf weitermachen wollen. Und sie sind z. B. auch im Pfarrgemeinderat. Wo soll so eine Frau, beim besten Willen, die Zeit für ein Engagement im Gemeinderat hernehmen? Ich sehe das aber positiv. Vielleicht schaut die Sache in sechs Jahren ganz anders aus, wenn die Kinder aus dem Gröbsten heraußen sind. Vielleicht mach ich dann eine reine Frauenliste, man wird sehen.

RUNDSCHAU: Wo soll es thematisch hingehen? Was möchtest Du genauso, anders oder besser machen?
Günther Weber: Die Scheidenden haben sich bemüht und sicher nicht alles falsch gemacht. Aber in letzter Zeit sind Entscheidungen gefallen, die für mich in eine falsche Richtung gehen. Du darfst z. B. nicht hergehen und Gemeindegrund, den Du später einmal für Deine eigenen Bürger brauchen wirst, an eine Billighotelgruppe verscherbeln. Oder zulassen, dass Investoren mit unserem knappen Grund und Boden das große Geld machen. Da sage ich: „Halt retour, das geht in die falsche Richtung.“ Ich möchte unseren nachkommenden Generationen ein lebens- und liebenswertes Dorf hinterlassen. Das sehen auch die meisten Ehrwalder so. Deshalb wollen die Ehrwalderinnen und Ehrwalder ja auch eine Veränderung in der Gemeindestube. Das ist meine Motivation als Bürgermeisterkandidat anzutreten, weil ich für diese Veränderung stehe, weil sie wichtig und richtig für unseren Ort ist.

RUNDSCHAU: Welchen Herausforderungen muss sich Ehrwald Deiner Meinung nach in Zukunft stellen?
Günther Weber:Als Tourismusgemeinde werden wir uns früher oder später der Frage stellen müssen: Wie weit soll es mit dem Tourismus gehen? Wenn wir z. B. den damit verbundenen Verkehr nicht unter Kontrolle bringen, werden wir eines Tages sagen müssen, da ist jetzt aber Schluss. Große Herausforderungen sind aber auch das Abwandern der jungen Generation, oder die örtliche Betreuung unserer älteren Mitbürger. Es kann doch nicht sein, dass du dein Leben lang in Ehrwald gelebt hast und deine letzten Tage dann irgendwo anders verbringen musst. Da gibt es viel zu erledigen. Da sind alle Listen gefordert, ihre Ideen und Vorstellungen einzubringen. Und die besten wird man dann umsetzen, da bin ich mir sicher.

RUNDSCHAU: Du warst schon einmal im Gemeinderat und Geschäftsführer der Erschließungsgesellschaft?
Günther Weber: Richtig. Ich war schon in der Ortspolitik als Gemeindevorstand unter Bürgermeister Schnitzer tätig. Das war keine leichte Situation, weil damals Gemeinde und TVB nicht sonderlich gut miteinander konnten. Trotzdem ist es mir als Geschäftsführer der Erschließungsgesellschaft seinerzeit gelungen, das Hallenbad und die Kunsteisbahn zu sanieren, um zusätzliche Kabinenräume und einen Vereinsraum für die Eisstockschützen zu erweitern. Jetzt stand wieder eine Sanierung auf der Tagesordnung. Diesmal hätte man die Chance gehabt, ein gemeinsames Sportzentrum bauen zu können. Aber man hat erst vor Kurzem die Sanierung des Hallenbades beschlossen und die Kunsteisbahn dabei vergessen. An ein gemeinsames Sportzentrum hat man gar nicht gedacht. Dies ist eine weitere Aufgabe für den neuen Gemeinderat.

RUNDSCHAU: Warum glaubst Du, bist Du der richtige Kandidat für Ehrwald?
Günther Weber: Weil meine Frau, meine Familie und meine Freunde geschlossen hinter mir als Kandidat stehen. Ob ich tatsächlich der Richtige für Ehrwald bin, werden aber die Wählerinnen und Wähler entscheiden. Denn es geht ja nicht um mich als Person, es geht um Ehrwald, das ist der Punkt!

RUNDSCHAU: Danke für das Gespräch.

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