„Die besinnlichen Zwei“ in Wildermieming
Uli Brée und Markus Linder begeisterten im Gemeindesaal
28. Dezember 2025 | von
Friederike Bundschuh
Im zweiten Teil des „besinnlichen“ Abends begeistert Markus Linder mit „musikalischen Erzählungen“ des allbekannten Weihnachtswahnsinns. Foto: Bundschuh
Fröhliches Beisammensein am weihnachtlich dekorierten Vorplatz des Gemeindeamtes, der Gemeindesaal in Wildermieming platzt aus allen Nähten, die Spannung steigt bis ins fast Unermessliche. Und dann die Erlösung – Uli Brée betritt mit seinem Schwager Markus Linder die Bühne, es geht los. Das Publikum taucht ein in die Welt der Liesl von der Post. Nach den „Jugendsünden“ und dem „Klapperstorch“ erschien nun „Ödipus“. Nach der launigen Einführung durch Markus Linder beginnt Brée zu lesen: „Alle haben sich angekündigt. Von der Stellvertreterin der Landeshauptfraustellvertreterin bis zur Musikkapelle. Kein Wunder, wird doch die Pircher Veronika 105 Jahre alt …“ Leider erscheint auch nach mehreren mehr oder minder geglückten Ständchen – gekonnt interpretiert von Markus Linder – die Jubilarin nicht. Umso größer der Schreck, als sich herausstellt, dass Vronis Sohn scheinbar die geliebte Mutter einen Tag vor dem großen Fest ermordet und entsorgt haben soll. Warum hätte er das tun sollen? Warum jemanden umbringen, der schon mit beiden Beinen im offenen Grab hockt? Da ist die Liesl gefragt. Normalerweise sieht sie ja Morde, wo keine sind. Diesmal muss sie allerdings dem Mörder beweisen, dass er keiner ist.
FRÖHLICHER WEIHNACHTSWAHNSINN MIT HINTERGRUND. Weiter geht es mit Texten von Uli Brée und „musikalischen Erzählungen“ von Markus Linder. So steht nach Linders „Driving home for Christmas“, adaptiert auf Mieming und Umgebung, Detlev Brückel-Lauenstein im Zentrum des Geschehens, seines Zeichens Leiter der Personalabteilung der Gemeinde Wildermieming. Er diktiert Sekretärin Antschi die scheinbar harmlose, politisch korrekte Weihnachtseinladung in sechs selbstlosen Akten – ein Diktat, das sich im Laufe des Abends zwangsläufig wandeln muss. Linder dreamt „of a white Christmas“, gefolgt von Brées hintergründigem Text „Morgen kommt der Weihnachtsmann – und ist schwer am Tragen“. Die aufkommende nachdenkliche Stimmung fängt Linder gekonnt auf, indem er den perfekten Christbaum definiert, tatkräftig unterstützt vom Publikum. Schlussendlich muss ein Gärtner her, damit die Gattin zufrieden ist. Uli Brée fasziniert mit Texten, thematisiert unter anderem Liebe und gemeinsames Altwerden, Kitsch und Gutscheine, bis ein einsames Osterei in den Tod springt. Das generelle Motto lautet „Don’t worry, be happy“ für den Abend des vierten Adventsonntags. Das Publikum belohnt mit Standing Ovations, ohne Zugabe kein Ende für „Die besinnlichen Zwei“, frohe Feiertage und auf Wiedersehen 2026.


