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„Forever Young“ mit Nebenwirkungen

Die Melachbühne Sellrain trifft mit der Komödie „Schön plemplem“ ins Rabenschwarze

„Ein jeder wünscht sich insgeheim, für immer jung und schön zu sein ...“ Auf Schloss Bellisimo findet sich eine kleine Gruppe extrovertierter, dem Jugend- und Schönheitswahn verfallener Menschen ein. Sie wollen sich ihren Traum von maßgeschneiderter Schönheit und immerwährender Jugend erfüllen. Zu dieser sollen ihnen Doktor Kuhn, seine Assistentin Margot und ihre Wunderpillen verhelfen. Die Melachbühne Sellrain nimmt in ihrem aktuellen Stück „Schön plemplem“ von Reinhard Seibold den Körperkult auf die Schippe. Das Publikum amüsierte sich bei der Premiere am Freitagabend über die rabenschwarze, groteske Komödie mit gehörigen Nebenwirkungen.

13. Oktober 2026
„Forever Young“ mit Nebenwirkungen
Das Supermodel Karen Cold (Marina Haselwanter) hat unter einem Alias in die Klinik eingecheckt und erwartet sich Großes von Dr. Kuhn (David Eisen). Foto: Hötzel
„Forever Young“ – schon die zur ersten Szene eingespielte Musik verdeutlichte den Wunsch der Patienten der exklusiven Schönheitsklinik, die biologische Uhr anzuhalten. Doch der geniale Schönheitschirurg Doktor Kuhn hat bei seiner einzigartigen Verjüngungsmethode eine Kleinigkeit nicht bedacht. Seine Schöpfungen mit den genormten Maßen von 98, 54 und 86 wirkten erst perfekt. Vor der Behandlung hatten seine Patienten beklagt, dass, wenn der Geist die größte Reife erreicht hat, der Körper leider am Ende ist. Aber was passiert, wenn man mit der Wunderpille „Chromosom Y“ diesen Prozess umdreht? „Mens (in) sana in corpore sano“ oder einfach „plemplem“? Die ganze Situation spitzte sich zu, als die verschönerten Stars und Sternchen ein im Kamin verbranntes Behandlungsprotokoll finden, das nichts Gutes ahnen lässt. Assistentin Margot zieht unterstützt durch die zwei Pflegerinnen (Petra Rofner und Judith Singer) derweilen im Hintergrund die Fäden. Das achtköpfige Ensemble brachte die irrwitzigen Verwicklungen gekonnt auf die Bühne des Mehrzwecksaales.

Liebevoll gestaltetes Bühnenbild. Der Gemeinschaftsraum der Klinik mit Sesseln, Sofa, Tischen und Magazinen, in dem sich alles abspielte, wirkte sehr authentisch – wie in einer gediegenen Klinik. Auch die Kostüme passten gut zu den vermeintlichen Promis. Regie führten Andreas und Christine Haider. Weitere Aufführungstermine sind am 17., 18., 23. und 24. Oktober.
„Forever Young“ mit Nebenwirkungen
Die vermeintlichen Wunderpillen werden Assistentin Margot (Laura Jordan) förmlich aus der Hand gerissen. Foto: Hötzel
„Forever Young“ mit Nebenwirkungen
Erst sind die Patienten mit ihren Resultaten voll zufrieden, doch dann regen sich Zweifel. Agnes und Johann (Tanja Rainer und Clemens Jordan) (l.) werden zuerst ein bisschen wunderlich. Foto: Hötzel
„Forever Young“ mit Nebenwirkungen
Paul und Erika oder Paula (l.) und Erik (r.) (Manfred Haselwanter und Katrin Lechner) die von Schrotts unterzogen sich sogar einer Geschlechtsumwandlung. Foto: Hötzel

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