„Goldene Schindel“ zu Gast in Telfs
Jesse Grande und Sarah Nagl begeisterten in der Villa Schindler
Die „Goldene Schindel“ ist ein internationales Musikvideofestival, das vom 19. September bis 18. Oktober in verschiedenste Orte in Tirol führt. Vergangenen Samstag gestaltete der Telfer Künstler Jesse Grande gemeinsam mit Sarah Nagl einen Abend: Dialektpoesie verbunden mit bewusst reduzierten Gitarrenklängen.
29. September 2026
Michael Klieber und Christine Gamper heißen die zahlreichen Besucher herzlich willkommen zum dritten „Goldene Schindel“-Abend in der Villa Schindler. Foto: Friederike Bundschuh
„Ich freue mich sehr, dass ihr zum dritten Mal in der Villa Schindler zu Gast seid“, eröffnete Christine Gamper vom Telfer Kulturreferat den Abend. „Der Jesse spielt zum zweiten Mal hier im Rahmen der Goldenen Schindel, heute begleitet von Sarah Nagl.“ Michael Klieber, Organisator der „Goldenen Schindel“ und Obmann-Stv. des Vereins Legends of Rock, weiter: „Die ,Goldene Schindel‘ ist das erste österreichische Musikvideofestival, das wir 2022 ins Leben gerufen haben. Die Idee stammt vom heute spielenden Jesse Grande. Uns ist es sehr wichtig, dass Kultur auf dem Land passiert. Wir sind ein Innsbrucker Verein, aber viele von uns kommen vom Land, daher auch unser Anliegen, Tirol einen Monat lang zum Treffpunkt für Musik, Film und zeitgenössische Kultur zu machen. Aber jetzt geht’s weiter mit Jesse und Sarah. Für den heutigen Abend gibt’s ein paar Regeln, denn es werden Gedichte vorgetragen und musiziert, wie folgt: Ab dem Verlesen der Regeln ruhig sein, Fragen erst im Anschluss stellen, das Telefon in den Flugmodus versetzen, eine angenehme Haltung einnehmen, wer lachen muss, der lacht, wer weinen muss, der weint, wer als Erster einschläft, zahlt eine Runde, und wer es nicht mehr aushält, kann die Kammer jederzeit verlassen. Nun entspannen Sie Ihnen, es geht los.“
Gesang und Dialektpoesie. Jesse greift in die Saiten, Sarah stimmt ein und anschließend liest sie aus den „Gedichtln von Jesse“: „Wolken Wolken Wolken / und dahinter blau / alle meglichen Wolken / und drunter mia / wia ma da stian / und aui schaugen“. Jesse begeistert mit seinem Werk „Der Strand“, mit dem er Weihnachten am Möserer See besingt. Sarah weiter: „Manchmal liegt is Glick auf der Straßn / aber man geat liaber querfeldein / lasst sig jagen vo wilde Hind / und steig iber Stacheldrahtzain / muas ibern Schoder holpern / und in finstern Wald iber Wurzeln stolpern / steig in tiafe gatschige Lackn / werd gschlagen mit Äst und Latschen / und wenn man ohne Glick in Lettn lieg / isch man froah hat man an Gefährten mit.“ Jesse präsentiert auch neue Kompositionen, teils im Duett mit Sarah, und interpretiert gekonnt Bob Dylans „Shooting Star“. Das Publikum kann nicht genug bekommen, keiner hat die Kammer früher verlassen. Der Forderung nach „mehr“ kommt Jesse gerne nach mit dem „Rock´n Roll Inspektor“ und schließt mit „Dank schian, lass gian“ nach der Melodie von „Don’t worry be happy“.
Afterparty in der Kultur Weberei Telfs. Der Abend geht weiter in der Kultur Weberei Telfs mit der Afterparty. „TightEnd“, die fünfköpfige Band mit Thomas Angerer an der Gitarre und den Backing-Vocals, Benjamin Hilber am Keyboard, Simon Greier an den Vocals, Max Raab am Bass und Maximilian Zankai an den Drums, sorgt für passenden Sound und eine energiegeladene Mischung aus Pop- und Rock-Covers bis in die frühen Morgenstunden.






