„Große Hits und Raritäten“ in Wildermieming
Markus Linder und Hubert Trenkwalder begeisterten das Publikum im Gemeindesaal
31. März 2026 | von
Friederike Bundschuh
Markus Linder liebt Tirol trotz gewisser sprachlicher Anpassungsschwierigkeiten, wie er launig erzählt. Foto: Bundschuh
„Herzlichen Dank, dass heute wieder so viele treue Besucher zu unseren zwei Stars gekommen sind“, eröffnete Maria Thurnwalder den Abend im bis zum letzten Platz gefüllten Gemeindesaal in Wildermieming. „Jetzt wird’s lustig mit Hits und Raritäten, bitte großen Applaus für unsere Freunde Hubsi und Markus!“ Los ging’s mit „Das sind unsere großen Hits, wann kriegt Ihr das endlich mit? Große Hits und Raritäten – unsere Spezialitäten!“ Die beiden griffen sprichwörtlich in die Tasten, sind sie doch bestens bekannt mit Elvis Presley, Bruce Springsteen, Michael Jackson, Tina Turner, Smokie, Nik P. und vielen mehr.
S’LANDL TIROL. Markus zu einem fassungslosen Vorarlberger: „I mog Vorarlberg, aber ich liebe Tirol. Aber ich muss sagen, der Übergang übern Arlberg war schwierig, denn die Tiroler sagen: ‚Was Gott durch einen Berg getrennt hat soll man nicht durch ein Loch verbinden.‘ Und gewisse Redewendungen der Tiroler hab ich nicht verstanden. Wenn oana gsagt hat ‚Du bisch da Beschte‘, hab i mi supa gfühlt, der hat’s aba nit so gmoant. Oder ‚Na, du geasch guat‘ hab i mi üba meine guaten Schuach gfreit. Oder ‚Di hob i scho augschriebn‘ – fragte ich, wo? Es gab also gewisse Anpassungsschwierigkeiten, ein Satz hat mich aber bis ins Innerste erschüttert: ‚Hasch Du koan Friseur?‘ wenn jemand nichts von meinen Ausführungen interessiert hat. Das hab ich als Beleidigung eines Berufsstandes empfunden.“
VON FRISEUREN, HOCHZEITSMUSIKERN, BAUMARKTMITARBEITERN ODER DORFFESTEN. Frau Uschi beim Friseur – ein Erlebnis der besonderen Art. Oder Markus mit seinem kettenrauchenden Kompagnon Smokie from the Water als Hochzeitsmusikerduo im Zillertal – schlicht zum Abgewöhnen, diese Väter der Braut, die nie mit was zufrieden sind. Das führte dazu, dass Smokie im Baumarkt anheuert, denn er hat ja mit seiner Frau Alice schon ein Häusl gebaut. Leider ist dieser Job sehr stressig, folglich mutiert Smokie zum „Mann in Deckung, keiner kann mich sehen. So schnell kann keiner schauen, so schnell kann keiner gehen, denn ich bin seit eh und je auf der Flucht vor meinen Kunden. Seit 24 Jahren halt ich den Rekord, ich spähe aus dem Lager, wann sind sie denn endlich fort, denn ich bin seit eh und je auf der Flucht…. !“ Auch „Una Fiesta sui Bratl“ im Defreggental kommt nicht zu kurz, von Nachhaltigkeit, Lederhosen und Recyclinghöfen ganz zu schweigen.
DIE HÄRTESTEN JOBS DER WELT. Hubsi ging unter anderem auch der Frage nach: „Warum ergreift man denn den Beruf, den man ausübt?“ „Aus meiner persönlichen Erfahrung und den Tipps meines Vaters kann ich sagen: Wichtig ist, dass man seinen Beruf gerne macht, viel Freizeit hat und am Ende des Tages gelobt wird. So hab ich mich entschlossen Volksschullehrer zu werden. In der Pädagogischen Akademie wurde dann die musikalische Eignung getestet. Ich dachte, da muss man vielleicht eine Kadenz schreiben vom Schubert oder so – nein, die erste Strophe der Bundeshymne musste man singen können. Da war mir klar, das ist nix für mich, so hab ich bei einer Baufirma begonnen als Maurer. Nach fünf Tagen haute ich mir Malter ins Gsicht, dann hat der Chef gmonat ‚Am meisten tatsch du ins am Bau helfn, wennst beim Neunerlen Ziehorgel spielsch‘. So wurde ich nach einer Anzeige Loipenkontrolleur in der Leutasch. Man muss sich also immer wieder neu orientieren bis, man seinen Traumberuf findet, denn das Leben ist schwer als Heizungsmonteur!“ Allerdings lässt es sich als Bleistift spitzender Finanzamtsbeamter ganz gut durchkommen. Zum krönenden Abschluss werden noch Kirchtürme und der Petersplatz besungen – ein rundum gelungener humoriger Abend, wieder einmal bestens organisiert von der „Kulturrose“ Maria Thurnwalder, wie Hubsi dankend schmunzelt. Fortsetzung vom begeistert tobenden Publikum ausdrücklich erwünscht.

