Leseabend einfach zum Wohlfühlen in Telfs
Stefan Slupetzky und Frajo Köhle bezauberten das Publikum mit Säge, Charme und Musik
29. Oktober 2025 | von
Friederike Hirsch
Büchereileiterin Nadja Fenneberg (m.) machte mit ihrer liebevoll-humorvollen Einführung zur Lesung mit Stefan Slupetzky (l.) und Frajo Köhle (r.) als musikalischem Unterstützer Lust auf einen Wohlfühlabend. Foto: Hirsch
Nadja Fenneberg zeigte sich schon bei der Begrüßung und Vorstellung der beiden Künstler begeistert: „Ich gestehe – heute habe ich ein paar richtige Fangirl-Momente!“ Ihre Begeisterung und Vorfreude auf den Leseabend legten die Latte der Erwartungen ziemlich hoch. „Es wird ein feiner, kuscheliger Abend, ein Wohlfühlabend“, so die Büchereileiterin. Damit hat Nadja Fenneberg nicht zu viel versprochen. Gemeinsam mit dem Telfer Musiker Frajo Köhle sorgte der Wiener Schriftsteller und Musiker Stefan Slupetzky für unvergessliche Momente. Beide haben sich vor Jahren über die Musik kennengelernt und boten in Telfs einen Abend, den es so noch nie gegeben hat und wahrscheinlich auch nicht wieder geben wird.
KRIMI ODER NICHT. Stefan Slupetzky, Schriftsteller, Musiker und Zeichner, wurde 1962 in Wien geboren, just als der Pumuckl als Kinderreihe erschien. Zwischen 1994 und heute schrieb und illustrierte er mehr als ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt. Seither verfasst er Romane, Kurzgeschichten, Krimis, Theaterstücke, Erzählbände und Liedtexte. „Krimis habe ich für mich abgehakt. Ich halte nichts davon, dass die Qualität eines literarischen Werks daran gemessen wird, ob eine oder mehrere Leichen darin vorkommen“, meint der Autor augenzwinkernd in Telfs. Und dennoch enthält der neue Roman „Nichts wie weg“ Figuren, die am Rande der Legalität wandeln, die eine oder andere Verfolgungsjagd und albanische Gangster. Es könnte aber auch ein Liebesroman sein, so ganz festnageln kann man Stefan Slupetzky nicht. „Ich habe keinen Plan beim Schreiben. Ich tauche in eine Geschichte ein und je härter die reale Welt ist, umso tiefer tauche ich in das literarische Schreiben ein“, so der Autor. „Je schlechter der Zustand der realen Welt, desto größer die Freude am Schreiben“, meint Stefan Slupetzky im Nachwort seines neuen Romans „Nichts wie weg“. Und zudem meint er, könne er beim Schreiben „den Verzweifelten ein wenig Hoffnung geben und den einen oder anderen widerlichen Rüpel für seine Untaten büßen lassen“.
DER INHALT. Alles entwickelt sich in „Nichts wie weg“ aus zwei Figuren, deren Lebensgeschichten zunächst erratisch nebeneinanderstehen, sodass man sich als Leser schon zu fragen beginnt, ob das wirklich ein Roman ist oder eher ein Band mit unzusammenhängenden Kurzgeschichten. So wenig haben nämlich die Wiener Konditorin Vera Baum, die am gleichen Tag aus heiterem Himmel ihren Geruchssinn und damit ihre Existenzgrundlage verliert, und der finnische Geldfälscher Onni Viitala, der von zwei albanischen Gangstern verpfiffen wird, miteinander zu tun. Das Schicksal, ausnahmsweise nicht zu schlechten Scherzen aufgelegt, macht es sich zur Aufgabe, diese sympathischen Pechvögel in Wien zusammenzuführen. Wie das geht, schildert Autor und Musiker Stefan Slupetzky mit leichter Hand, tiefem Sinn und dem höchst eleganten Einsatz finnischer Wörter in dem entzückenden Roman „Nichts wie weg“. Über haarsträubende Zufälle und hartnäckige Widerstände hinweg entwickeln sich ein Kriminalfall, ein Ehedrama und eine Liebesgeschichte. Unterhaltungskunst erster Güte, bei der der Schalk, der dem Autor dabei im Nacken sitzt, immer wieder fröhlich Richtung Lesende zwinkert. Wie Büchereileiterin Nadja Fenneberg treffend meinte: „Ein Buch, das von vorne bis hinten gut tut.“ Und tatsächlich: Hat man einmal begonnen, will man „Nichts wie weg“ nicht mehr weglegen – und ist auch recht rasch damit fertig, denn Stefan Slupetzky versteht es, so witzig wie flüssig zu schreiben.
DER ABEND. Stefan Slupetzky gehört zu jenen Autoren, die nicht nur witzig und flüssig schreiben können, sondern ihre Werke ebenso präsentieren können. In gewohnt pointierter und bildhafter Sprache las er Passagen, die Lust auf mehr machten. Gekonnt spannte er den Bogen über sein Buch, ohne „zu spoilern“. Begleitet wurde er musikalisch von Frajo Köhle, der mit feinem Gespür für Stimmung und Wortklang den Abend perfekt abrundete. Frajo Köhle gelang es einmal mehr, das Vorgelesene zum Klingen zu bringen, die Atmosphäre einzufangen und die Bilder im Kopf tanzen zu lassen. Zu guter Letzt durften die zahlreich erschienenen Zuhörer noch die Welt-Uraufführung von „Freude schöner Götterfunken“, gespielt von Stefan und Frajo auf zwei singenden Sägen, erleben. Beim Hinausgehen war die Stimmung einhellig: ein rundum gelungener Abend.
KRIMI ODER NICHT. Stefan Slupetzky, Schriftsteller, Musiker und Zeichner, wurde 1962 in Wien geboren, just als der Pumuckl als Kinderreihe erschien. Zwischen 1994 und heute schrieb und illustrierte er mehr als ein Dutzend Kinder- und Jugendbücher, für die er zahlreiche Preise erhielt. Seither verfasst er Romane, Kurzgeschichten, Krimis, Theaterstücke, Erzählbände und Liedtexte. „Krimis habe ich für mich abgehakt. Ich halte nichts davon, dass die Qualität eines literarischen Werks daran gemessen wird, ob eine oder mehrere Leichen darin vorkommen“, meint der Autor augenzwinkernd in Telfs. Und dennoch enthält der neue Roman „Nichts wie weg“ Figuren, die am Rande der Legalität wandeln, die eine oder andere Verfolgungsjagd und albanische Gangster. Es könnte aber auch ein Liebesroman sein, so ganz festnageln kann man Stefan Slupetzky nicht. „Ich habe keinen Plan beim Schreiben. Ich tauche in eine Geschichte ein und je härter die reale Welt ist, umso tiefer tauche ich in das literarische Schreiben ein“, so der Autor. „Je schlechter der Zustand der realen Welt, desto größer die Freude am Schreiben“, meint Stefan Slupetzky im Nachwort seines neuen Romans „Nichts wie weg“. Und zudem meint er, könne er beim Schreiben „den Verzweifelten ein wenig Hoffnung geben und den einen oder anderen widerlichen Rüpel für seine Untaten büßen lassen“.
DER INHALT. Alles entwickelt sich in „Nichts wie weg“ aus zwei Figuren, deren Lebensgeschichten zunächst erratisch nebeneinanderstehen, sodass man sich als Leser schon zu fragen beginnt, ob das wirklich ein Roman ist oder eher ein Band mit unzusammenhängenden Kurzgeschichten. So wenig haben nämlich die Wiener Konditorin Vera Baum, die am gleichen Tag aus heiterem Himmel ihren Geruchssinn und damit ihre Existenzgrundlage verliert, und der finnische Geldfälscher Onni Viitala, der von zwei albanischen Gangstern verpfiffen wird, miteinander zu tun. Das Schicksal, ausnahmsweise nicht zu schlechten Scherzen aufgelegt, macht es sich zur Aufgabe, diese sympathischen Pechvögel in Wien zusammenzuführen. Wie das geht, schildert Autor und Musiker Stefan Slupetzky mit leichter Hand, tiefem Sinn und dem höchst eleganten Einsatz finnischer Wörter in dem entzückenden Roman „Nichts wie weg“. Über haarsträubende Zufälle und hartnäckige Widerstände hinweg entwickeln sich ein Kriminalfall, ein Ehedrama und eine Liebesgeschichte. Unterhaltungskunst erster Güte, bei der der Schalk, der dem Autor dabei im Nacken sitzt, immer wieder fröhlich Richtung Lesende zwinkert. Wie Büchereileiterin Nadja Fenneberg treffend meinte: „Ein Buch, das von vorne bis hinten gut tut.“ Und tatsächlich: Hat man einmal begonnen, will man „Nichts wie weg“ nicht mehr weglegen – und ist auch recht rasch damit fertig, denn Stefan Slupetzky versteht es, so witzig wie flüssig zu schreiben.
DER ABEND. Stefan Slupetzky gehört zu jenen Autoren, die nicht nur witzig und flüssig schreiben können, sondern ihre Werke ebenso präsentieren können. In gewohnt pointierter und bildhafter Sprache las er Passagen, die Lust auf mehr machten. Gekonnt spannte er den Bogen über sein Buch, ohne „zu spoilern“. Begleitet wurde er musikalisch von Frajo Köhle, der mit feinem Gespür für Stimmung und Wortklang den Abend perfekt abrundete. Frajo Köhle gelang es einmal mehr, das Vorgelesene zum Klingen zu bringen, die Atmosphäre einzufangen und die Bilder im Kopf tanzen zu lassen. Zu guter Letzt durften die zahlreich erschienenen Zuhörer noch die Welt-Uraufführung von „Freude schöner Götterfunken“, gespielt von Stefan und Frajo auf zwei singenden Sägen, erleben. Beim Hinausgehen war die Stimmung einhellig: ein rundum gelungener Abend.