Leuchtkraft und ausdrucksstarke Farbigkeit
Galerie im Salzbau zeigt „Meisterwerke aus 5 Jahrzehnten“ von Gerhild Diesner
25. November 2025 | von
Friederike Hirsch
Kurator Peter Salzmann, Laudator Klaus Albrecht Schröder, Ingeborg Freudenthaler und LH Anton Mattle eröffneten die Ausstellung. Foto: Hirsch
„Mit der Eröffnung der Galerie im Salzbau möchte ich einen Beitrag zur Förderung der Kunst im Alpenraum leisten“, erklärte die Unternehmerin und Galeristin Ingeborg Freudenthaler anlässlich der Eröffnung ihrer „Galerie im Salzbau“ in Zirl im April dieses Jahres. Bereits ihre erste Ausstellung „cosmic cooking“ von Hubert Scheibl zeigte, wohin die Reise der Galerie gehen wird. Mit „Meisterwerke aus 5 Jahrzehnten“ von Gerhild Diesner (1915–1995) hat Galeristin Ingeborg Freudenthaler ein beeindruckendes Statement für die Kunst in Tirol gesetzt. Gerhild Diesner ist die wichtigste Künstlerinnenpersönlichkeit Tirols des 20. Jahrhunderts und hat ein umfangreiches Œuvre geschaffen. Nicht nur das, Gerhild Diesner hat, so Laudator Klaus Albrecht Schröder (ehemaliger Generaldirektor der Albertina), auch und nicht zuletzt „Österreich den Anschluss an die moderne Kunst ermöglicht“. Nicht ohne dabei zu erwähnen, dass er ein „schlechtes Gewissen“ habe, denn Gerhild Diesner war lange aus dem Bewusstsein der österreichischen Kunstszene verschwunden. Landeshauptmann Anton Mattle sieht das ähnlich. Obwohl er ein Bild von Diesner im Büro hängen hat, hat auch er diese Künstlerin „zu wenig gewürdigt“. Diese Würdigung bekommt die Tirolerin Gerhild Diesner jetzt unzweifelhaft durch und mit der Retrospektive ausgewählter Werke in Zirl.
LEUCHTKRAFT UND FARBFLECKEN. „Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Handwerk aus dem gelben Fleck eine Sonne macht.“ Mit diesem Zitat eröffnete Ingeborg Freudenthaler die Ausstellung anlässlich des 30. Todestages von Gerhild Diesner. Das Zitat hat Freudenthaler nicht ohne Grund gewählt. Die Künstlerin beeindruckt(e) vor allem durch ihre flächig gemalten Bilder in kräftigen Farben, die durch Leuchtkraft und ausdrucksstarke Farbigkeit überzeugen. Studienaufenthalte in England, aber vor allem in Frankreich, brachten Diesner in Kontakt mit Arbeiten von André Lhote, Paul Gauguin, Vincent van Gogh und Henri Matisse. Sie ließ sich von der intensiven Farbigkeit und der Formensprache dieser Künstler beeinflussen.
WIDER DES AKADEMISMUS. Gerhild Diesner ist eine jener Künstlerinnen, die sich malerische Freiheit nimmt. Sie verstößt gegen jegliche Lehre der Perspektive. Sie spielt mit Stilelementen des deutschen Expressionismus, reichert ihre Werke mit dekorativen und ornamentalen Momenten an und entwickelt eine eigene Bildsprache. Diesner bricht, vor allem in ihren Stillleben, mit dem Herkömmlichen und dem Vorhersehbaren. Subjektive, emotionale Farben vertiefen die Wahrnehmung der Objekte, die scheinbar, aber nur scheinbar, wahllos im Bild arrangiert werden. Vielmehr erzeugt sie den Bildraum selbst aus Farben. Es ist die Kunst des Verlernens althergebrachter Techniken, die Kunst des Widerstandes und ein künstlerischer und wahrscheinlich auch persönlicher Befreiungsschlag. In ihren Stillleben konnte sie malerische Mittel und Möglichkeiten erproben, von der Erfassung des Raums mit Licht und Schatten bis zum Experimentieren mit Farbe.
DIE AUSSTELLUNG. Kunstexperte Günter Salzmann hat die farbgewaltigen, großflächigen Werke von Diesner mit geschultem Auge in der lichtdurchfluteten Galerie am Salzbau arrangiert. Mit Empathie und Liebe zur Farbigkeit der Gerhild Diesner „sorgt“ Günter Salzmann dafür, dass die ausgewählten Werke sich nicht gegenseitig „ausstechen“ oder gar ihre Intensität verlieren. Sorgfältig wurden die Werke aus fünf Jahrzehnten ausgesucht, um eine tatsächliche Retrospektive zu ermöglichen. Die Ausstellung kann auf Anfrage besucht werden.
LEUCHTKRAFT UND FARBFLECKEN. „Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Handwerk aus dem gelben Fleck eine Sonne macht.“ Mit diesem Zitat eröffnete Ingeborg Freudenthaler die Ausstellung anlässlich des 30. Todestages von Gerhild Diesner. Das Zitat hat Freudenthaler nicht ohne Grund gewählt. Die Künstlerin beeindruckt(e) vor allem durch ihre flächig gemalten Bilder in kräftigen Farben, die durch Leuchtkraft und ausdrucksstarke Farbigkeit überzeugen. Studienaufenthalte in England, aber vor allem in Frankreich, brachten Diesner in Kontakt mit Arbeiten von André Lhote, Paul Gauguin, Vincent van Gogh und Henri Matisse. Sie ließ sich von der intensiven Farbigkeit und der Formensprache dieser Künstler beeinflussen.
WIDER DES AKADEMISMUS. Gerhild Diesner ist eine jener Künstlerinnen, die sich malerische Freiheit nimmt. Sie verstößt gegen jegliche Lehre der Perspektive. Sie spielt mit Stilelementen des deutschen Expressionismus, reichert ihre Werke mit dekorativen und ornamentalen Momenten an und entwickelt eine eigene Bildsprache. Diesner bricht, vor allem in ihren Stillleben, mit dem Herkömmlichen und dem Vorhersehbaren. Subjektive, emotionale Farben vertiefen die Wahrnehmung der Objekte, die scheinbar, aber nur scheinbar, wahllos im Bild arrangiert werden. Vielmehr erzeugt sie den Bildraum selbst aus Farben. Es ist die Kunst des Verlernens althergebrachter Techniken, die Kunst des Widerstandes und ein künstlerischer und wahrscheinlich auch persönlicher Befreiungsschlag. In ihren Stillleben konnte sie malerische Mittel und Möglichkeiten erproben, von der Erfassung des Raums mit Licht und Schatten bis zum Experimentieren mit Farbe.
DIE AUSSTELLUNG. Kunstexperte Günter Salzmann hat die farbgewaltigen, großflächigen Werke von Diesner mit geschultem Auge in der lichtdurchfluteten Galerie am Salzbau arrangiert. Mit Empathie und Liebe zur Farbigkeit der Gerhild Diesner „sorgt“ Günter Salzmann dafür, dass die ausgewählten Werke sich nicht gegenseitig „ausstechen“ oder gar ihre Intensität verlieren. Sorgfältig wurden die Werke aus fünf Jahrzehnten ausgesucht, um eine tatsächliche Retrospektive zu ermöglichen. Die Ausstellung kann auf Anfrage besucht werden.

