Madeleine Weiler: „Theater ist mein Leben“
Unter der Führung der kreativen Powerfrau entsteht ein neues Theater in Telfs
18. Feber 2025 | von
Friederike Hirsch
„Manchmal muss man ins kalte Wasser springen“, sagt Madeleine Weiler. Foto: Jack Lee
Sieben Jahre lang war die Telferin Madeleine Weiler im Theater im Lendbräukeller in Schwaz für Management, Organisation, Produktion und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. An mehreren Produktionen wirkte sie zudem als Regisseurin und Schauspielerin im Lendbräukeller mit. Madeleine ist ein absoluter Kulturmensch. In zahlreichen wunderbaren Stücken hat sie mitgespielt, hat unter anderem bei den Passionsspielen in Erl, auf der Geierwally Freilichtbühne und den Schlossbergspielen Rattenberg Regieassistenzen gemacht, hat als Regisseurin Erfolge gefeiert, hat Theaterstücke geschrieben und war in Film- und Fernsehen als Schauspielerin zu sehen. Sie hat ihr Kinderstück „Der Igel Bernhard“ zu einem Kinderbuch umgeschrieben und auch die Illustrationen dafür gemalt. Nun ist ein eigenes professionelles Theater für Telfs an der Reihe.
BÜHNENMENSCH. Wir treffen Madeleine Weiler in einem Kaffeehaus in Telfs. Sie bestellt einen Latte Macchiato mit Hafermilch und hat ihren Laptop dabei. „Ich bin nicht gern unvorbereitet“, lächelt die kreative Powerfrau. Nach Jahren im Ausland und in verschiedenen Tiroler Orten und Städten, lebt sie heute wieder in ihrem Heimatort Telfs. „Für mich ist Telfs besonders, weil es der Ort meiner Kindheit ist“, sagt sie. Von hier aus hat sie die Liebe und Leidenschaft für das Schauspiel und letztlich für das Theater entdeckt. Mit elf Jahren pendelte die Telferin nach Hall, um dort an einem Improvisationstheaterworkshop teilzunehmen. Dort wurde der Grundstein gelegt. „Der Wunsch Theater zu spielen, als Schauspielerin zu arbeiten war plötzlich da“, erinnert sie sich. „Ich habe dann so viele Kurse und Workshops wie möglich besucht“, sagt sie. Gleich nach der Matura am BORG Telfs hat Madeleine die Schauspielschule Sachers besucht und während der Ausbildungszeit bereits bei den Volksschauspielen Telfs mitgewirkt. Kurz nach dem Reifezeugnis der Schauspielschule und Bühnenreife der paritätischen Prüfungskommission in Wien hat sie schließlich 2012 in Eigenregie das erste Theaterstück aufgeführt.
THEATER, THEATER. „Theater ist mein Leben“, bringt es Madeleine selbst auf den Punkt. „Für mich persönlich ist Theater lebenswichtig. Man kann Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen, bringt sie zusammen, kommt ins Gespräch, kann verändern und dem Alltag entfliehen“, so die Multikünstlerin. In Weilers Kultur- und Theaterverständnis soll auch bewegt werden. So gab sie in ihrem Erstlingsstück „Vielleicht lebe ich“ Opfern wie Tätern der Nazizeit eine Stimme. Sie griff damit ein Thema auf, das immer öfter intensiv diskutiert wird. Vielfältige Traumata, die über die Generationen hinweg bestehen, resultieren aus der Nazi- und Weltkriegszeit. Mit Ernsthaftigkeit und einer ihr eigenen Entschlossenheit hat sie sich 2015 dieses komplexen Themas angenommen. Einer Entschlossenheit, die sie in all ihrem Tun auszeichnet. „Ich glaube schon, dass mich Menschen manchmal unterschätzen“, lächelt sie. Es ist, wie mit einer Orange, dem Lebensmittel, das Madeleine sein würde, wenn sie denn eines wäre. Auf den ersten Blick weiß man nicht so ganz genau, was einen unter der Schale erwartet. „Eine Orange ist wie ein Wundertüte, manchmal mehr süß und manchmal mehr sauer“, sagt sie verschmitzt. Mit Mut, Kreativität, und ihrer Liebe zu dem, was sie tut und wofür sie brennt, geht sie unbeirrbar ihren Weg. „Manchmal muss man ins kalte Wasser springen, denn Weiterentwicklung, Wachstum, Wandel und Veränderung sind mir wichtig“, sagt sie. Jetzt ist es an der Zeit, für sie ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ein Kapital das da heißt: „Theater Telfs“.
THEATER TELFS. Management, Organisation, Produktion, Öffentlichkeit und mehr hat Madelaine Weiler während ihrer Jahre in Schwaz unter einen Hut gebracht. Genau dieses Wissen und Können braucht die Kulturschaffende jetzt. „Ende 2023 waren schon die Idee und der Wunsch da, in Telfs ein Theater zu gründen“, sagt Weiler. Im Februar 2024 hat es dann die ersten Gespräche mit den Verantwortlichen in der Marktgemeinde gegeben, und es galt die Standort-Frage zu klären. Nachdem jetzt alles ausgeräumt ist und ein Verein mit Madeleine Weiler als Obfrau gegründet wurde, startet das „Theater Telfs“ im November mit der ersten Produktion. „Unserer Meinung nach braucht es ein leistbares, professionelles Theater, welches das ganze Jahr über Programm anbietet“, sagt Weiler. Mit unterschiedlichen Stücken und unterschiedlichen Genres will das vierköpfige Vereinsteam das Publikum unterhalten und zum Nachdenken bringen. Wechselnde Ensembles, die sowohl aus professionellen Schauspielern als auch aus Laiendarstellern zusammengesetzt sind, sollen ein facettenreiches Theaterprogramm, das Aktualität besitzt, auf die Bühne bringen. „Wir wollen alle abholen, und so soll ein Programm für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche entstehen. Das „Theater Telfs“ will Publikum aus Telfs und der Region erreichen und damit zu einer vielfältigen Kulturlandschaft in Telfs und ganz Tirol beitragen“, so der Anspruch. Gespielt wird beim Sportzentrum-Areal in Telfs. Ein adaptierter Seminarraum wird dort Platz für bis zu 75 Zuschauer bieten.
START IM HERBST. Gestartet wird im November mit dem Stück „Die Tanzstunde von Mark St. Germain. Ein sensibles und einfühlsames Stück, welches sich berührend und witzig mit dem Thema „Autismus“ auseinandersetzt. Ein Stück über ein ungleiches Paar, das nur mühsam denselben Takt halten kann, aber im Laufe seiner Tanzstunden viel wichtigere Dinge über den anderen und sich selbst lernt. Im Frühjahr 2026 soll dann ein Kinderstück inszeniert werden.
BÜHNENMENSCH. Wir treffen Madeleine Weiler in einem Kaffeehaus in Telfs. Sie bestellt einen Latte Macchiato mit Hafermilch und hat ihren Laptop dabei. „Ich bin nicht gern unvorbereitet“, lächelt die kreative Powerfrau. Nach Jahren im Ausland und in verschiedenen Tiroler Orten und Städten, lebt sie heute wieder in ihrem Heimatort Telfs. „Für mich ist Telfs besonders, weil es der Ort meiner Kindheit ist“, sagt sie. Von hier aus hat sie die Liebe und Leidenschaft für das Schauspiel und letztlich für das Theater entdeckt. Mit elf Jahren pendelte die Telferin nach Hall, um dort an einem Improvisationstheaterworkshop teilzunehmen. Dort wurde der Grundstein gelegt. „Der Wunsch Theater zu spielen, als Schauspielerin zu arbeiten war plötzlich da“, erinnert sie sich. „Ich habe dann so viele Kurse und Workshops wie möglich besucht“, sagt sie. Gleich nach der Matura am BORG Telfs hat Madeleine die Schauspielschule Sachers besucht und während der Ausbildungszeit bereits bei den Volksschauspielen Telfs mitgewirkt. Kurz nach dem Reifezeugnis der Schauspielschule und Bühnenreife der paritätischen Prüfungskommission in Wien hat sie schließlich 2012 in Eigenregie das erste Theaterstück aufgeführt.
THEATER, THEATER. „Theater ist mein Leben“, bringt es Madeleine selbst auf den Punkt. „Für mich persönlich ist Theater lebenswichtig. Man kann Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen, bringt sie zusammen, kommt ins Gespräch, kann verändern und dem Alltag entfliehen“, so die Multikünstlerin. In Weilers Kultur- und Theaterverständnis soll auch bewegt werden. So gab sie in ihrem Erstlingsstück „Vielleicht lebe ich“ Opfern wie Tätern der Nazizeit eine Stimme. Sie griff damit ein Thema auf, das immer öfter intensiv diskutiert wird. Vielfältige Traumata, die über die Generationen hinweg bestehen, resultieren aus der Nazi- und Weltkriegszeit. Mit Ernsthaftigkeit und einer ihr eigenen Entschlossenheit hat sie sich 2015 dieses komplexen Themas angenommen. Einer Entschlossenheit, die sie in all ihrem Tun auszeichnet. „Ich glaube schon, dass mich Menschen manchmal unterschätzen“, lächelt sie. Es ist, wie mit einer Orange, dem Lebensmittel, das Madeleine sein würde, wenn sie denn eines wäre. Auf den ersten Blick weiß man nicht so ganz genau, was einen unter der Schale erwartet. „Eine Orange ist wie ein Wundertüte, manchmal mehr süß und manchmal mehr sauer“, sagt sie verschmitzt. Mit Mut, Kreativität, und ihrer Liebe zu dem, was sie tut und wofür sie brennt, geht sie unbeirrbar ihren Weg. „Manchmal muss man ins kalte Wasser springen, denn Weiterentwicklung, Wachstum, Wandel und Veränderung sind mir wichtig“, sagt sie. Jetzt ist es an der Zeit, für sie ein neues Kapitel aufzuschlagen. Ein Kapital das da heißt: „Theater Telfs“.
THEATER TELFS. Management, Organisation, Produktion, Öffentlichkeit und mehr hat Madelaine Weiler während ihrer Jahre in Schwaz unter einen Hut gebracht. Genau dieses Wissen und Können braucht die Kulturschaffende jetzt. „Ende 2023 waren schon die Idee und der Wunsch da, in Telfs ein Theater zu gründen“, sagt Weiler. Im Februar 2024 hat es dann die ersten Gespräche mit den Verantwortlichen in der Marktgemeinde gegeben, und es galt die Standort-Frage zu klären. Nachdem jetzt alles ausgeräumt ist und ein Verein mit Madeleine Weiler als Obfrau gegründet wurde, startet das „Theater Telfs“ im November mit der ersten Produktion. „Unserer Meinung nach braucht es ein leistbares, professionelles Theater, welches das ganze Jahr über Programm anbietet“, sagt Weiler. Mit unterschiedlichen Stücken und unterschiedlichen Genres will das vierköpfige Vereinsteam das Publikum unterhalten und zum Nachdenken bringen. Wechselnde Ensembles, die sowohl aus professionellen Schauspielern als auch aus Laiendarstellern zusammengesetzt sind, sollen ein facettenreiches Theaterprogramm, das Aktualität besitzt, auf die Bühne bringen. „Wir wollen alle abholen, und so soll ein Programm für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche entstehen. Das „Theater Telfs“ will Publikum aus Telfs und der Region erreichen und damit zu einer vielfältigen Kulturlandschaft in Telfs und ganz Tirol beitragen“, so der Anspruch. Gespielt wird beim Sportzentrum-Areal in Telfs. Ein adaptierter Seminarraum wird dort Platz für bis zu 75 Zuschauer bieten.
START IM HERBST. Gestartet wird im November mit dem Stück „Die Tanzstunde von Mark St. Germain. Ein sensibles und einfühlsames Stück, welches sich berührend und witzig mit dem Thema „Autismus“ auseinandersetzt. Ein Stück über ein ungleiches Paar, das nur mühsam denselben Takt halten kann, aber im Laufe seiner Tanzstunden viel wichtigere Dinge über den anderen und sich selbst lernt. Im Frühjahr 2026 soll dann ein Kinderstück inszeniert werden.