„(N)Akt – anziehend“ – Ausstellung in Völs
Brigitta Exner-Kuen und Ferdinand Bartl präsentierten ihre Werke im Mehrzwecksaal der Mittelschule
2. Dezember 2025 | von
Friederike Bundschuh
Der Völser Kulturkreis lud vergangenes Wochenende zur Ausstellung „(N)Akt – anziehend“ in den Mehrzwecksaal der MS Völs. Markus Köchle, Obmann des Kulturkreises, Brigitta Exner-Kuen und Ferdinand Bartl (v. l.). Foto: Bundschuh
Im „Rund“ des Mehrzwecksaales geht es sprichwörtlich rund: Kunstwerke hängen von der Decke, Aktzeichnungen sind über die Treppen und am Boden dekoriert, zahlreiche Besucher spazieren mit Interesse durch die Präsentation. Markus Köchle, Obmann des Völser Kulturkreises, eröffnete die Vernissage: „Ich darf Sie ganz herzlich heute hier begrüßen und freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind. Der Kulturkreis Völs veranstaltet seit seiner Gründung alternierend alle zwei Jahre eine Gemeinschaftsausstellung, in deren Rahmen alle in Völs geborenen Künstler ihre Werke präsentieren können. Zwischenzeitlich bietet der Kulturkreis zumindest einmal eine weitere Ausstellung an. Dazu werden ein oder zwei Künstler eingeladen, um einen größeren Rahmen ihrer Werke präsentieren zu können. Ferdl und Brigitta sind Urgesteine des Kulturkreises Völs. Sie haben schon mehrfach bei uns ausgestellt und es verbindet sie auch sonst sehr viel. Beide haben ihre Wurzeln in Völs, sie malen beide sehr gerne Akte und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, diese Ausstellung unter das Thema ‚(N)Akt – anziehend‘ zu stellen. Im Wort ‚(N)Akt‘ steckt das Wort Akt und die Aktmalerei wurde im Laufe der Kunstgeschichte immer wieder zwiespältig betrachtet. Dieser Akt ist manchmal sehr viel verbergend, manchmal sehr offen, so etwas kann auch sehr anziehend wirken. Daher unser Wortspiel für diese Ausstellung, die noch bis 30.11. zu sehen ist.“
GEMEINSAMKEITEN DER WERKE. Alles begann für beide mit Aktzeichenkursen, die von der „Gruppe 84“, dem Künstlerverein seit 1984 in Innsbruck, angeboten wurden. Seit damals sind beide autodidaktisch künstlerisch tätig und arbeiten nur mit oder am Modell. Künstler Ferdinand Bartl dazu: „Wir malen nicht aus Kunstbüchern oder Kalendern, wir brauchen beide das Modell. Wir beide haben auch sehr wenig Zeit mit dem Modell für die jeweilige einzelne Zeichnung. Ungefähr fünfzehn Minuten hält das Modell die jeweilige Position, dann ist es vorbei. Wir müssen also beide schnell umsetzen, was wir haben wollen. Anschließend wird nachgearbeitet an dem, was wir in der kurzen Zeit skizziert haben.“ Das ist es allerdings dann schon mit den Gemeinsamkeiten, denn Brigitta und Ferdl gehen ihre eigenen Wege weiter.
MONOTYPIE-MISCHTECHNIK-COLLAGE AUF LEINWAND. Brigitta Exner-Kuen präsentiert ihre Werke in Monotypie-Mischtechnik-Collage auf Leinwand. Monotypie ist eine Drucktechnik, bei der nur ein einziges Werk entsteht. Auf eine Glasplatte wird Linoldruckfarbe in verschiedenen Schichten mit einer Walze aufgetragen. Anschließend legt Brigitta ein Blatt Papier darüber und zeichnet in einigen Minuten ihren Akt. Dann wird das Blatt abgehoben und der Akt ist spiegelverkehrt gedruckt zu sehen. Diesen Druck appliziert Brigitta auf Leinwand und gestaltet das Bild dann fertig. Ihre Werke haben keine Titel, denn Brigitta ist der Meinung, dass die Betrachter unvoreingenommen das Bild auf sich wirken lassen können sollten, um eine Beziehung dazu aufzubauen.
KOHLE ODER KREIDE AUF PAPIER, ÄSTE UND KERAMIK. Ferdinand Bartl arbeitet mit Kohle oder Kreide auf Papier, seine Akte sind daher dunkel gehalten. „Ich mache fast nie etwas in Farbe. Das ist nicht mein Ding“, schmunzelt Ferdl. Seine zweite Kunstform verlangt Fantasie. Er bringt Holzstücke von Spaziergängen mit und fertigt Skulpturen. „Ich habe schon früh mit Keramik gearbeitet, meine Leidenschaft ist die Kombination aus Werkstoffen, so auch Holz mit Keramik. Ich liebe Hände und Füße, so habe ich irgendwann an ein Holzstück Füße drangearbeitet. Das hat dann nie mehr aufgehört. Wenn ich heute in der Natur bin, erkenne ich in Holzstücken etwas, das dann noch durch Hände oder Füße ergänzt werden muss. Wobei es nicht nur zwei sein müssen, es können durchaus auch mehrere sein, denn die Kunst ist frei.“
EIN REIM AM ENDE. Brigitta lächelt am Ende der Vorstellung: „Jetzt gibt’s a paar Worte zum Ferdl seine Akte / Er zeichnet Extreme vom Boden aus – Exakte / Perspektive mit Kohle, vom Kopf bis zur Sohle / Die Finger und Zech’n in den Fokus gerückt doch kaum ein Gesicht man bei ihm erblickt / Zum Schluss verreibt er die Kohle am Blatt / Tiefeneffekte bis seine Fingerhaut wund und glatt / Und weil ihn die dritte Dimension fasziniert / zerrt er Holzprügel aus dem Wald und generiert daraus Skulpturen mit gar wunderlichen Formen / ergänzt Füße aus Ton ohne Normen / Fantasie ist gefragt bei der Beschau / nehmt Euch Zeit dann werdet’s daraus schlau / seine Werke haben im wahrsten Sinne Hand und Fuß / somit diese Vorstellung auch mal enden muss.“
GEMEINSAMKEITEN DER WERKE. Alles begann für beide mit Aktzeichenkursen, die von der „Gruppe 84“, dem Künstlerverein seit 1984 in Innsbruck, angeboten wurden. Seit damals sind beide autodidaktisch künstlerisch tätig und arbeiten nur mit oder am Modell. Künstler Ferdinand Bartl dazu: „Wir malen nicht aus Kunstbüchern oder Kalendern, wir brauchen beide das Modell. Wir beide haben auch sehr wenig Zeit mit dem Modell für die jeweilige einzelne Zeichnung. Ungefähr fünfzehn Minuten hält das Modell die jeweilige Position, dann ist es vorbei. Wir müssen also beide schnell umsetzen, was wir haben wollen. Anschließend wird nachgearbeitet an dem, was wir in der kurzen Zeit skizziert haben.“ Das ist es allerdings dann schon mit den Gemeinsamkeiten, denn Brigitta und Ferdl gehen ihre eigenen Wege weiter.
MONOTYPIE-MISCHTECHNIK-COLLAGE AUF LEINWAND. Brigitta Exner-Kuen präsentiert ihre Werke in Monotypie-Mischtechnik-Collage auf Leinwand. Monotypie ist eine Drucktechnik, bei der nur ein einziges Werk entsteht. Auf eine Glasplatte wird Linoldruckfarbe in verschiedenen Schichten mit einer Walze aufgetragen. Anschließend legt Brigitta ein Blatt Papier darüber und zeichnet in einigen Minuten ihren Akt. Dann wird das Blatt abgehoben und der Akt ist spiegelverkehrt gedruckt zu sehen. Diesen Druck appliziert Brigitta auf Leinwand und gestaltet das Bild dann fertig. Ihre Werke haben keine Titel, denn Brigitta ist der Meinung, dass die Betrachter unvoreingenommen das Bild auf sich wirken lassen können sollten, um eine Beziehung dazu aufzubauen.
KOHLE ODER KREIDE AUF PAPIER, ÄSTE UND KERAMIK. Ferdinand Bartl arbeitet mit Kohle oder Kreide auf Papier, seine Akte sind daher dunkel gehalten. „Ich mache fast nie etwas in Farbe. Das ist nicht mein Ding“, schmunzelt Ferdl. Seine zweite Kunstform verlangt Fantasie. Er bringt Holzstücke von Spaziergängen mit und fertigt Skulpturen. „Ich habe schon früh mit Keramik gearbeitet, meine Leidenschaft ist die Kombination aus Werkstoffen, so auch Holz mit Keramik. Ich liebe Hände und Füße, so habe ich irgendwann an ein Holzstück Füße drangearbeitet. Das hat dann nie mehr aufgehört. Wenn ich heute in der Natur bin, erkenne ich in Holzstücken etwas, das dann noch durch Hände oder Füße ergänzt werden muss. Wobei es nicht nur zwei sein müssen, es können durchaus auch mehrere sein, denn die Kunst ist frei.“
EIN REIM AM ENDE. Brigitta lächelt am Ende der Vorstellung: „Jetzt gibt’s a paar Worte zum Ferdl seine Akte / Er zeichnet Extreme vom Boden aus – Exakte / Perspektive mit Kohle, vom Kopf bis zur Sohle / Die Finger und Zech’n in den Fokus gerückt doch kaum ein Gesicht man bei ihm erblickt / Zum Schluss verreibt er die Kohle am Blatt / Tiefeneffekte bis seine Fingerhaut wund und glatt / Und weil ihn die dritte Dimension fasziniert / zerrt er Holzprügel aus dem Wald und generiert daraus Skulpturen mit gar wunderlichen Formen / ergänzt Füße aus Ton ohne Normen / Fantasie ist gefragt bei der Beschau / nehmt Euch Zeit dann werdet’s daraus schlau / seine Werke haben im wahrsten Sinne Hand und Fuß / somit diese Vorstellung auch mal enden muss.“


