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Rasante „Literar-Tour“ mit Uli Brée

Mit einem besonderen Literatur- und Musikabend feierte die Bücherei Oberhofen ihr 45-Jahre-Jubiläum

Jubiläumsabend mit Uli Brée und Sabine Gruber zu 45 Jahren Bücherei Oberhofen: Einen facettenreichen literarischen und musikalischen Beitrag zur Jubelfeier gestaltete das Duo am vergangenen Donnerstag im Kulturstadel Oberhofen.

16. September 2026
Rasante „Literar-Tour“ mit Uli Brée
Uli Brée widmete sich der Freundschaft, der Liebe und dem Scheitern und der Frage, wie Frieden gelingt. Foto: Hötzel
Uli Brée, der Erfinder der „Vorstadtweiber“, nahm sein Publikum mit auf eine unterhaltsame Reise durch seine literarischen Welten. Aus seinem aktuellen Krimi „Ödipus“ las er Geschichten voller Witz, Satire und schwarzem Humor rund um die eigensinnige Postbotin Liesl von der Post – seiner „Miss Marple in Gelb“. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Sabine Gruber an der Zither. Mit außergewöhnlichen Arrangements von Ludwig Hirsch über Georg Danzer bis John Lennon verlieh sie dem Programm eine ganz besondere Klangfarbe. Die Romanauszüge von Ödipus kamen mit viel Wortwitz daher: „Alle haben sich angekündigt. Von der Stellvertreterin der Landeshauptfraustellvertreterin bis zur Musikkapelle. Kein Wunder, wird doch die Pircher Veronika 105 Jahre alt …“, fing eine der Szenen aus „Ödipus“ an. Umso größer war der Schreck bei Liesl und der versammelten Dorfgemeinde, als sich herausstellt, dass Vronis Sohn scheinbar die geliebte Mutter einen Tag vor dem großen Fest ermordet haben soll. Auch Liesls Freundin, die Ärztin Barbara, sorgte für Schmunzeln. Während die ein ausgiebiges Frühstück mit pochiertem Ei, Saft und Extrasauce genießt, zählt der rennradfahrende und Smoothie trinkende Gatte ihr jede Kalorie vor und kneift ihr dezent in den Hüftspeck. „It’s all about the Bass“ war Grubers musikalischer Konter darauf. „Cause every inch of you is perfect, from the bottom to the top“.

Bedeutet die Abwesenheit von Krieg automatisch Frieden? Nach der Pause wurde es persönlich: Brée las Texte über Freundschaft, Liebe, Scheitern und die kleinen wie großen Erkenntnisse des Lebens. Humorvoll, berührend und voller Erzähllust. Lange setzte er sich mit der Frage „Wie gelingt Frieden?“ auseinander. Diese hatte er schon mit seiner Eröffnungsansprache der letztjährigen Volksschauspiele versucht, zu beantworten. Seit dem 8. Mai 1945 sei uns zwar kein unmittelbarer Krieg widerfahren, weltweit aber kein einziger Tag ohne Krieg vergangen. Er sei ja eigentlich ein kompletter Friedensamateur, habe aber Freunde wie Feinde befragt, sich Dokumentationen angesehen, das Internet durchsucht, die KI befragt und Selbstversuche im Verzeihen unternommen, um schließlich für sich selbst zum Schluss zu kommen: „Die vielen Friedens-Theorien mögen dem Verstand vielleicht einleuchten, aber das geschundene Herz muss erst einmal weise genug sein, diese Last in Leichtigkeit zu verwandeln.“ Auch „Krieg und Frieden“ von Tolstoi habe ihn nach den 1645 Seiten seiner Ausgabe erschöpft zurückgelassen. „Imagine“ von John Lennon lieferte zwar auch keine eindeutige Konklusion, aber einen schönen musikalischen Abschluss der Gedankenreise.
Rasante „Literar-Tour“ mit Uli Brée
Sabine Gruber überzeugte mit ihrem Zitherspiel und ihrer mal weichen, mal bluesigen Stimme. Foto: Hötzel
Rasante „Literar-Tour“ mit Uli Brée
Zahlen und Fakten zu 45 Jahren Bücherei. Foto: Hötzel

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