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Rundum gelungene Premiere in Inzing

Volkstheatergesellschaft Inzing begeisterte mit „Der verflixte Ischnitbald“ im Mehrzwecksaal

Ein Abend voller Lachen, Spielfreude und gekonnt inszenierter Komik erwartete die Zuschauer bei der Premiere der Komödie „Der verflixte Ischnitbald“ in Inzing. Schon im Vorfeld ausverkauft, war die Spannung groß, ob das Stück den hohen Erwartungen gerecht werden würde. Um es gleich vorwegzunehmen: Das Ensemble der Volkstheatergesellschaft Inzing und die Inszenierung lieferten eine kurzweilige und humorvolle Aufführung ab, die das Publikum restlos begeisterte.
14. April 2026 | von Friederike Hirsch
Rundum gelungene Premiere in Inzing
Hausgeist Ischnitbald (Fabian Schatz) zieht bei Abbruchunternehmer Karl Brösel ein, nachdem dieser den denkmalgeschützten Meierhof hat abreißen lassen. Foto: Hirsch
Gleich mehrere Jubiläen kann die Volkstheatergemeinschaft Inzing in diesem Jahr feiern. Seit 30 Jahren dient der Mehrzwecksaal der VS Inzing als jährliche Spielstätte und vor 80 Jahren gelang die Neugründung des Vereins. Mit der „geistreichen“ Premiere der Komödie „Der verflixte Ischnitbald“ von Rainer Holzbauer hat das Team rund um Obmann Fabian Schatz einmal mehr die Herzen der Premierengäste begeisterte. Der skrupellose Abbruchunternehmer Karl Brösel (Peter Schatz) hat mit dem Abriss des unter Denkmalschutz stehenden Meierhofs seinen letzten großen Coup gelandet – glaubt er zumindest. Er hat dabei die Rechnung ohne Ischnitbald (Fabian Schatz) gemacht, den 300 Jahre alten Hausgeist vom Meierhof. Dieser ist nun obdachlos und beschließt, die nächsten 100 Jahre, die er noch als Geist auf Erden verbringen muss, im Haus der Brösels zu verbringen. Er lehrt nun so manchem das Fürchten, vor allem Karl erlebt seine blauen Wunder. Der unsichtbare Mitbewohner sorgt fortan für reichlich Unruhe. Speck und Brot verschwinden, der Schnaps wird immer weniger und Karl stolpert auf ebenem Boden über Dinge, die (scheinbar) nicht da sind. Karl Brösel zweifelt an seinem Verstand und eine skurrile Hellseherin (Elisabeth Gstrein), ein Pfarrer (Max Schärmer) und die tratschende Dorfwirtin (Brigitte Greil) sorgen zusätzlich für ein kunterbuntes Treiben im Haus der Brösels. Karls Frau Marianne (Uschi      Gstrein) wird hingegen immer wütender, weil sie glaubt, er würde trinken und mit seinem Gerede über Unerklärliches lediglich Ausreden suchen. Doch nicht nur Ischnitbald bringt Bewegung ins Haus. Karl versucht, seine Stieftochter Sarah (Bettina Coreth) in undurchsichtige Geschäfte zu verwickeln, und wird dabei tatkräftig von Baumeister Richard Kügner (Manuel Raaß) unterstützt. Der schüchterne Dorflehrer Julius Meinzel (Michael Montibeller), der Sarah sehr zugetan ist, steht ihr zur Seite und will helfen, die Machenschaften zu durchschauen.

INSZENIERUNG. Bei ihrem Regiedebüt verzichtet Sabrina Tirler auf übermäßigen Schnickschnack und Effekthascherei, setzt stattdessen auf eine klare, stringente Erzählweise und lässt die Handlung für sich sprechen. Das Tempo war durchgehend hoch, ohne dabei gehetzt zu wirken. Die schnellen Dialoge und pointierten Wortwechsel sorgten für zahlreiche Schmunzler und herzhaftes Lachen im Publikum. Dabei wurde nie auf billige Gags gesetzt, sondern auf intelligente Situationskomik und glaubhaft porträtierte Charaktere, die ihre Macken und Eigenheiten charmant zum Ausdruck brachten. Diese Entscheidung, das Stück in seiner Essenz auf die Bühne zu bringen, sorgte für eine erfrischend authentische Atmosphäre. In einer Zeit, in der oft auf große Bühnenbilder, technische Spielereien oder übertriebene Slapstick-Einlagen gesetzt wird, war es wohltuend, ein künstlerisches Konzept zu erleben, das den textlichen Witz und die Spielfreude in den Mittelpunkt stellte. Beeindruckende Spielfreude: Mit großer Leidenschaft und sichtbarer Freude verkörperten die Darsteller ihre Rollen. Jeder Einzelne brachte seine Figur lebendig und facettenreich zum Ausdruck, was die Komik zusätzlich steigerte. Die Chemie innerhalb des Ensembles war spürbar – die Darsteller agierten miteinander auf Augenhöhe, reagierten schnell und flexibel auf kleine Bühnenmomente und formten so ein harmonisches Gesamtbild. Insbesondere die Hauptfigur Ischnitbald wurde von Fabian Schatz meisterhaft dargestellt. Seine Mimik, Gestik und Sprache verliehen dem Charakter Tiefe und sorgten für zahlreiche Lacher. Auch die wechselnden Konstellationen der Nebenfiguren trugen dazu bei, dass kein Moment Langeweile aufkam. Die hervorragende Ausstrahlung jedes Einzelnen machte das Stück zu einem lebendigen Erlebnis.

HERZ UND WITZ. Die ausverkaufte Premiere zeigte einmal mehr, dass gute Komödie keine spektakulären Effekte braucht, sondern vor allem engagierte Darsteller sowie ein durchdachtes, humorvolles Stück. Eine Aufführung, die gleichermaßen unterhält und begeistert, ohne sich in Übertreibungen zu verlieren. Bereits während der Vorstellung war spürbar, wie gut die Komödie beim Publikum ankam. Das rhythmische Lachen, die spontanen Applausbeiträge zeugten von echter Begeisterung und Wertschätzung. Eine rundum gelungene Premiere, die zeigt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht – und zwar am besten live auf der Bühne!
Rundum gelungene Premiere in Inzing
Baumeister Lügner (Manuel Raaß) will unbedingt verhindern, dass Dorflehrer Julius Meinzel (Michael Montibeller) gemeinsam mit Sarah (Bettina Coreth) dubiose Machenschaften aufdeckt (v. l.). Foto: Hirsch

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