Sprechende Tiere und zauberhafte Freundschaft
Theater Telfs bringt das Kinderstück die „Die Schule der magischen Tiere“ auf die Bühne
24. März 2026 | von
Friederike Hirsch
Unter dem Regiedebüt von Elia Ritter verzaubert das Kinderstück „Die Schule der magischen Tiere“ bereits in der Generalprobe in Telfs. Foto: Hirsch
Unter dem Regiedebüt von Elia Ritter verzaubert das Kinderstück „Die Schule der magischen Tiere“ bereits in der Generalprobe. Dieses Stück, basierend auf den beliebten Büchern von Margit Auer, hat genau das Potenzial, Kinderherzen höher schlagen zu lassen – nicht zuletzt dank einer jungen, spielfreudigen Schauspielertruppe und einer flotten, modernen Inszenierung. „Wir starten heuer mit einem Kinderstück, da wir alle Altersstufen mit dabei haben wollen. Geplant ist, dass wir jedes Jahr ein Kinderstück auf die Bühne bringen wollen“, so die Theaterleiterin Madeleine Weiler in einem Interview.
DAS STÜCK. Willkommen an der Wintersteinschule. Als eines Tages Mister Mortimer Morrison, Inhaber einer magischen Zoohandlung, im Unterricht auftaucht, beginnt für Ida (Annika Gruber), Benni (Luka R. Fenneberg), Helene (Josefine Vyplel-Possnig) und Jo (Laurin Gabriel) ein zauberhaft aufregendes Schuljahr. Die neue Lehrerin Miss Cornfield (Lisa Possnig-Haiden) und Mister Morrison (Salvin Mullur) verschenken nämlich sprechende Tiere. Ida hat Glück und ist als Erste an der Reihe. Zu ihr kommt der schlaue Fuchs Rabbat. Nach und nach bekommen auch die anderen Kinder der Klasse ihre magischen Tiere. Die Schildkröte Henrietta, den Pinguin Juri und den Kater Karajan. In der „Schule der magischen Tiere“ wird den Kindern die vielleicht größte kindliche Sehnsucht erfüllt: Ihre magischen Tiere werden bedingungslose Freunde. Kompromisslos parteiisch spenden sie jene Sicherheit, die es allen Kindern ermöglicht, über sich selbst hinauszuwachsen. Sie stärken das Selbstbewusstsein, helfen bei Ängsten und sorgen dabei für manchen magischen Moment.
DIE INSZENIERUNG. Die Inszenierung verzichtet auf übertriebenen Schnickschnack. Stattdessen setzt sie auf lebendige Darstellungen und eine klare Erzählweise. Das Bühnenbild ist minimalistisch und besteht lediglich aus einer Schultafel auf Rollen und schwarzen Vorhängen. Man setzt auf unterschiedliche Lichteffekte. Lichtdesigner Markus Scherb erzeugt stimmige Atmosphäre, die einmal mystisch, einmal realitätsnah und dann wieder bedrohlich ist. Hier wird die Fantasie der Zuschauer gebraucht. Regisseur Elia Ritter versteht es, die Spannung und das magische Flair des Buches auf die Bühne zu übertragen. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen die magischen Tiere zum Leben erwachen. Dargestellt mit Klappmaulpuppen von Hella Bachnetzer erobern die magischen Tiere sofort das Herz der Zuschauer. Roswitha Matt begeistert als die wandelbare Stimme der magischen Tiere und haucht ihnen Charakter und Persönlichkeit ein. Auffallend, dass keines der Tiere Augen hat. Man sieht wohl doch nur mit dem Herzen gut.
DIE SCHAUSPIELER. Das Herzstück des Theaterstücks sind jedoch die Schauspieler, die ihre Rollen mit beeindruckender Spielfreude und Authentizität verkörpern. Man merkt, dass sie mit viel Freude und Engagement bei der Sache sind. Von der ersten Minute an entsteht auf der Bühne ein lebendiger Austausch zwischen den Figuren, der die Geschichte glaubwürdig und mitreißend macht. Man spürt, dass sich das Ensemble intensiv mit der Vorlage auseinandergesetzt hat. Die Darsteller schaffen es, die unterschiedlichen Charaktere so zu spielen, dass jedes Kind im Publikum sich in mindestens einer Figur wiederfinden kann oder zumindest jemanden aus der Schule kennt, der ebenso tickt.
FLOTT UND KURZWEILIG. Kein Moment der Langeweile schleicht sich ein. Die Handlung entwickelt sich zügig, Dialoge sind kindgerecht und doch subtil genug, um auch Erwachsene anzusprechen. Die Übergänge zwischen den Szenen sind geschickt gestaltet, sodass ein harmonischer Fluss entsteht, der die Aufmerksamkeit immer wieder aufs Neue fesselt. Musikalische Einlagen und kleine Tanzeinlagen sind geschickt eingestreut, ohne dabei den roten Faden zu verlieren.
RESÜMEE. „Die Schule der magischen Tiere“ ist ein rundum gelungenes Kindertheaterstück, das sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistert. Die Kombination aus jungen, engagierten Schauspielern, einer flotten Inszenierung und einer stimmigen technischen Umsetzung schafft eine Atmosphäre, in der Magie spürbar ist und die Fantasie beflügelt wird. Es verbindet Spannung, Humor und emotionale Tiefe auf eine Weise, die Kinder spielerisch ans Theater heranführt und zugleich Familien einen unterhaltsamen gemeinsamen Abend beschert.


