Willi Pechtl beim Artforum Telfs
Der Tarrenzer Künstler bot bei Harry Triendl Einblick in sein vielschichtiges Schaffen
21. Oktober 2025 | von
Agnes Dorn
Drei Kulturarbeiter und -vernetzer auf einem Bild: Harry Triendl, Maria Pechtl und Willi Pechtl beim Artforum Telfs. Foto: Dorn
Harry Triendl ist nicht nur selbst ein begnadeter Musiker und Künstler, sondern mit seinem Artforum Telfs auch ein Kunstförderer und -vernetzer. Einmal im Monat lädt er ins harry’s home Hotel, um sich dort einem speziellen Thema zu widmen, einen Künstler vorzustellen oder sich einfach auszutauschen. Jeden zweiten Dienstag im Monat treffen sich so zahlreiche Kunstinteressierte im Barraum des Hotels, um sich bei freiem Eintritt der Kunst zu widmen. Zum einen dienen die Treffen dazu, sich über diverse Veranstaltungen wie Ausstellungen auszutauschen, zum anderen werden beim Artforum auch bekannte Kunstschaffende zum Künstlergespräch geladen. Nach Elmar Peintner im September war Willi Pechtl der letzte Gast bei Triendl.
VOM PITZTAL NACH WIEN. Willi Pechtl war Kunsterzieher am Gymnasium in Imst, hat sich in der Region aber vor allem durch seine rege Sammlerleidenschaft über das Pitztal einen Namen gemacht. Auch zahlreiche Plakate für Veranstaltungen in Imst oder das Turmmuseum Oetz hat der Grafiker in vielen Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens hergestellt. 1954 geboren, besuchte er zunächst die Volksschule Plangeross und später das Gymnasium Volders. In der Glasfachschule Kramsach erkannten die Lehrer sein künstlerisches Potenzial und förderten dieses. Vor die Entscheidung gestellt, als Pädagoge angestellt zu werden oder die Landwirtschaft seines Vaters zu übernehmen, beschloss er stattdessen, nach Wien zu gehen und dort die Kunstakademie zu besuchen, wo er sich auf Grafik spezialisierte. In der Bundeshauptstadt wurde er mit der aktionistischen Kunst konfrontiert und mit Bewegungen wie der Mühl-Kommune. „Für mich als Hinterwäldler war das ein Schock, was die da aufgeführt haben“, erinnert er sich. „Zu der Zeit gab es in Wien eine Aufbruchstimmung, aber da sind auch viele auf der Strecke geblieben.“
VIELSCHICHTIGE ARBEITEN. Nach seiner Abschlussarbeit über Plakate und Jura Soyfer kam er zum Auftrag, für die Band Schmetterlinge deren Plattencover mit dem Konterfei des politischen Schriftstellers zu gestalten. Von Erwin Reheis wurde er schließlich nach Imst ans Gymnasium geholt und begann in den 80er-Jahren damit, in seiner Freizeit Menschen zu interviewen. So entstand ein gewaltiges Archiv an Film- und Tonaufnahmen, die in unterschiedlichsten Zusammenhängen präsentiert werden und auch Eingang in Pechtls Bücher gefunden haben. Fürs Turmmuseum Oetz hat er jahrzehntelang Plakate und Kataloge erstellt und sich außerdem mit der frühen Fotografie im Oberland intensiv befasst. Im Herbst wird Pechtls neuestes Werk, ein Katalog mit 50 Plakaten, erscheinen. Während der Erzählungen des vielschichtigen Künstlers herrschte gespannte Stille im Publikum, das sichtlich angetan von den Episoden aus Pechtls Leben war. Beim nächsten Artforum Telfs am 11. November ist kein Thema vorgegeben, wie Gastgeber Harry Triendl erklärt: „Damit mehr Platz für offene Themen und Projekte entsteht, wird vorerst mal jedes dritte ARTforum eines mit ‚offenem Thema‘ sein – sprich, die Teilnehmer/Besucher sollen einfach Arbeiten, Projekte, Fragen, Themen selbst mitbringen, um diese in der Runde vorzustellen und/oder zu besprechen.“
VOM PITZTAL NACH WIEN. Willi Pechtl war Kunsterzieher am Gymnasium in Imst, hat sich in der Region aber vor allem durch seine rege Sammlerleidenschaft über das Pitztal einen Namen gemacht. Auch zahlreiche Plakate für Veranstaltungen in Imst oder das Turmmuseum Oetz hat der Grafiker in vielen Jahrzehnten seines künstlerischen Schaffens hergestellt. 1954 geboren, besuchte er zunächst die Volksschule Plangeross und später das Gymnasium Volders. In der Glasfachschule Kramsach erkannten die Lehrer sein künstlerisches Potenzial und förderten dieses. Vor die Entscheidung gestellt, als Pädagoge angestellt zu werden oder die Landwirtschaft seines Vaters zu übernehmen, beschloss er stattdessen, nach Wien zu gehen und dort die Kunstakademie zu besuchen, wo er sich auf Grafik spezialisierte. In der Bundeshauptstadt wurde er mit der aktionistischen Kunst konfrontiert und mit Bewegungen wie der Mühl-Kommune. „Für mich als Hinterwäldler war das ein Schock, was die da aufgeführt haben“, erinnert er sich. „Zu der Zeit gab es in Wien eine Aufbruchstimmung, aber da sind auch viele auf der Strecke geblieben.“
VIELSCHICHTIGE ARBEITEN. Nach seiner Abschlussarbeit über Plakate und Jura Soyfer kam er zum Auftrag, für die Band Schmetterlinge deren Plattencover mit dem Konterfei des politischen Schriftstellers zu gestalten. Von Erwin Reheis wurde er schließlich nach Imst ans Gymnasium geholt und begann in den 80er-Jahren damit, in seiner Freizeit Menschen zu interviewen. So entstand ein gewaltiges Archiv an Film- und Tonaufnahmen, die in unterschiedlichsten Zusammenhängen präsentiert werden und auch Eingang in Pechtls Bücher gefunden haben. Fürs Turmmuseum Oetz hat er jahrzehntelang Plakate und Kataloge erstellt und sich außerdem mit der frühen Fotografie im Oberland intensiv befasst. Im Herbst wird Pechtls neuestes Werk, ein Katalog mit 50 Plakaten, erscheinen. Während der Erzählungen des vielschichtigen Künstlers herrschte gespannte Stille im Publikum, das sichtlich angetan von den Episoden aus Pechtls Leben war. Beim nächsten Artforum Telfs am 11. November ist kein Thema vorgegeben, wie Gastgeber Harry Triendl erklärt: „Damit mehr Platz für offene Themen und Projekte entsteht, wird vorerst mal jedes dritte ARTforum eines mit ‚offenem Thema‘ sein – sprich, die Teilnehmer/Besucher sollen einfach Arbeiten, Projekte, Fragen, Themen selbst mitbringen, um diese in der Runde vorzustellen und/oder zu besprechen.“


