„Peter-Anich-Hütte“ wird zukunftsfit
„ÖAV-Sektion Hohe Munde“ ist neuer Betreiber – Kein Hüttenbetrieb bis Sommer 2027 wegen Sanierungsarbeiten
17. Feber 2026 | von
Gebi G. Schnöll
Die „Peter-Anich-Hütte“ soll nach den Sanierungsmaßnahmen so aussehen. Der Hüttenbetrieb bleibt bis Sommer 2027 geschlossen. Visualisierung: ÖAV
Die in 1909 Metern Seehöhe gelegene „Peter-Anich-Hütte“ wurde in den Jahren 1884 bis 1885 vom „Österreichischen Touristen Klub“ als einfache Unterkunft aus Zirbenholz errichtet. Benannt ist sie nach dem Tiroler Astronomen und Kartografen Peter Anich (1723 bis 1766), dessen „Atlas Tyrolensis“ lange als genaueste Karte Tirols galt. Warum genau die Erbauer diesen Namen wählten, ist nicht überliefert – doch die Verbindung zur Tiroler Bergwelt liegt nahe. Die „Peter-Anich-Hütte“ ist seit vielen Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt für Bergsportler, Familien, Jugendliche und Naturliebhaber. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie der „Sektion Touristenklub Innsbruck“ übereignet und mehrfach saniert und erweitert, zuletzt umfassend in den 1990er-Jahren. Seither blieb das Erscheinungsbild der Hütte weitgehend unverändert. Doch der Zahn der Zeit nagte auch an der „Peter-Anich-Hütte“. Viele Bereiche sind mittlerweile sanierungsbedürftig, teilweise baufällig und entsprechen nicht mehr den heutigen behördlichen Anforderungen – insbesondere im Bereich des Brandschutzes besteht dringender Handlungsbedarf.
ÜBERNAHME DURCH DIE „SEKTION HOHE MUNDE“. Die „Sektion Touristenklub Innsbruck“ entschied sich aufgrund der begrenzten Ressourcen, die „Peter-Anich-Hütte“ abzugeben. Gemäß den Statuten des Alpenvereins sollte die Hütte innerhalb des „Österreichischen Alpenvereins“ weitergegeben werden. Da die Hütte unmittelbar im Einzugsgebiet der „Sektion Hohe Munde“ liegt und diese mit mehr als 5.000 Mitgliedern bislang noch keine eigene Hütte betreut und instand hält, wurde die Sektion als neuer Träger angesprochen. Nach rund einjähriger Prüfung durch eine Projektgruppe fiel schließlich die Entscheidung, die „Peter-Anich-Hütte“ zu übernehmen und in eine sichere Zukunft zu führen. Der Beschluss zur Übernahme wurde im Rahmen einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung im Jänner 2025 von den Mitgliedern gefasst.
SANIERUNG IST VORAUSSETZUNG – FÖRDERUNGEN SIND GESICHERT. Es stand jedoch von vornherein fest, dass eine Übernahme nur mit einer umfassenden Sanierung möglich ist. Im Jahr 2024 wurde die „Peter-Anich-Hütte“ in das Soforthilfepaket der Bundesregierung aufgenommen, Fördermittel wurden zugesagt. Darüber hinaus wurden weitere Förderungen anderer Stellen in Aussicht gestellt. Um die notwendigen Förderanträge stellen zu können, wurden der bauliche Bestand erhoben, Konzepte entwickelt, eine Studie erstellt und eine Kostenschätzung erarbeitet. Die geplanten Maßnahmen verfolgen einen klaren Grundsatz: eingreifen, wo es notwendig ist – bewahren, was erhaltenswert ist. Historische Charakterzüge sollen erhalten bleiben und Neubauten harmonisch integriert werden.
VIELE VORHABEN BIS ZUM SOMMER 2027. Die „Peter-Anich-Hütte“ wird in ihrer Grundstruktur neu organisiert. Geplant sind unter anderem ein neuer Hauptzugang und eine zentrale Erschließung, ein neues innenliegendes Treppenhaus sowie die Integration der WC-Anlagen in das Gebäude. Betreiber- und Gästebereiche sollen abgetrennt werden, geplant ist auch die Ergänzung und Erneuerung des Obergeschosses, eine leichte Dachanhebung für eine bessere Raumnutzung sowie neue Waschräume (getrennt für Personal und Gäste). Der nordseitige Gebäudeteil mit der gemütlichen Gaststube sowie die charakteristische, sonnenverbrannte Holzfassade bleiben erhalten. Auch die technische Infrastruktur wird erneuert: Vorgesehen sind in den Plänen auch eine ausreichend dimensionierte Solaranlage zur Stromversorgung, die Instandsetzung der Wasserzuleitung, die Anpassung der Wasseraufbereitung und eine neue Kläranlage zur Abwasserbeseitigung. Damit wird die „Peter-Anich-Hütte“ nicht nur sicherer, sondern auch ökologisch und betrieblich zukunftsfähig aufgestellt. „Ein Meilenstein für die Sektion – ein Gewinn für die Region: Für die ‚Sektion Hohe Munde‘ ist die Übernahme der ,Peter-Anich-Hütte‘ ein historischer Schritt in der Vereinsgeschichte. Für Gäste und Einheimische bedeutet das Projekt vor allem eines, nämlich den Erhalt eines besonderen Ortes – mit einer Aussicht, die auf die Namensgeberin der ‚Sektion Hohe Munde‘ kaum schöner sein könnte“, heißt es in einer Aussendung der Sektion.
EINIGE FAKTEN ZUM PROJEKT. Rund 90 Prozent der Finanzierungskosten werden durch Förderungen aufgebracht, zehn Prozent aus Eigenmitteln und Eigenleistungen. Nach dem Umbau stehen bis zu 25 Schlafplätze zur Verfügung. Für die Dauer der Bauarbeiten muss die Hütte vollständig geschlossen bleiben. Ab der Sommersaison 2027 ist die Hütte wieder geöffnet. Der Umbau folgt dem Prinzip „bewahren und behutsam erneuern“. Charakteristische Bauteile wie die bestehende Gaststube und die Holzfassade bleiben erhalten und werden in das neue Gesamtkonzept integriert. Für das Umbau- und Sanierungsprojekt werden viele helfende Hände benötigt. Details zu möglichen Arbeitseinsätzen werden gesondert kommuniziert. Interessierte werden gebeten, den WhatsApp-Kanal der Sektion zu abonnieren und die Website regelmäßig zu besuchen. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, das Projekt freiwillig zu unterstützen – etwa mit Spenden oder projektbezogenen Beiträgen. „Diese Unterstützung ist für uns auch sehr wichtig. Über konkrete Formen der Unterstützung informiert die Sektion gesondert“, heißt es in der Aussendung der „ÖAV-Sektion Hohe Munde“.