Artikel teilen
Artikel teilen >

Der Telfer Liebkind „Naz“ ist ausgegraben

In der Marktgemeinde wurde am Dreikönigstag der offizielle Start für das „Schleicherlaufen 2025“ eingeläutet

Vorletzten Montag war es endlich soweit, worauf Telfer schon seit fünf Jahren warten: Der „Naz“, die Symbolfigur der Telfer Fåsnåcht, wurde ausgegraben und damit der offizielle Beginn für das Schleicherlaufen am 2. Februar gesetzt. Im Rahmen der Zeremonie ging es feucht-fröhlich her, als das Laninger-Kindl empfangen und von Vertretern der einzelnen Fasnachtsgruppen mit scharfzüngigen Sprüchen sowie lustigen Geschenken begrüßt wurde. Die Gemeindepolitik genauso wie das lokale und internationale Poliktikgeschehen wurden dabei aufs Korn genommen und sorgten für Gelächter.
14. Jänner 2025 | von Nina Zacke
Der Telfer Liebkind „Naz“ ist ausgegraben
Der „Naz“ ist ausgegraben und damit der Startschuss für das Schleicherlaufen gefallen. Foto: MGT/ Hackl
Mit dem feierlichen Ausgraben des „Naz“, der mehr als 100 Jahre alten Symbolfigur der Telfer Fasnacht, wurde offiziell verkündet, worauf alle sehnsüchtig gewartet haben: „Die Fasnacht isch frei!“, rief Fasnachtsobmann und Bürgermeister Christian Härting und übergab seine Amtskette an den rauchenden, saufenden und speibenden „Naz“, der in den kommenden Wochen das Zepter in der Marktgemeinde Telfs übernimmt.

DAS LANGE WARTEN HAT EIN ENDE. Bereits eine Stunde vor der Zeremonie versammelten sich die Fasnachtler im Ortszentrum. Mit entzündeten Fackeln marschierten sie geschlossen zum Wasserbichl-Parkplatz, wo sie von rund 3.000 begeisterten Zuschauer erwartet wurden. Die Laninger, die Sippschaft des „Naz“, stürzte sich auf den Kieshaufen, um ihren jüngsten Spross auszugraben. Nach intensivem Schaufeln stießen sie auf einen Stollen, und nach fünf Jahren konnte der „Naz“ wieder in ihrer Mitte begrüßt und der Kindsdirn übergeben werden. Stürmisch wurde das Laninger-Kindl empfangen und von Vertretern der Fasnachtsgruppen mit scharfzüngigen Sprüchen und witzigen Geschenken begrüßt. So wurde der „Bua“ in humorvoller Weise über die wichtigsten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ereignisse der letzten fünf Jahre informiert. Dabei ließ der Empfang schon erahnen, welche Themen die Wagen und Darbietungen beim Schleicherlaufen am 2. Februar dominieren werden.

„IATZ REGIERT DIE LANINGER BRUAT, ALSO WERD ALLES GUAT!“ In gewohnter Manier wurden einzelne Ereignisse der letzten Jahre in humorige Sprüche verpackt und selbstverständlich blieben Seitenhiebe in Richtung Politik nicht aus. „Des mit inserer Regierungsbildung isch zum Speiben. I muass täglich meine Sprüch’ umschreiben“, stellte beispielsweise Kindsdirn Karl Walch fest. In Bezug auf Telfs wurde unter anderem das Dauerthema Verkehr angesprochen, ebenso wie die Fußgängerzone und die Radarkästen, die als „Geldquelle“ der Gemeinde betitelt wurden. Humorvoll schlug der Dorfchef in die gleiche Kerbe: „Leut’, kanntets bitte wieder a bissl schneller fahren und die Radar ignorieren – mir ham a Volksschual und a Altersheim zu sanieren.“ Erwartungsgemäß stand die Coronapolitik auf der Liste, ebenso wie die Causa René Benko und der Jagdskandal rund um Georg Dornauer: „Schorsch – dei Karriere isch im Orsch. Ma schmückt si nit mit am fremden Huat.“ Angriffsfläche bot klarerweise auch die USA bzw. die Wiederwahl von Donald Trump. Herzhaft gelacht wurde zudem bei den Ausführungen rund um sprachliche Feinheiten in puncto Gendern und Politischer Korrektheit. Krönender Abschluss des Spektakels war das gemeinsam gesungene Laningerlied. Bestens gelaunt marschierten die Fasnachtsgruppen anschließend wieder ins Zentrum, um den offiziellen Beginn der fünften Jahreszeit zu feiern, wobei für die Fasnachtler mit einem Augenzwinkern feststeht: „Wir werden das Dorf beleben, ohne dafür Millionen auszugeben.“
Der Telfer Liebkind „Naz“ ist ausgegraben
Rund 3.000 Besucher zog es vor Kurzem in das Telfer Ortszentrum, um zuzusehen, wie der „Naz“ ausgegraben wird. Foto: MGT/ Hackl

Feedback geben

Feedback abschicken >
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.