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Ein Stück Normalität in Seefeld

„Arche Herzensbrücken“ hilft seit zehn Jahren Familien mit schwerkranken Kindern

Der Verein „Arche Herzensbrücken“ ermöglicht Familien mit schwerkranken Kindern eine Woche Urlaubsentspannung mit Betreuung der betroffenen Kinder und deren Geschwister in Seefeld. „‚Arche Herzensbrücken‘ ist ein Rückzugsort auf Zeit für Familien mit schwer erkrankten Kindern. Bei uns können alle zur Ruhe kommen, durchatmen und Kraft tanken für den besonders schweren Alltag zu Hause“, so Horst Szeli, Gründer „Arche Herzensbrücken“.

29. September 2026
Ein Stück Normalität in Seefeld
„Arche Herzensbrücken“ bietet ein Stück Normalität für Familien mit schwerkranken Kindern. V. l.: Birgit Weber, Horst Szeli, Carola Mitteregger und Ines Paratscher. Foto: Peter Bundschuh
Ein Unfall mit schwerwiegenden Dauerfolgen im Bekanntenkreis ließ Horst Szeli aufhorchen. Es wurde ihm bewusst, dass es zwar spezialisierte Hotellerie für unterschiedliche Bedürfnisse gibt, aber kaum Einrichtungen, die Familien mit schwerkranken Kindern gerecht werden. Es galt, diese Lücke zu schließen. In Absprache mit seiner Frau öffneten sie ihr Hotel in Seefeld auch Gästefamilien mit solchen besonderen Ansprüchen. So begann also der „Arche“-Gedanke, vor nunmehr zehn Jahren Realität zu werden. Vor kurzem hat der Verein das gesamte Haus gepachtet, das nun mit vier pflegegerecht eingerichteten Einheiten zur Verfügung steht. Ausgebildetes Pflegepersonal versorgt die erkrankten Kinder, Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten mit den betroffenen Kindern und den Geschwisterkindern, dazu gibt es psychosoziale Begleitung. Unterstützt werden die angestellten Fachkräfte von einer großen Zahl ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Das alles aber weit weg vom Alltag, denn es ist Urlaub. Die Therapie in der Ferienwoche findet, wenn gewünscht, auch mit Hund, Pferd, Lama, Streichelzoo, Ausflügen, Malerei und Musik statt. Bislang haben über 300 Familien aus Österreich und Deutschland eine Urlaubswoche im Hotel Solstein verbracht. Im laufenden Jahr stand das Haus 13 Wochen lang zu familienfreundlichen Zeiten offen, die Warteliste ist lang, eine Ausdehnung der Öffnungszeiten ist angedacht, aber die Finanzierung eben spendenabhängig.

Riesige Herausforderung – rund um die Uhr. Michaela ist zehn Jahre alt. Sie lebt mit einer spastischen Lähmung, kann nicht sprechen und verständigt sich über Mimik und Gestik. Dazu kommen Epilepsie sowie andere chronische Erkrankungen. Für Michaela und ihre Familie bedeutet das viele Therapien, Arztbesuche und einen Alltag voller besonderer Anforderungen. Michaela wird rund um die Uhr betreut, die Verantwortung lastet schwer. „Arche Herzensbrücken“ sei die erste echte Möglichkeit gewesen, einmal durchzuatmen und auf die Pflegekräfte zu vertrauen, so die Eltern. Und: „Bei der Reittherapie konnte man sichtlich spüren, wie sich Michaelas Muskeln entspannten. Auf dem Rücken des sanften Riesen ‚Snorre‘ konnte sie so richtig loslassen“.

Schirmherrin Katharina Böhm. „Dass Hospizarbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht nur traurig ist, habe ich bei „Arche Herzensbrücken“ erlebt. Das Haus ist voller Leben, es ist ein Ort, an dem Lachen genauso Platz hat wie Tränen. Man spürt die Begeisterung und die Hingabe aller im „Arche Herzensbrücken“-Team. Eltern meinen: „Das Leben mit einem besonderen Kind ist nicht einfach, aber deswegen nicht weniger lebenswert. Es gibt das große Glück, es sieht nur anders aus als angenommen. Die Finanzierung des Vereins ist auf Spenden angewiesen, öffentliche Gelder erhält „Herzensbrücken“ keine. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist die Spende der Millionenerbin Marlene Engelhorn (eingebracht über „Guter Rat für Rückverteilung“), die die „Arche Herzensbrücken“ mit 522.800 Euro bedachte. „Mit diesem Geld konnten wir ein weiteres, dringend benötigtes Pflegezimmer errichten“, so der Initiator des ganz besonderen Hotels und Obmann des „Fördervereins Kinder- und Jugendhospizarbeit“. Für Familien, die hier eine Urlaubswoche verbringen, bleibt lediglich ein einkommensabhängiger Beitrag zu leisten, den Rest der Kosten übernimmt der gemeinnützige Verein.
Ein Stück Normalität in Seefeld
Speziell angefertigte Pflegebetten für besondere Bedürfnisse. Foto: Bundschuh
Ein Stück Normalität in Seefeld
Von Gästefamilien gebastelte Archen zeigen die Verbundenheit. Foto: Peter Bundschuh

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