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„Geiselnahme“ war ein Familienstreit

Großeinsatz der Polizei nach vermuteter Entführung eines siebenjährigen Buben in Völs

Die „Thurnfelsstraße“ in Völs war am Dienstag vergangener Woche Schauplatz eines Großeinsatzes der Polizei. Weil eine Geiselnahme befürchtet wurde, rückten auch eine Cobra-Einheit und eine Verhandlungsgruppe an. Später gab die Polizei bekannt, dass es gegen 16.30 Uhr in einer Wohnung zu einem Familienstreit gekommen ist, in dessen Zuge eine Mutter mit ihren drei Kindern in Richtung Bahnhof geflüchtet sei. Der Kindesvater ist der Frau gefolgt und hat seinen siebenjährigen Sohn ins Auto gesetzt. Danach sei er mit dem Buben davon gefahren. Der Mann konnte schließlich in der „Thurnfelsstraße“ angetroffen und vorläufig festgenommen werden.

25. August 2026
„Geiselnahme“ war ein Familienstreit<br />
Der Familienstreit verlagerte sich von der „Thurnfelsstraße“ zum Bahnhof. Dort setzte der 36-Jährige seinen Sohn ins Auto und fuhr mit ihm davon. Die Polizei ging zuerst von einer Geiselnahme aus. Foto: Archiv/Schnöll
Nach bisherigem Ermittlungsstand kam es am Dienstag vergangener Woche in einer Wohnung in Völs im Zuge eines Streites zwischen einem 36-jährigen Österreicher und dessen 34-jährigen Gattin zu einer gefährlichen Drohung durch den Mann. In der Folge verließ die Frau mit den drei Kindern des Paares die Wohnung. Der Mann folgte der Frau und traf diese im Bereich des Bahnhofs an. Dort nahm er den siebenjährigen Sohn zu sich und fuhr mit ihm seinem Pkw davon. Anschließend zeigte die Frau den Sachverhalt bei der Polizei an.

Anzeige auf freiem Fuß.  In der Folge konnte von der Verhandlungsgruppe der Polizei mit dem Mann telefonisch Kontakt aufgenommen werden bzw. ließ sich der 36-Jährige kurz darauf widerstandslos an seiner Wohnadresse festnehmen. Weil zuerst eine Geiselnahme angenommen wurde, sind auch Cobraleute zur Wohnadresse des Ehepaares beordert worden. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung wurden zwei Schreckschusspistolen und zwei Faustfeuerwaffen gefunden, welche im legalen Besitz des Mannes waren und vorläufig sichergestellt wurden. Gegen den 36-Jährigen wurden ein Betretungsverbot und ein Waffenverbot ausgesprochen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck wird der Beschuldigte auf freiem Fuß angezeigt.

Entführungsversuch ungeklärt. Der Vorfall erinnerte an eine versuchte Entführung heuer am 23. März in Völs. Zwei maskierte Personen wollten damals beim „T&G“-Parkplatz ein siebenjähriges Mädchen in ein Auto zerren. Die Schülerin konnte sich jedoch wehren und nach Hause laufen. Beim Tatfahrzeug handelte es sich um einen weißen Seat, nach dem die Polizei immer noch fahndet. Hinweise werden an jede Polizeidienststelle erbeten.

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