Artikel teilen
Artikel teilen >

Gezerre um Wohnbauprojekt hält weiter an

„Liste Fritz“-Klubobmann Sint wirft Investor Weber bei Wohnbauprojekt in Oberperfuss Unwahrheiten vor

Die Diskussionen um das Wohnbauprojekt in der Oberperfer „Huebe“ nehmen kein Ende. Nachdem „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint kürzlich harsche Kritik an Dorfchefin Johanna Obojes-Rubatscher und Investor Patrick Weber übte, wiesen diese die Aussagen des Landespolitikers aufs Schärfste zurück. Jetzt meldete sich Sint nochmals zu Wort. Er sieht in dem Wohnbauprojekt weder Vorteile für die Gemeinde noch für wohnungssuchende Oberperfer. Investor Weber sieht das allerdings anders und stellt einige Dinge klar.

19. August 2025
Gezerre um Wohnbauprojekt hält weiter an
So würde die geplante Wohnanlage mit 24 Wohneinheiten in der „Huebe“ aussehen. Für das Projekt gibt es nicht nur Befürworter.

Visualisierung: Baupuls
„Es steht ÖVP-Wirtschaftskammerfunktionär und Investor Patrick Weber ja frei, Werbung in eigener Sache zu machen und sein Großprojekt in Oberperfuss anzupreisen. Aber auch er sollte bei der Wahrheit bleiben und nicht seinen Kritikern – wider besseres Wissen – falsche Aussagen unterstellen“, hält „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint in einer E-Mail an die RUNDSCHAU-Redaktion fest. Tatsache sei, dass ÖVP-Wirtschaftskammerfunktionär Patrick Weber in Oberperfuss 40 (!) freifinanzierte Wohnungen bauen und um teures Geld verkaufen darf. „Er setzt dabei bewusst auf Kleinwohnungen für zahlungskräftige Anleger statt auf Wohnungen für Einheimische und Jungfamilien. Bei Preisen von 6.700 Euro pro Quadratmeter – ohne Nebenkosten – sind für eine kleine 60-Quadratmeter-Wohnung mehr als 400.000 Euro zu bezahlen. Solche Preise sprechen bewusst Anleger an und sicherlich nicht Einheimische und Jungfamilien, weil die sich derart hohe Wohnkosten gar nicht leisten können. Fakt ist, ÖVP-Funktionär Weber baut sündteure Anlegerwohnungen statt leistbarer Wohnungen für Oberperfer Jungfamilien. Die Gemeindeführung unterstützt ihn dabei, anstatt ihm leistbaren Wohnraum für Oberperfer Familien vorzuschreiben“, so Sint weiter.

SCHLECHTER DEAL. Der Landespolitiker betont weiters: „Das Vorgehen der Gemeinde Oberperfuss und das Handeln Webers sind der Kern meiner Kritik als Klubobmann der ‚Liste Fritz‘, weil wir leistbaren Wohnraum für Einheimische und Jungfamilien schaffen wollen. Erstens widerspricht diese Politik allen Aussagen, die Weber als ÖVP-Wirtschaftskammerfunktionär tätigt. Denn als ÖVP-Funktionär fordert er mehr leistbaren Wohnraum für die Tiroler und als privater Investor baut er gleichzeitig sündteuren Wohnraum für Anleger. Was für Weber ein finanziell guter Deal ist, ist für die Gemeindebürger von Oberperfuss ein schlechtes Geschäft!“ Obwohl die Gemeinde Investor Weber 40 freifinanzierte Wohnungen genehmigt und ihm damit ein Millionengeschäft beschert, müsse sie einen Teil seines Grundstücks mit Steuergeld abkaufen. „Statt Weber geförderte Wohnungen vorzuschreiben, kauft die Gemeinde von Weber ein knapp 1.000 Quadratmeter großes Grundstück. Ob sie dieses Grundstück tatsächlich bebauen kann, ist offen. Laut Debatte im Gemeinderat ist die Infrastruktur der Gemeinde Oberperfuss, etwa beim Trinkwasser und beim Kanal, jetzt schon belastet und mit den 40 Wohnungen von Weber überlastet. Will die Gemeinde auf ihrem Grundstück später auch Wohnungen bauen, muss sie wohl zuerst um teures Steuergeld die Infrastruktur ertüchtigen. Für Investor Weber bleiben Millionen, für die Gemeindebürger die Kosten für zusätzliche Infrastruktur“, prognostiziert Sint.

LEISTBARE WOHNUNGEN. Investor Patrick Weber stellt zu den Aussagen von Sint klar: „Der derzeit vorliegende Baubescheid betrifft 24 Wohnungen. Auf dem Restgrundstück wären ein oder mehrere weitere Bauvorhaben möglich, dafür liegt jedoch weder ein Projekt noch eine Genehmigung vor. Die wiederholte Behauptung, es würden ‚40 freifinanzierte Wohnungen‘ genehmigt, ist daher falsch!“ Was die Wohnungspreise betrifft, hat Weber ein Beispiel parat: „Eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss mit 48 Quadratmetern Wohnfläche, zwölf Quadratmetern Terrasse und 21 Quadratmetern Gartenfläche kostet 298.530 Euro. Es gibt in unserer Region derzeit kaum günstigere Neubauwohnungen in dieser Qualität am freien Markt“, so Weber, der auch betont, dass es sich nicht um Investorenmodelle handle. „Die Wohnungen sind bewusst kompakt geplant, um leistbares Eigentum für Einheimische zu schaffen – ob als erster Wohnsitz, für Jungfamilien, für ältere Menschen oder als Altersvorsorge. Darüber hinaus möchte ich festhalten, dass das gesamte Verfahren zu 100 Prozent den gesetzlichen Vorgaben entspricht und vom zuständigen Raumplaner der Gemeinde als verträglich und angemessen beurteilt wurde. Die Diskussion wurde durch die öffentlichen Aussagen von Herrn Sint eröffnet, die in wesentlichen Punkten sachlich unrichtig sind. Die ‚Liste Fritz‘ befasst sich sehr intensiv mit diesem Projekt und betont dabei, dass dies nichts mit dem Wohnsitz von ‚Liste Fritz‘-Parteiobfrau Andrea Haselwanter-Schneider in unmittelbarer Nähe der geplanten Wohnanlage zu tun habe ...!“

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.