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Großer Andrang bei „Rot-Kreuz-Helfiade“

Rund 600 Schüler zeigten vollen Einsatz bei Erste-Hilfe-Stationen in der Neuen Mittelschule Kematen

Beeindruckendes Bild in Kematen: Die Gemeinde verwandelte sich am vergangenen Freitag in eine riesige Bühne für die Retter von morgen. Das Österreichische Jugendrotkreuz (ÖJRK) hatte zur „Helfiade“ für den Schulbezirk Innsbruck-Land West eingeladen. Die Veranstaltung sprengte alle Erwartungen: Statt der ursprünglich kalkulierten 60 Kinder stürmten über 600 Volksschülerinnen und Volksschüler die Veranstaltung, um ihr Können in der Ersten Hilfe zu präsentieren.

Georg Newesely
7. Juli 2026
Großer Andrang bei „Rot-Kreuz-Helfiade“<br />
Übung macht die Meisterin: Eine Schülerin demonstriert ihr Erste-Hilfe-Können. Bei der stabilen Seitenlagerung muss jeder Handgriff sitzen. Foto: Jugendrotkreuz/Sophie Kary
Selbst das anfängliche Regenwetter konnte der Begeisterung der jungen Teilnehmer keinen Abbruch tun. Dass eine derartige logistische Herausforderung – immerhin mehr als die zehnfache Menge an erwarteten Kindern – reibungslos bewältigt wurde, ist der Professionalität des Organisationsteams zu verdanken. „Es wäre nicht das Jugendrotkreuz, wenn man nicht auch solche Lagen beherrschen würde“, hieß es seitens der Veranstalter. Kurzerhand wurde die Helfiade einfach größer aufgezogen. Die einzelnen Theorie- und Praxisstationen wurden zudem verdreifacht, sodass jedes Kind ohne lange Wartezeiten sein Wissen erproben konnte.
Spielerische Erste-Hilfe-Praxis. Hinter dem Begriff „Helfi“ steckt das vom Österreichischen Jugendrotkreuz entwickelte Erste-Hilfe-Programm für Volksschulen. Es bereitet Kinder spielerisch, spannend und abwechslungsreich auf Notfälle vor. Zudem vermittelt es wichtige Maßnahmen zur Unfallverhütung. Bei der Helfiade in Kematen durften die jungen Ersthelfer ihr erworbenes Wissen nun unter realitätsnahen Bedingungen testen. An den insgesamt sechs Stationen wurde fleißig gearbeitet: Die Kinder setzten Notrufe ab, legten fachgerechte Verbände an, übten das Stillen starker Blutungen und demonstrierten das sichere Verhalten im Straßenverkehr sowie im Schwimmbad. Zudem gab es wertvolle Tipps und Tricks direkt von echten Rettungsprofis. Die Motivation war riesig. „Wenn was passiert, da sind wir da und können helfen. Der Mama oder dem Papa Bescheid sagen, Pflaster holen und trösten – kein Problem!“, zeigten sich die Kinder überzeugt.

Begeisterte Ehrengäste. Der enorme Einsatz der Kinder blieb auch von prominenter Seite nicht unbemerkt. Zahlreiche Ehrengäste zeigten sich vor Ort tief beeindruckt von der Hilfsbereitschaft und den Kompetenzen der Volksschüler. Unter ihnen befand sich Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele, die betonte: „Wer schon früh lernt, im Notfall richtig zu handeln, gewinnt wichtige Kompetenzen fürs Leben. Mein Dank gilt dem Österreichischen Jugendrotkreuz, den engagierten Pädagoginnen und Pädagogen sowie allen Beteiligten, die dieses wertvolle Angebot ermöglichen.“ Auch der Bürgermeister von Kematen, Klaus Gritsch, der Präsident des Roten Kreuzes Tirol, Günther Ennemoser, sowie der stellvertretende Landesleiter und pädagogische Leiter der Bildungsdirektion Tirol, Christian Biendl, sparten nicht mit Lob. Philipp Schumacher, Landesgeschäftsführer des Jugendrotkreuzes, zeigte sich erfreut über das enorme Interesse und die hohe Qualität der gezeigten Erste-Hilfe-Leistungen.

Rahmenprogramm. Neben den Erste-Hilfe-Stationen sorgte ein buntes, abwechslungsreiches Rahmenprogramm abseits des Prüfungsstresses für beste Laune. Zahlreiche Organisationen – darunter das Rote Kreuz samt Hundestaffel, der ÖAMTC, die Bergrettung, die Polizei, das Österreichische Bundesheer, die Freiwillige Feuerwehr Kematen sowie die Rettungsschwimmer des ÖJRK – gestalteten den Tag aktiv mit. Die Organisatoren bedankten sich bei allen Sponsoren und Partnern, die die Kinder zudem mit einer gesunden Jause und Getränken versorgten.

Nachhaltiger Erfolg für die Region. „Für die meisten Jungs und Mädchen stand heute noch der Spaß im Vordergrund“, resümierte Burkhard Mauler, Bezirksleiter des Jugendrotkreuzes in Innsbruck-Land West. „Das freut uns. Denn mit Freude Erlerntes bleibt besser im Gedächtnis und macht die Kinder in Zukunft zu sicheren Ersthelfer:innen.“ Die Kinder fungieren nun als wichtige Multiplikatoren zu Hause. Sie berichten ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern von ihren Erlebnissen und machen auch ihr Umfeld so wieder ein Stück weit „Erste-Hilfe-fit“.

Erfolgreiche Ersthelfer an der NMs Kematen. Kematen ist ein echtes Pflaster für junge Lebensretter. Das Erste-Hilfe-Schulhelpteam der Neuen Mittelschule Kematen („Miteinander-Voneinander-Füreinander“) glänzt seit Jahren bundesweit. Bei den österreichweiten Jugendrotkreuz-Leistungsbewerben holten die Jugendlichen nach dem Vizemeistertitel 2024 dann sogar den Bundessieg 2025. Im aktuellen Jahr 2026 folgte wiederum der hervorragende zweite Platz, nur hauchdünn mit einem einzigen Punkt Rückstand. Die Zukunft der Ersten Hilfe in der Region ist damit zweifellos in besten Händen.

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