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Großer Brand in Scharnitz

25. Feber 2026 | von Stefan Dietrich
Großer Brand in Scharnitz
Am 2. November 1893 erlebte Scharnitz eine der größten Katastrophen seiner Geschichte. Gegen 1 Uhr früh brach mitten im Ort ein Brand aus, der in kurzer Zeit fünf Häuser und die Kirche erfasste. Das Feuer bekam reichlich Nahrung durch die Erntevorräte, die in den Tennen der Bauernhäuser lagerten. Unser Foto stammt aus der Ortschronik Scharnitz und zeigt das Ausmaß der Zerstörung. Da sich die Poststation in einem der brennenden Häuser befand, konnte man die Feuerwehren der umliegenden Orte nicht telegrafisch verständigen. So wurde ein reitender Bote nach Mittenwald geschickt, um Alarm zu schlagen.

Bereits eine Stunde nach Ausbruch des Brandes traf dann auch die Feuerwehr Mittenwald ein. Die Wehren aus Seefeld und Zirl folgten später. Da die Scharnitzer Feuerwehrspritze nicht einsatzfähig war, bildeten die Bewohner zum Löschen eine Eimerkette, mit der Wasser aus der Isar herangeschafft wurde. „Trotzdem war nichts mehr zu retten. Der Kirchturm stand in Flammen, die Glocken waren herabgestürzt. Es konnten nur mehr die umliegenden Häuser geschützt werden“, berichtet die Ortschronik. Schließlich stürzte ein Teil des Kirchturms ein und zerstörte dabei das Dach und das Gewölbe des Gotteshauses. Kurz zuvor hatten noch einige junge Scharnitzer unter Lebensgefahr Gegenstände aus der Kirche und der Sakristei gerettet.

Bald nach der Katastrophe wurde eine Hilfsaktion für die Leidtragenden des Großfeuers gestartet. Denn die Not war groß. Zu den am schwersten Betroffenen gehörten der Lehrer Josef Mariner und seine Familie. Es gelang ihm zwar, mit seiner schwangeren Frau und sieben Kindern aus dem brennenden Haus zu flüchten, bis auf drei Bettdecken ging aber sein gesamtes Hab und Gut verloren. Der Fuhrmann Franz Neuner, der ebenfalls sieben Kinder hatte, konnte laut einem Zeitungsbericht aus seinem völlig zerstörten  Haus überhaupt nichts Brauchbares retten.

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