Historische Telfer Wiesenkapelle gerettet
Restaurierung schreitet zügig voran, im Frühjahr 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein
Unter dem Zeltdach auf einer Wiese an der Telfer Allee wird derzeit kein Herbstfest vorbereitet, sondern entfeuchtet, gemauert und gezimmert. Die „Kulturinitiative Hörtenberg – Region Telfs“ zeichnet gemeinsam mit Kooperationspartner Günter Köfler und Restaurator Sebastian Öfner verantwortlich für die exakte Planung und professionelle Generalsanierung des historisch wertvollen, aber maroden Gemäuers samt Dachkonstruktion und Schindeldeckung.
21. September 2026
ranz Seewald (l.) und Johann Sterzinger nehmen Projektpartner Günter Köfler in ihre Mitte. Foto: Bundschuh
Dringende Trockenlegungs-Drainage, ein durchgehender Mauerriss und eine morsche Schindeleindeckung: Diese Bestandsliste an Schäden könnte fortgesetzt werden, das sakrale Kleinod in den Feldern nahe der Bundesstraße B 171 östlich von Telfs schien verloren. Nun machte sich der Obmann der Kulturinitiative, Johann Sterzinger, gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied und Krippenexperten Franz Seewald, unterstützt vom bauhandwerklich versierten Projektpartner Günter Köfler und freiwilligen Helfern ans Werk. Aufwendige Rettungsmaßnahmen für das vom Einstürzen bedrohte Bauwerk wurden nicht nur möglichst sparsam projektiert, sondern man legt auch selbst mit Eigenleistungen Hand an, hauptsächliche Bauwerker sind dabei der Franz und der Günter. Finanziert werden die Arbeiten großteils durch Spenden, aber auch das Land Tirol, die Landesgedächtnisstiftung und das Bundesdenkmalamt wurden mit „an Bord“ genommen.
Im öffentlichen Interesse. Im Vorüberfahren mag die kleine, im 18. Jahrhundert auf annähernd quadratischem Grundriss errichtete und mit einem leicht geschmiegten Satteldach bedeckte Kapelle wenig spektakulär erscheinen, auf den zweiten Blick sieht es um die unter Denkmalschutz stehende Kapelle samt Einrichtung schon anders aus. „Der kleine Bau stellt ein einfaches, aber gediegenes Beispiel spätgotischer Kapellenarchitektur dar, das sein ursprüngliches, qualitätsvolles Inventar unverändert erhalten hat. Die künstlerische und kulturelle (volkskundliche) Bedeutung der Kapelle lässt ihre Erhaltung als im öffentlichen Interesse gelegen erscheinen“, so Landeskonservatorat für Tirol, Gabriele Neumann-Zwerschina. Insofern die Umstände passen, könnte die Restaurierung bis Frühling 2027 abgeschlossen sein, lässt Franz Seewald durchblicken. Besonders im Interesse künftiger Besucher sind allen Beteiligten beste Witterungsbedingungen und gutes Gelingen bei der Weiterführung der aufwendigen und komplexen Arbeiten zu wünschen.






