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Künstliche Intelligenz als Unterstützung

Gemeinde Polling setzt bei Dorfchronik und Sitzungsprotokollen auf KI

Gleich zwei Tagesordnungspunkte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Polling widmeten sich der Unterstützung durch künstliche Intelligenz. Zum einen wurde nun ein Projekt genehmigt, das die Digitalisierung der Sammlung von Josef Wellscheller zum Inhalt hat, zum anderen wurde der Protokollierung der Sitzungen des Dorfparlaments durch ein KI-Programm grünes Licht gegeben.
30. März 2026 | von Agnes Dorn
Künstliche Intelligenz als Unterstützung
Mehrere Beschlüsse, wie jene zur Digitalisierung der Wellscheller-Chronik oder der Anschaffung einer KI-Software, erfolgten einstimmig. Foto: Dorn
Bei der letzten Gemeinderatssitzung in Polling wurde ein Projekt abgesegnet, das der Gemeinde und auch allen anderen Tiroler Kommunen noch in vielen Jahren zugutekommen wird: Die 80 Mappen umfassende Chronik des Pollingers Josef Wellscheller wird im Rahmen eines Pilotprojekts digitalisiert werden. Und zwar mithilfe der künstlichen Intelligenz, die zum einen die handschriftlichen Dokumente des insgesamt 24.000 Seiten umfassenden Werks mittels Texterkennung übertragen wird. Zum anderen werden die so erfassten Daten im nächsten Schritt in ein entsprechend sinnvolles Format übertragen, damit bearbeitbar und verwertbar gemacht und im letzten Schritt auf der Seite der Tiroler Gemeindearchive veröffentlicht. „Für Gemeinden ist das Projekt daher von mehrfacher Bedeutung. Es können nicht nur kulturhistorische Sammlungen auf diesem Weg bearbeitet werden, sondern auch handschriftliches Verwaltungsschriftgut oder Akten und Schriftstücke, die mit Schreibmaschine ausgefertigt wurden“, heißt es dazu in der Projektbeschreibung.

NUTZEN FÜR ALLE KOMMUNEN. Denn das von der Universität Innsbruck durchgeführte Projekt verfolgt das Ziel, ein Programm zu entwickeln, das auf andere handschriftliche Chroniken aller Tiroler Gemeinden ebenfalls anwendbar ist und diesen kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das Pilotprojekt soll bis Ende April 2028 abgeschlossen sein und wird insgesamt 9.480 Euro kosten, wobei für 80 Prozent bereits eine Förderzusage über das Regionalmanagement Innsbruck-Land vorliegt, wodurch bei der Gemeinde ein Eigenanteil von 1.896 Euro verbleibt. Vom Pollinger Gemeinderat wurde das von Bürgermeisterin Gabriele Rothbacher vorgestellte Projekt unisono als gut befunden und einstimmig abgesegnet.

PROTOKOLLIERUNG DER SITZUNGEN. Als weitere Maßnahme zur Arbeitserleichterung wurde die Anschaffung der Software Speechmind beschlossen, die bei der Protokollierung der Gemeinderatssitzungen helfen soll. So wurden im Vorfeld zwei Systeme von Amtsleiter Christian Landauer auf ihre Anwendbarkeit getestet und bewertet. Die Software, die jährlich 948 Euro kosten wird, bietet zum einen die Möglichkeit der automatischen Verschriftlichung von Sitzungen und erkennt dabei auch Dialektsprache und Fachbegriffe. Zudem können nach einer gewissen Vorarbeit auch die einzelnen Wortmeldungen den jeweiligen Mandataren zugeordnet werden. Der Datenschutz wird dabei gewährleistet. Zukünftig soll mit der Software der Aufwand für die Nachbearbeitung und Erstellung des fertigen Protokolls massiv reduziert werden. Der einzige Haken an dem Programm ist, dass es bei mehreren Sprechern gleichzeitig Probleme gibt, diese zu unterscheiden. „Man müsste eine gewisse Disziplin haben, dass man hintereinander redet“, appelliert daher die Dorfchefin mit Augenzwinkern an die Gemeinderäte, die der Anschaffung der Software einstimmig zustimmten.

ZWEITE KINDERKRIPPENGRUPPE. Auch die Errichtung einer zweiten Kinderkrippengruppe wurde auf den Weg gebracht. So wurde einstimmig die Vergabe der Ausstattung und Möbel an die Firma Kraft GmbH zum Preis von 6.544,49 Euro und die Firma Resch Möbelwerkstätten zum Preis von 41.738,10 Euro beschlossen. Die Anschaffung wird vom Land Tirol mit 90 Prozent gefördert. Für die Sanierung der Räumlichkeiten, die unter anderem einen Wanddurchbruch sowie die Adaptierung von Sanitärräumen beinhaltet, wird bei der nächsten Sitzung der Gemeinderatsbeschluss erfolgen, damit die Arbeiten über die Sommermonate erfolgen können.
Künstliche Intelligenz als Unterstützung
Bürgermeisterin Gabriele Rothbacher konnte einiges auf den Weg bringen. Foto: Dorn

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