Mikroben – Helden unseres Alltags
Das neue Science-Center „mikroVERSUM“ öffnet in Zirl seine Pforten
26. Mai 2026 | von
Georg Newesely
Im Bild Holluschek-Geschäftsführer Simon Meinschad, Managing Director
Julia Mösslacher und der wissenschaftliche Kopf von „mikroVERSUM“
Heribert Insam (v. l.) Foto: Georg Newesely
Julia Mösslacher und der wissenschaftliche Kopf von „mikroVERSUM“
Heribert Insam (v. l.) Foto: Georg Newesely
Bakterien, Pilze und Viren sind die unsichtbaren Helden unseres Alltags. Sie reinigen Abwässer, produzieren Biokraftstoffe sowie lebensrettende Antibiotika und steuern maßgeblich unser Immunsystem. In der Lebensmittelproduktion sind sie für die Herstellung von Brot, Käse und Bier unentbehrlich. Im steten Wettstreit zwischen nützlichen und schädlichen Mikroben entscheidet sich seit jeher das Gleichgewicht sämtlicher ökologischer, medizinischer und alltäglicher Facetten unserer Existenz.
SYMBIOSE AUS WISSENSCHAFT UND PRAXIS. Das „mikroVERSUM“ ist eine Kooperation zwischen der Universität Innsbruck und der Firma Holluschek in Zirl, die Hygienesysteme etwa für die Gastronomie und Gesundheitseinrichtungen entwickelt und diese vertreibt. Der geistige Vater und Mastermind hinter dem Projekt ist der renommierte Innsbrucker Umweltmikrobiologe Prof. Heribert Insam, der bereits 2014 die Idee eines Mikroben-Museums nach Tirol brachte. Die Suche nach einer geeigneten Lokalität gestaltete sich als schwierig. Der entscheidende Wendepunkt kam durch den direkten Kontakt mit dem Zirler Hygieneunternehmen Holluschek. Anfang 2023 mündeten die intensiven Gespräche unter der Ägide von Geschäftsführer Simon Meinschad schließlich in eine feste Kooperation zwischen Universität Innsbruck und dem Hygieneunternehmen. Als perfekter Standort wurde eine Depothalle auf dem Firmengelände auserkoren, die einerseits einen großzügigen räumlichen Rahmen bietet, andererseits aber auch direkt am Bahnhof Zirl verkehrstechnisch perfekt gelegen ist. Bei der Entwicklung des Projekts brachte sich das Regionalmanagement Innsbruck-Land entscheidend mit ein.
MIKROBIOLOGIE HAUTNAH ERLEBEN. Das Herzstück des neuen Science Centers bilden rund 40 interaktive Wissensmodule, die von engagierten Forscherinnen und Forschern der Universität Innsbruck entwickelt wurden. Zum wissenschaftlichen und pädagogischen Team gehören Mikrobiologen, Ökologen, Botaniker, Zoologen, Biotechnologen, Ärzte und Pädagogen. Der frühere Alpenzoo-Direktor Michael Martys hat das Projekt schon früh gefördert. Das didaktische Konzept stammt von Suzanne Kapelari. Expertise an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Kunst und experimenteller Architektur hat zudem Judith Ascher-Jenull eingebracht. Das „mikroVERSUM“ verzichtet auf Vitrinen, wie sie sonst für klassische Museen typisch sind. Stattdessen setzt man auf eine dreistufige, hochmoderne Wissensvermittlung, die aus klassischen Texttafeln, dynamischen Videoscreens und innovativen „Hands-on“-Stationen zum Anfassen, Mitmachen und Experimentieren besteht. Die Besucher begeben sich auf drei spezialisierte Themenpfade: „Mikroben und Klima“ zeigt den Einfluss von Kleinstlebewesen auf das weltweite Klima und veranschaulicht den Methankreislauf. „Mikroben und Biodiversität“ widmet sich der extremen Vielfalt des Lebens. Gezeigt wird unter anderem, wie Algen und Pilze in alpinen Höhenlagen als Flechten überleben, wie Pilze als Symbiosepartner zur Hangsicherung im steilen Gebirge beitragen und wie das Leben im rauen Gletschervorfeld erwacht. Auch eine Winogradsky-Säule – ein sich komplett selbstregulierendes Mini-Ökosystem in einem Glas – bringt das Publikum zum Staunen. Schließlich stellt „Mikroben und Gesundheit“ die Mikrobiologie des menschlichen Körpers dar und nimmt das menschliche Hautmikrobiom unter die Lupe. Gleichzeitig visualisiert ein speziell programmiertes Dashboard die weltweite Ausbreitung von Viren und erklärt, wie gefährliche Antibiotikaresistenzen entstehen. Ergänzt wird das Angebot in der Halle durch ein eigenes Kino sowie spezielle Dunkelräume für besonders lichtempfindliche Mikroben. Doch das ist noch nicht alles: Angelegt wurde auch ein Außenbereich mit einer Fläche von ca. 5.000 Quadratmetern. Dieser soll sich ganz der Biodiversität widmen und einen Wohlfühl-Freiraum für Menschen, Tiere und die Natur schaffen.
BILDUNGSPOLITISCHER MEILENSTEIN. Für die Marktgemeinde Zirl bedeutet die Eröffnung von „MikroVERSUM“ einen enormen kultur- und bildungspolitischen Meilenstein. Das Center versteht sich im Sinne der „Third Mission“ der Universität Innsbruck als dauerhafter, außerschulischer Lernort, der eng mit den aktuellen Lehrplänen der Volksschulen und Gymnasien verzahnt ist. Speziell ausgebildete Wissenschaftsbotschafter werden Schulklassen durch die Ausstellung führen, in der die Jugendlichen auch selbst in Experimente einbezogen werden, beziehungsweise diese selbst durchführen. Wenn „mikroVERSUM“ am 27. Mai 2026 die Tore für die Besucher öffnet, darf sich ganz Tirol auf eine Entdeckungsreise gefasst machen. Diese wird den Blick auf die Welt nachhaltig verändern. Links: www.mikrobalpina.org, www.hollu.com
SYMBIOSE AUS WISSENSCHAFT UND PRAXIS. Das „mikroVERSUM“ ist eine Kooperation zwischen der Universität Innsbruck und der Firma Holluschek in Zirl, die Hygienesysteme etwa für die Gastronomie und Gesundheitseinrichtungen entwickelt und diese vertreibt. Der geistige Vater und Mastermind hinter dem Projekt ist der renommierte Innsbrucker Umweltmikrobiologe Prof. Heribert Insam, der bereits 2014 die Idee eines Mikroben-Museums nach Tirol brachte. Die Suche nach einer geeigneten Lokalität gestaltete sich als schwierig. Der entscheidende Wendepunkt kam durch den direkten Kontakt mit dem Zirler Hygieneunternehmen Holluschek. Anfang 2023 mündeten die intensiven Gespräche unter der Ägide von Geschäftsführer Simon Meinschad schließlich in eine feste Kooperation zwischen Universität Innsbruck und dem Hygieneunternehmen. Als perfekter Standort wurde eine Depothalle auf dem Firmengelände auserkoren, die einerseits einen großzügigen räumlichen Rahmen bietet, andererseits aber auch direkt am Bahnhof Zirl verkehrstechnisch perfekt gelegen ist. Bei der Entwicklung des Projekts brachte sich das Regionalmanagement Innsbruck-Land entscheidend mit ein.
MIKROBIOLOGIE HAUTNAH ERLEBEN. Das Herzstück des neuen Science Centers bilden rund 40 interaktive Wissensmodule, die von engagierten Forscherinnen und Forschern der Universität Innsbruck entwickelt wurden. Zum wissenschaftlichen und pädagogischen Team gehören Mikrobiologen, Ökologen, Botaniker, Zoologen, Biotechnologen, Ärzte und Pädagogen. Der frühere Alpenzoo-Direktor Michael Martys hat das Projekt schon früh gefördert. Das didaktische Konzept stammt von Suzanne Kapelari. Expertise an der Schnittstelle von Naturwissenschaft, Kunst und experimenteller Architektur hat zudem Judith Ascher-Jenull eingebracht. Das „mikroVERSUM“ verzichtet auf Vitrinen, wie sie sonst für klassische Museen typisch sind. Stattdessen setzt man auf eine dreistufige, hochmoderne Wissensvermittlung, die aus klassischen Texttafeln, dynamischen Videoscreens und innovativen „Hands-on“-Stationen zum Anfassen, Mitmachen und Experimentieren besteht. Die Besucher begeben sich auf drei spezialisierte Themenpfade: „Mikroben und Klima“ zeigt den Einfluss von Kleinstlebewesen auf das weltweite Klima und veranschaulicht den Methankreislauf. „Mikroben und Biodiversität“ widmet sich der extremen Vielfalt des Lebens. Gezeigt wird unter anderem, wie Algen und Pilze in alpinen Höhenlagen als Flechten überleben, wie Pilze als Symbiosepartner zur Hangsicherung im steilen Gebirge beitragen und wie das Leben im rauen Gletschervorfeld erwacht. Auch eine Winogradsky-Säule – ein sich komplett selbstregulierendes Mini-Ökosystem in einem Glas – bringt das Publikum zum Staunen. Schließlich stellt „Mikroben und Gesundheit“ die Mikrobiologie des menschlichen Körpers dar und nimmt das menschliche Hautmikrobiom unter die Lupe. Gleichzeitig visualisiert ein speziell programmiertes Dashboard die weltweite Ausbreitung von Viren und erklärt, wie gefährliche Antibiotikaresistenzen entstehen. Ergänzt wird das Angebot in der Halle durch ein eigenes Kino sowie spezielle Dunkelräume für besonders lichtempfindliche Mikroben. Doch das ist noch nicht alles: Angelegt wurde auch ein Außenbereich mit einer Fläche von ca. 5.000 Quadratmetern. Dieser soll sich ganz der Biodiversität widmen und einen Wohlfühl-Freiraum für Menschen, Tiere und die Natur schaffen.
BILDUNGSPOLITISCHER MEILENSTEIN. Für die Marktgemeinde Zirl bedeutet die Eröffnung von „MikroVERSUM“ einen enormen kultur- und bildungspolitischen Meilenstein. Das Center versteht sich im Sinne der „Third Mission“ der Universität Innsbruck als dauerhafter, außerschulischer Lernort, der eng mit den aktuellen Lehrplänen der Volksschulen und Gymnasien verzahnt ist. Speziell ausgebildete Wissenschaftsbotschafter werden Schulklassen durch die Ausstellung führen, in der die Jugendlichen auch selbst in Experimente einbezogen werden, beziehungsweise diese selbst durchführen. Wenn „mikroVERSUM“ am 27. Mai 2026 die Tore für die Besucher öffnet, darf sich ganz Tirol auf eine Entdeckungsreise gefasst machen. Diese wird den Blick auf die Welt nachhaltig verändern. Links: www.mikrobalpina.org, www.hollu.com