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Neubau anstelle von Sanierung der Schule

Bei der Gemeindeversammlung in Polling wurden vier Varianten diskutiert, das Gebäude heutigen Standards anzupassen

Viele interessierte Bürger kamen am vergangenen Freitag zur Gemeindeversammlung in Polling, bei der das Hauptthema eine Sanierung oder ein Neubau des Schulgebäudes war. Nach einem kurzen Abriss über die anderen großen Gemeindeprojekte, den bereits erfolgten LWL-Ausbau mit einem Erschließungsstand von derzeit etwa 38 Prozent und den Aufbau der Wasserversorgung mit der Erneuerung des Hauptbehälters Mühltal 2019 (150 Kubikmeter) und des Hauptbehälters Pollingberg (124 Kubikmeter) 2026 gingen Bürgermeisterin Gabriele Rothbacher, ihr Stellvertreter Thomas Norz und Gemeinderat Alexander Weißenbichler zum Hauptprogrammpunkt über.

13. Oktober 2026
Neubau anstelle von Sanierung der Schule<br />
Bürgermeisterin Gabriele Rothbacher, Gemeinderat Alexander Weißenbichler und Bürgermeisterin-Stellvertreter Thomas Norz standen bei der Gemeindeversammlung den über 60 Anwesenden Rede und Antwort. Fotos Hötzel

Das Schulhaus wurde 1970 errichtet und 1997 aufgestockt. Nach 55 Jahren intensiver Nutzung entspricht es nicht mehr den heutigen Standards hinsichtlich Brandschutz und Fluchtwegen, Barrierefreiheit, Haustechnik und Energie, Raumqualität, Bewegung und dem Verkehr. Der Turnraum ist zu klein und zu niedrig und es gibt ein Hol- und Bringchaos vor dem Gebäude. Der ursprüngliche Vorschlag des Landes war eine Sanierung mit Zubau, die zwar die nötige Sicherheit und den Brandschutz sowie die nötige Barrierefreiheit und die pädagogische Mindestfläche geboten hätte, der Grundriss wäre aber an den Bestand gebunden und kaum erweiterbar. Bei den Energiezielen und der Verkehrssituation hätte die Gemeinde Kompromisse eingehen müssen. Darauf wurden die Pollinger Bürger nach ihren Wünschen befragt. Sie legten unter anderem großen Wert auf einen sicheren Schulweg, ein geordnetes Bringen und Parken, gute Lernräume, Räume für Vereine und Kultur und auch auf Energie und Nachhaltigkeit. Reserven für die Zukunft waren sowohl für die Gemeinde und die Befragten wichtig und wären mit einer Sanierung des alten Gebäudes nicht möglich gewesen.

Sanierung oder Neubau? Darauf wurden vier mögliche Varianten untersucht: Sanierung und Neubau, Abbruch und Neubau, Neubau auf einem anderen Grundstück oder ein Schulzentrum beim Vereinshaus. Diese Variante hatte wiederum das Land Tirol in die Diskussion eingebracht. Dabei würde die Sanierungsvariante etwa 8 Millionen an Projektkosten betragen, wobei auf die Gemeinde etwa 5,4 Millionen entfallen würden. Die teuerste Variante wäre das Bildungs- und Veranstaltungszentrum mit zirka 14,2 Millionen Kosten und 8,1 Millionen Anteil für die Gemeinde. Der Sanierungsbedarf des Vereinshauses wurde von Weißenbichler in der Studie jedoch nicht so hoch eingestuft. Dafür möchte die Gemeinde aber einen Neubau an einem anderen Standort forcieren, damit die Schule für die nächsten Jahrzehnte einen hohen Standard erfüllt, statt einen Mindeststandard im alten Haus zu erhalten. Die Mehrkosten dafür betragen nur rund eine Million Euro. (Projektkosten 10 bis 11,5 Millionen mit einem Gemeindeanteil von 6 bis 6,8 Millionen). Bei der Bewertung sprach sich die Gemeinde klar für diese Variante aus. Die Bildungsdirektion hatte 1.325 Quadratmeter für den Neubau festgelegt und ihre Kostenschätzung deckt sich mit der Studie. Allerdings bleibt die Standortfrage ein wichtiger Aspekt der Umsetzbarkeit. Der neue Standort sollte mindestens 3.500 Quadratmeter Platz für Schule, Freiraum und Reserven bieten, nahe am Dorfkern liegen, gut erschlossen sein und mit dem Widmungsverfahren müsse frühzeitig gestartet werden. Wie aber sind die Kosten für die Gemeinde zu stemmen? Die Finanzierung baue auf drei Säulen: Förderung 4,5 Millionen, Eigenmittel 2,17 Millionen und Darlehen 4,19 Millionen. Zur Machbarkeit müsse man die Projektkosten und das Darlehen senken und die Eigenmittel stärken. Das alte Gebäude könne veräußert werden. Mit einer anderweitigen Widmung für geförderten Wohnbau könnte die in der Beurteilung als grün bewertete Fläche (Grafik unten) mit 5.000 Quadratmetern gewonnen werden. Fragen wurden etwa zur Sanierungsbedürftigkeit des Vereinshauses und zu alternativen Flächen gestellt. Die Pollinger bewegte das Thema sichtlich.
Neubau anstelle von Sanierung der Schule<br />
Die Wünsche der Pollinger für ein Schulgebäude. Foto: Hötzel
Neubau anstelle von Sanierung der Schule<br />
Die für den Schulbau infragekommenden Grundstücke und ihre Beurteilung. Foto: Hötzel

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