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Neue Strukturen in Tirols Feuerwehren

Naturkatastrophen und Großbrände zeigten auch 2025, dass unsere Wehren fit für die Zukunft sein müssen

Zu insgesamt 17.174 Einsätzen mussten im vergangenen Jahr die Tiroler Feuerwehren ausrücken. Im Detail weist die Einsatzstatistik 8.742 technische Einsätze, 4.000 Alarmierungen zu Bränden, 1.277 Brandsicherungswachen und 3.149 Fehlalarme aus. Täglich sind es im Schnitt 47 Einsätze, zu denen in Tirol die Feuerwehren ausrücken. 342.658 (!) Einsatzstunden wurden 2025 geleistet, was trotz weniger Einsätze gegenüber dem Vorjahr 2024 ein Plus von rund 20.000 Stunden ist.

3. März 2026
Neue Strukturen in Tirols Feuerwehren
Loben die Tiroler Feuerwehren: Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher, Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter, Sicherheitslandesrätin Astrid Mair und der stellvertretende Landes-Feuerwehrkommandant Hannes Mayr (v.l.). Foto: Schnöll
Die Tiroler Feuerwehren sind eines der sichtbarsten und stärksten Symbole gelebten Ehrenamtes im Land Tirol. Mit rund 33.700 Mitgliedern bilden sie eine der tragenden Säulen des Tiroler Sicherheitsnetzes. Sicherheitslandesrätin Astrid Mair, Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter und Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher  unterstrichen am vergangenen Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Landesfeuerwehrschule in Telfs die zentrale Rolle der Feuerwehren für den Schutz der Bevölkerung sowie die gemeinsame strategische Ausrichtung für die Zukunft. „Sicherheit ist eine Kernaufgabe des Landes Tirol – und sie ist ohne das Ehrenamt nicht denkbar“, betonte Sicherheitslandesrätin Astrid Mair. Trotz herausfordernder budgetärer Rahmenbedingungen haben Sicherheitsagenden und der Katastrophenschutz klare Priorität. „Es wird keine Abstriche bei der Sicherheit geben. Das Land Tirol ist und bleibt ein verlässlicher Partner der Feuerwehren.“ Als Beispiel nannte Mair Investitionen in moderne Technik wie die neue Hochleistungspumpe, die 2025 in Jenbach für den tirolweiten Katastropheneinsatz stationiert wird, sowie laufende Maßnahmen in Ausbildung, Infrastruktur und Ausrüstung bei den 356 Tiroler Feuerwehren.

INTENSIVES EINSATZJAHR 2025. Die Einsatzstatistik unter-streicht die Bedeutung der Tiroler Feuerwehren: Rund 4.000 Brandeinsätze und 8.700 technische Einsätze wurden im vergangenen Jahr bewältigt. Zwar blieben großflächige Unwetter- oder Hochwasserlagen 2025 aus, lokal begrenzte Ereignisse – etwa im Gschnitztal – forderten die Einsatzkräfte dennoch intensiv. Ein Gesamtrückgang um rund 2.500 Ein-
sätze gegenüber dem Vorjahr sei daher nachvollziehbar. „Sicherheit ist eine Gemeinschaftsleistung von Bund, Land, Gemeinden und vor allem den Tirolern, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in den Feuerwehren oder anderen Blaulichtorganisationen engagieren“, so Mair.

MEILENSTEIN IM BEREICH ATEMSCHUTZ. Ein zentrales Großprojekt war vergangenes Jahr  die Einführung eines tirolweiten Tauschsystems für Atemschutzflaschen. „Was früher historisch gewachsen und bezirksweise unterschiedlich organisiert war, wurde mit Jahresbeginn 2026 landesweit vereinheitlicht“, erklärt Landes-Feuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter. Das neue System erhöhe die Einsatzfähigkeit bei Großeinsätzen, optimiere auf langfristige Sicht Kosten und verbessere die Verfügbarkeit. Teil des Projekts ist auch die neue zentrale, hausinterne Druckprüfung in der Atemschutz-Werkstätte des Landes-Feuerwehrverbandes. „Dank der Unterstützung des Landes Tirol und mit der Rückendeckung aller Bezirks-Feuerwehrverbände schaffen wir langfristige Synergien und Einsparungen, schnellere Rückführung geprüfter Flaschen in die Feuerwehren und mehr Unabhängigkeit für das Gesamtsystem“, so Unterladstätter. Parallel werde die Digitalisierung von Verwaltungs- und Genehmigungsprozessen konsequent vorangetrieben, um Kommandanten organisatorisch zu entlasten und Abläufe transparent zu gestalten. Entscheidend dabei: „Lösungen entstehen nicht von oben, sondern gemeinsam mit den Bezirks-Feuerwehrverbänden und damit auch mit allen Tiroler Feuerwehren.“

STANDARDISIERUNG ALS STRATEGISCHE CHANCE. Landes-Feuerwehrinspektor Rene Staudacher hebt die Bedeutung klarer Standards hervor – insbesondere im Atemschutz, Fahrzeugwesen und bei der Einsatzbekleidung. Ziel sei eine zweckmäßige, geprüfte Ausstattung ohne Kompromisse bei der Sicherheit. Die Reduktion der Variantenvielfalt vereinfache zudem Ausbildung, Wartung und Ersatzbeschaffungen. Im Fahrzeugwesen wurden beispielsweise die Richtlinien zum Soll-Fahrzeugbestand in den Tiroler Gemeinden für eine bedarfsgerechte Planung auf Gemeindeebene weiterentwickelt. Standardfahrzeuge, klar definierte Pflicht- und Bedarfsbeladung sowie ein Normkostenmodell sollen Gemeinden entlasten und wirtschaftliche Lösungen ermöglichen. Bei der Einsatzbekleidung bleibt die seit 2009 in Tirol etablierte sandfarbene Variante bestehen, zusätzlich ist nun auch die vom Bundesfeuerwehrverband neu entwickelte schwarz-blaue Schutzbekleidung zugelassen. „Die Schutzwirkung für die Einsatzkraft ist technisch identisch – die Gemeinden haben Wahlfreiheit“, so Staudacher.

DER MENSCH IM MITTELPUNKT. Großeinsätze wie der Großbrand in Nußdorf-Debant zeigten eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit der Tiroler Feuerwehren, durch die rund 1.000 eingesetzten Einsatzkräfte aus 72 Feuerwehren aber auch die enorme Solidarität. Gleichzeitig wird der Blick verstärkt auf die psychische Gesundheit der Einsatzkräfte gerichtet. Der Ausbau der „Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen“ (SvE) und die modulare Ausbildung von neuen Feuerwehr-Peers in allen Tiroler Bezirken haben sich im letzten Jahr bewährt. „Hilfe anzunehmen ist heute auch für Einsatzkräfte selbstverständlich – ein wichtiger Kulturwandel“, betont Unterladstätter. Der Mitgliederstand der Tiroler Feuerwehren blieb insgesamt stabil, ein leichtes Minus von 250 Mitgliedern stellt eine aus Vorjahren bekannte Schwankung dar und sei kein Grund zur Sorge. Positiv hervorzuheben ist der konstant hohe Stand der Mitglieder in Tirols Feuerwehrjugend - mit 2.418 Jugendlichen wird bereits in jungen Jahren die Zukunftsfähigkeit der Tiroler Feuerwehren gesichert.
Neue Strukturen in Tirols Feuerwehren
Vor Ort wurde gezeigt, wie die Sauerstoffflaschen geprüft und danach befüllt werden. Foto: Schnöll

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